Nintendo Labo

Nintendo Labo Vorschau: Spielspaß für die ganze Familie

Bauen

Vor einigen Monaten kündigte Big N Nintendo Labo an. Als Mutter war ich von der Idee sofort begeistert. Sets aus Pappe und die dazugehörige Software versprechen kreativen Spielspaß. Gleichzeitig waren die Zweifel groß. Wie viel taugt die Pappe überhaupt? Sind die Bastelarbeiten leicht umzusetzen? Wie gut funktioniert das Zusammenspiel von Bastelarbeit und Software? Ich war mit einem meiner Kids bei Nintendo zu Besuch und habe für euch eine Nintendo Labo Vorschau mitgebracht.

In familiärer Atmosphäre durften wir ein paar der Sets basteln und dank bereitgestellten Bastelarbeiten auch alle anderen ausprobieren. Doch beginnen wir bei der Bastelarbeit. Nintendo Labo bietet nummerierte Bastelbögen, mit denen ihr direkt loslegen könnt. Wir haben bei dem Event zunächst zwei RC-Autos gebastelt. Die passende Anleitung liefert die Software. Schritt für Schritt wird erklärt, welche Teile aus den Bastelvorlagen ausgestanzt werden müssen und wie diese anschließend gefalzt und ineinander gesteckt werden. Gelungene Illustrationen und Videos zeigen, wie es funktioniert. Habt ihr einen Schritt erledigt, könnt ihr per Knopfdruck oder Touchgeste weiterscrollen. Beim Basteln ist auch der Kickstand der Switch ausgesprochen hilfreich, da ihr eure Konsole vor euch auf dem Tisch aufstellen könnt.

Besonders gut hat mir gefallen, dass das ganze Set ohne Kleber gebastelt werden kann. Dies ist super, wenn Kleinkinder im Haus sind. Bastelt ihr trotz Anleitung einmal etwas falsch, ist dies ebenfalls kein Problem. Mit etwas Fingerspitzengefühl lassen sich die Bastelarbeiten wieder auseinandernehmen und Fehler können korrigiert werden. Nötig dürfte dies aber nicht sein. Ich bastel zwar ganz gerne Mal, aber im Normalfall nur schlichte Dinge. Trotzdem fiel es mir sehr leicht, die Nintendo Labo Sets mit meinem Sohn zu bauen. Das RC Auto ist binnen einiger Minuten aufgebaut.

Doch der Bastelspaß muss nun noch nicht zu Ende sein. Ihr könnt die Sets nach Belieben mit Aufklebern individualisieren oder sie sogar mit eigenem Papier oder den Pappresten des Bastelbogens erweitern. Die Bastelbögen selbst bieten ebenfalls einige vorgestanzte Erweiterungen, die optional angebracht werden können. Dazu gehört zum Beispiel eine Schaufel. Der Fantasie sind so keine Grenzen gesetzt. Das zweite Set für das RC Auto haben wir genutzt, um einen kleinen Elefanten zu basteln. Hier erweisen sich Stifte oder Klebeaugen als nützlich. Auch mein Junior (5) konnte problemlos mitbasteln und gestalten. Er hatte viel Freude, die Bastelarbeiten zu verzieren und kindlicher Fantasie sei Dank auch reichlich Ideen. Optionale Ideen können natürlich auch mit Kleber umgesetzt werden. Dies funktionierte erstaunlich gut. Ich hatte meine Zweifel, ob angeklebte Dinge an der Pappe halten – dies war aber überhaupt kein Problem.

Spielen

Damit das RC Auto am Ende auch zum RC Auto wird, wird auf der linken und rechten Seite in die Pappe jeweils ein Joy-Con geschoben. Dies funktioniert erstaunlich gut. Egal ob RC Auto oder ein anderes Toy Con – es sind immer nötige Halterungen für Joy-Con oder den Bildschirm der Switch vorhanden, damit diese sicher untergebracht sind. Um die empfindlichen Joy-Con mussten wir uns keine Sorgen machen, da diese bombenfest sitzen. Auch mehrmaliges rausnehmen hat daran nichts geändert. Sind die kleinen Controller eingeschoben, kann das Fahrzeug über den Bildschirm der Switch gesteuert werden. Das Fahrzeug könnt ihr fahren lassen, was durch die Vibration der Joy-Con geschieht. Besonders interessant ist ein Modus, der das RC Auto automatisch fahren lässt, wenn etwas vor ihm ist. Außerdem können Hobbyspione die Infarotkamera einsetzen. So lassen sich Mama und Papa oder die Geschwisterkinder aus der Entfernung beobachten.

