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The Witch and the Hundred Knight 2

The Witch and the Hundred Knight 2 Review

Entwickler:         Nippon Ichi Software
Publisher:          NIS America
Genre:              Action, Hack ’n Slay
Plattformen:        PlayStation 4
Preis:              ca. 49,99 Euro 
Offizielle Website: http://nisamerica.com/games/the-witch-and-the-hundred-knight-2/

Wer isst, sündigt nicht

Diablo, Torchlight, Path of Exile, Grim Dawn, Victor Vran … wer Hack ’n Slay schätzt, findet einige interessante Titel auf dem Markt. The Witch and the Hundred Knight 2 bietet eine japanische Alternative, die ich mir genauer angeschaut habe. Kann das Gemetzel überzeugen oder gar aus seiner Nische heraus? Diese und andere Fragen kläre ich in meinem The Witch and the Hundred Knight 2 Review.

Beginnen wir mit der „2“ im Namen des Spiels. Die könnt ihr getrost ignorieren. Auch ohne Vorkenntnisse findet ihr problemlos rein. Die Handlung des Games führt euch nach Kevala. Die dort lebenden Menschen werden von einer Hexenkrankheit geplagt und leben in stetiger Angst. Unter diesen Menschen befinden sich auch die beiden Waisen Amalie und Milm, die Geschwister sind. Die Mädchen haben ihre Eltern an eine Hexe verloren. Als dann auch noch die kleine Schwester Milm spurlos verschwindet, gerät die Welt von Amalie komplett aus den Fugen. Alle Hoffnung scheint geschwunden, bis Milm doch noch gefunden wird. Völlig verdreckt kehrt das Mädchen zurück – befallen vom Hexensyndrom.

Das Hexensyndrom befällt Mädchen, ehe sie das zehnte Lebensjahr erreichen und es ist höchst gefährlich. Befallene sind an einem Auge auf der Stirn erkennbar. Öffnet sich dieses Auge, ist die Hexe erwacht. Der Mensch, der zuvor in der Hülle steckte verliert all seine Sinne und bringt Unheil und Verderben. Unglücklicherweise gibt es noch immer keine Behandlung für das Hexensyndrom, auch wenn die Organisation Weisse Ritter unermüdlich daran arbeitet. Amalie beschließt sich der medizinischen Organisation anzuschließen und Milm zu retten.

Die Story klingt auf dem Papier gar nicht so schlecht, macht ihre Sache aber nur mäßig gut. Die Charaktere könnten mehr Tiefgang vertragen und werden zu schnell stiefmütterlich behandelt. Das macht die teilweise langen Dialoge manchmal mühsam. Dazu kommt, dass das Spiel nicht lokalisiert ist. Ihr müsst also mit der englischen Lokalisation vorliebnehmen, die weitestgehend überzeugen kann. Der Hundred Knight hat allerdings einiges an Potenzial zu nerven.

Der Hundred Knight ist es auch, den ihr im Spiel steuert. Das kleine unscheinbar wirkende Wesen trägt für euch Kämpfe aus und kann sich nur einer einfachen Sprache bedienen. Im Kampf stehen ihm die fünf Wafffentypen Hammer, Stab, Lanze, Speer und Schwert zur Verfügung. Jede Waffenart hat ihre Vor- und Nachteile. So überzeugt das Schwert zum Beispiel mit Tempo und seiner Vielseitigkeit. Der Hammer hat zwar deutlich weniger Reichweite und ist langsam, teilt dafür aber reichlich kritische Treffer aus.

Glücklicherweise kann unser Hundred Knight fünf Waffen ausrüsten, von denen ihr auch regen Gebrauch machen solltet. Kombos zahlen sich für euch nämlich aus – quasi wortwörtlich. Ihr könntet euch auch einfach wild auf irgendwelche Knöpfe am Controller hauend durch das Spiel metzeln. In dem Fall fällt die Beute aber nicht besonders gut aus. Je besser eure Kombos sind, desto höher ist die Chance auf guten Loot und den wollen wir schließlich alle, oder?

Praktischerweise erlernt ihr im Spielverlauf Unmengen an Fähigkeiten, die ihr mit der Zeit auch verstärken könnt. Außerdem steht euch das sogenannte „Third Eye“ – also ein drittes Auge – zur Verfügung. Bevor ihr diese mächtige Kraft einsetzen könnt, muss sich allerdings unten im Bildschirm ein Kreis füllen. Geschickt eingesetzt, könnt ihr mit der Spezialpower mehrere Feinde gleichzeitig ausmerzen.