Da es zu lang dauern würde alle Nintendo Labo Sets an einem Nachmittag zu basteln, hat Nintendo Vorarbeit geleistet und für das Event gebastelte Werke zur Verfügung gestellt, mit denen wir die unterschiedlichen Minispiele ausprobieren konnten. Ein Highlight war für meinen Sohn schnell gefunden – das Angelspiel. Mit einer Angel aus Pappe wird aus einem ebenfalls gebasteltem Meer mit etwas Geschick ein Fisch an Land gezogen. Dabei kommt der Bildschirm zum Einsatz, für den die Bastelarbeit eine Halterung vorsieht. Auf dem Bildschirm sind Meer und eure Angelschnur zu sehen. Kurbelt ihr an eurer Pappangel, wird die Angelschnur nach unten gelassen oder eingeholt. Dabei geht es ganz schön tief hinunter. Je weiter ihr eure Angelschnur nach unten lasst, desto anspruchsvoller wird es. In den tiefen Gewässern findet sich sogar ein Hai.

Ein Fisch beißt an, wenn die Angel stillgehalten wird. Schnappt etwas zu, heißt es schnell sein. Die Angel muss dann zunächst nach oben angezogen werden, ehe ihr mit der Kurbel euren Fang einholt. Damit der nicht abhaut, muss gelegentlich innegehalten werden. Habt ihr schließlich euren Fang an Land gezogen, liefert euch das Spiel ein paar Zahlen. Während die Fische oben ein Kinderspiel sind, erweisen sich die Fische unten als schwerer Fang.

Ein weiterer Höhepunkt ist meiner Meinung nach das Klavier, mit dem ihr tatsächlich spielen könnt. Außerdem lassen sich die Modi ändern, sodass statt Musik Tiergeräusche erklingen. Vor Ort gelang es jemandem sogar, eine Melodie aus Star Wars erklingen zu lassen, während wir uns an das deutlich simplere „Alle meine Entchen“ hielten. Gespielt wird das Klavier über die Tasten. Töne werden über den Lautsprecher der Switch wiedergegeben, während die Kamera für die Verarbeitung der Tastenbewegungen zuständig ist.

Die Kamera kommt übrigens bei einigen Sets zum Einsatz, zu denen auch der Roboter gehört, der richtig cool ist. Kleine Klebestreifen signalisieren der Software, welche Bewegungen der Spieler mit seinen Bastelarbeiten macht und setzen diese dann um. Zum Beispiel bewegt euer Roboter dank dieser Erkennung auf dem Bildschirm Arme und Beine. Das System ist so simpel wie genial. Alle Sets funktionierten auf dem Event wie vorgesehen. Egal ob Fahrzeug, Robo-Anzug, Klavier, Angelspaß, Motorrad oder Haus – alles tat, was es sollte. Der Roboter dürfte in vielen Kinderzimmern zum Highlight werden. Auch beim Motorrad und Klavier sehe ich hier reichlich Potenzial. Das Haus hat meinen Junior und auch mich nicht beeindrucken können, obwohl die Idee ganz niedlich ist.

Die Minispiele sind sehr einfach gehalten und kinderfreundlich. Schon kleine Kids, die sonst nicht mit Gaming in Berührung kommen, können sie spielen und ihre Freude damit haben. Obendrein sind die Minispiele sehr kurzweilig, was ich als Mutter sehr wichtig finde. Obwohl es nur einfache Spielereien sind, können damit auch große Leute ihren Spaß haben. Einige der Sets sind eher für Kinder interessant. Dinge wie der Roboteranzug und das Klavier begeistern allerdings auch Erwachsene mit ihren Möglichkeiten und der dahintersteckenden Technik.

Entdecken

Ich habe euch schon ein bisschen über die Bastelarbeit und das Spielen erzählt. Einer der schönsten Aspekte ist allerdings das Entdecken. Die Software von Nintendo Labo bietet nicht nur Minispiele, sondern auch die Möglichkeit eigene Befehle zu erstellen. Dafür braucht ihr keine Programmierkenntnisse. Ihr müsst einfach Eingaben mit Ausgaben verbinden, wobei die Software eine große Hilfe ist. Mögliche Eingaben sind zum Beispiel das Betätigen eines Knopfes oder aber ein geschüttelter Joy-Con. Als Beispiel wurde eine Explosion gezeigt, die bei zehnmaligem Schütteln des Joy-Con erfolgt. Dank diesen kinderleichten Programmiermöglichkeiten könnt ihr eigene Sets erstellen oder vorhandene miteinander kombinieren. So lässt sich zum Beispiel das RC Auto mit der Angel steuern und das Motorrad macht Musik.

Entscheidend ist dabei, dass ihr nicht auf die Inhalte der Nintendo Labo Sets limitiert seid. Ihr könnt selbst kreativ werden und mit eigener Pappe oder ganz anderen Dingen basteln. Im Video wurde zum Beispiel eine Gitarre gezeigt, die aus einem Besen gebastelt wurde. Kinder können so spielend an simple Programmierungen herangeführt werden. Selten hat minimalistische Programmierarbeit so viel Spaß gemacht. Nintendo Labo unterstützt die Kreativität und hilft dabei, eigene Ideen spielend umzusetzen.

Bastelanspruch und Haltbarkeit

Was die Möglichkeiten von Nintendo Labo betrifft, bin ich vollauf begeistert. Doch wie sieht es mit Bastelanspruch und Haltbarkeit aus? Als Mutter waren mir diese Dinge besonders wichtig. Der Anspruch variiert je nach Set. Das RC Auto ist in einer Viertelstunde locker gebaut – selbst für Laien. Ein Set wie das Klavier oder der Roboter-Anzug erfordern deutlich mehr Zeit. Für ein großes Set könnt ihr mit einer Stunde oder sogar mehr rechnen. Dies liegt am deutlich höheren Aufwand. Die Angel besteht zum Beispiel aus sechs Bastelbögen. Dank der gelungenen Anleitung und einer Zurückspulmöglichkeit können auch Laien und Bastelmuffel zum Ziel kommen. Ihr müsst kein Gestaltungskünstler sein, um die Sets zu basteln. Ein bisschen Geschick sollte dennoch vorhanden sein. Die größeren Sets sind nichts für zwei linke Hände. Auch Kids werden hier gegebenenfalls Unterstützung benötigen.

Positiv überrascht hat mich die Qualität der Produkte. Im Vorfeld war ich skeptisch, ob und wie stabil die Pappe sein wird. Die Pappe ist angenehm dünn, wodurch die Verarbeitung einfach von der Hand geht. Trotzdem ist sie stabil genug, um auch Kinderhänden standzuhalten. Berührungsängste müsst ihr nicht haben. Geht doch einmal etwas kaputt – was beim Event nicht der Fall war – könnt ihr mit eigener Pappe natürlich auch nachbessern.

Da die Bastelbögen alle vorgefalzt sind, ist die Verarbeitung kinderleicht und es besteht keine Gefahr, Fehler zu begehen. Mein 5-jähriger Sohn kam überraschend gut mit den Bastelbögen klar. Auch bei der Angel hat er sich super geschlagen und die Abläufe erkennen können. Die Bastelbögen von Nintendo funktionieren ohne Schere und Kleber. Wenn es um eigene Erweiterungen geht, können natürlich auch solche Utensilien zum Einsatz kommen. Wichtig ist es nur, Joy-Con und Bildschirm bei Verwendung sicher unterzubringen, damit nichts einem Unfall zum Opfer fällt.

Mein Fazit zum Nintendo Labo Workshop:

Der Nachmittag bei Nintendo hat mir und meinem Sohn richtig viel Spaß gemacht. Dank der Möglichkeit Nintendo Labo selbst zu probieren, sind nun auch die letzten Zweifel verflogen. Das Material ist hochwertig, stabil und überzeugt durch Qualität. Die mitgelieferte Software bietet unterhaltsame Minispiele für die ganze Familie und die Möglichkeit eigene Toy-Cons zu erschaffen. Kinder werden so spielend an die Grundlage der Programmierung herangeführt und kreativ gefördert. Aus Spielersicht bin ich begeistert – aus Muttersicht bin ich überwältigt. Konsole muss nicht stumpfes auf dem Bildschirm schauen heißen. Nintendo Labo lässt euch stundenlang basteln, bietet für Kinder gut geeignete und kurzweilige Minispiele und die Möglichkeit der Programmierung.

Gerade die Bastelarbeit und die Programmierung haben mich überzeugt. Technik ist heute in unserem Alltag verbreiteter denn je. Ich bin noch immer großer Fan von Büchern und bin dankbar, dass meine Kinder diese Leidenschaft übernommen haben und Besuche in Museen lieben. Gleichzeitig ist es mir allerdings wichtig, dass die Kinder mit Technik umgehen können. Nintendo Labo bietet hierfür ein überzeugendes Konzept. Ich finde den Mix aus Bastelei, Spiel und Programmierung gelungen und freue mich schon jetzt auf den Launch des Produkts. Dann nämlich kann ich Labo endlich mit all meinen Kindern genießen. Genug Ideen schweben uns schon jetzt im Kopf umher. Die Tochter plant bereits ihr Einhorn, während mein Mittlerer ganz heiß auf einen Monster Truck ist. Familien können mit Labo wunderbar gemeinsam Spaß haben.

Nintendo Labo ist das ungewöhnlichste „Spiel“, welches ich in den letzten Jahren erleben durfte und beweist einmal mehr, dass Nintendo nicht bereit ist, einfach mit dem Strom zu schwimmen. Stattdessen geht das Unternehmen unbeirrt eigene Wege und überrascht immer wieder mit Innovation. Labo – davon bin ich überzeugt – wird nicht nur bei mir einen Nerv treffen. So einfach es auch ist, so genial ist es. Nicht nur Kids werden mit Labo ihre Freude haben. Es ist faszinierend, wie viel ein bisschen Pappe, Leuchtstreifen, eine Infrarotkamera und einfache Utensilien wie Schnüre bewegen können. Labo ist meiner Meinung nach ein noch innovativeres und cooleres Konzept als seinerzeit Wii Sports.

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