Effektive Kampfstrategien werden euch das Leben deutlich einfacher machen. Der Hundred Knight muss nämlich auf seine Gigakalorien achten. Zu Beginn eines Spielabschnitts habt ihr davon noch 99. Mit der Zeit fällt die Anzeige allerdings und der Hundred Knight verfällt in einen schwachen Status, wenn die Gigakalorien auf Null fallen. Daher solltet ihr fleißig futtern, mehr futtern und futtern. Wer isst, sündigt in The Witch and the Hundred Knight 2 nicht. Dank dem neuen Depletura-System könnt ihr zum Glück ein zu schnelles Abfallen verhindern. Wenn ihr fünf normale Angriffe schafft, könnt ihr eine Kombo ausführen. Tötet ihr so einen Gegner, löst ihr das Depletura aus und erhaltet einige Adrenalinpunkte. Je besser ihr mit dem Depletura-System umgehen könnt, desto entspannter lässt es sich spielen. Dadurch erhaltet ihr auch wertvolle Zeit, um die Spielabschnitte zu erkunden.

Essen ist übrigens ein gutes Stichwort. Der Hundred Knight verfügt über einen geräumigen Magen. In den sogenannten „Stomach Stock“ könnt ihr nur eine begrenzte Zahl an Gegenständen packen. Zum Glück erweitert sich die Größe relativ zügig. Das Spiel steht in der Hinsicht westlichen Produkten wie Diablo in Nichts nach. Wenn euch die erbeuteten Gegenstände im Magen wichtig sind, solltet ihr tunlichst vermeiden, eure HP auf Null sinken zu lassen. In dem Fall ist nämlich ein Teil davon weg. Gegenstände sind im Atelier wesentlich besser aufgehoben. Dort könnt ihr sie verstärken und euch am Catalyst Krafting versuchen. So verpasst ihr eurer Ausrüstung neue Fähigkeiten wie mehr Angriffskraft oder eine stärkere Verteidigung.

The Witch and the Hundred Knight 2 macht mit seinen Mechaniken gar keine schlechte Figur. Trotzdem wird das Spiel nicht aus seiner Nische ausbrechen können. Dafür ist es einerseits aufgrund der fehlenden Lokalisation für viele wohl nur schwer zugänglich und andererseits nicht konstant genug. Einige Mechaniken machen ihre Sache wirklich gut, während andere einfach nur nerven. Da wären zum Beispiel die Entscheidungen, die kaum Auswirkungen auf das Spiel haben oder die Sache mit dem Magen.

Dass das Spiel nicht aus seiner Nische ausbrechen kann, ist zudem in großen Teilen der Präsentation geschuldet. Fans japanischer Titel haben mit der vermutlich kein Problem. Zumindest kein großes. Wer von westlichen AAA-Titeln verwöhnt ist, erwartet da aber wohl etwas mehr. Die Animationen sind simpel, die Inszenierung der Story sehr schlicht und das Design der Spielwelt könnte auch moderner und abwechslungsreicher ausfallen. Von NIS haben wir zwar schon mehr altbackene Sachen gesehen, mit Ruhm bekleckert sich The Witch and the Hundred Knight 2 aber eben auch nicht. Es bleibt also wieder eines dieser Spiele, die man entweder mag oder eben nicht. Dazwischen ist wenig bis kein Platz in diesem Fall. Die Story ist trotz ihres Humors nicht gut genug, um allein zu überzeugen. Selbiges gilt für das Gameplay. Dieses kann Fans von japanischer Hack ’n Slay-Kost überzeugen, aber nicht den Massenmarkt. Spielen wie Torchlight gelingt dieses Kunststück deutlich besser.

The Witch and the Hundred Knight 2 Screenshot 01

Mein Fazit:

The Witch and the Hundred Knight 2 ist ein gutes Hack ’n Slay, spricht aber nur Fans japanischer Nischenspiele an. Die Präsentation ist nicht schlecht, aber eben auch ein Stück weit von modern entfernt. Eben ein typisches japanisches Nischenspiel. Wer so etwas mag, darf sich auf ein überzeugendes Gameplay, teilweise sehr düsteren Humor und viel Loot freuen. Vorausgesetzt, ihr könnt auf eine Lokalisation verzichten. Ihr müsst mit englischen Texten und englischer Vertonung vorliebnehmen. Japanisch steht ebenfalls zur Verfügung. Der Grind und die Jagd nach neuer Ausrüstung machen trotz einiger Macken Spaß. Dank dem Kombosystem und diversen Mechaniken erhält das Spiel eine taktische Note, die mir sehr gut gefallen hat. NISA Fans kommen hier wie gewohnt auf ihre Kosten.

 

Bildquelle: Nippon Ichi Software

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