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Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings

Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings Review

Entwickler:         GUST
Publisher:          Koei Tecmo
Genre:              JRPG
Plattformen:        Nintendo Switch, PC, PlayStation 4
Preis:              ca. 59,99 Euro 
Offizielle Website: http://www.koeitecmoamerica.com/lydieandsuelle/

Detailarbeit

Mit Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings findet die dreiteilige Mysterious-Reihe ihr Ende. Das Spiel folgt auf Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book und Atelier Firis: The Alchemist of the Mysterious Journey. Die beiden ersten Mysterious-Spiele wurden vor allem für Mut und Innovationen gelobt. Ob dies auch dem dritten und letzten Spiel gelingt, erfahrt ihr in meinem Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings Review.

In Japan ist der neueste Atelier-Ableger im Dezember 2017 erschienen. Jenes Jahr, in dem die Reihe ihr 20-jähriges Jubiläum feiern durfte. Entsprechend hoch waren die Erwartungen der Fans. Hat sich Gust für das Jubiläum etwas Besonderes einfallen lassen? Leider kann diese Frage mit einem Nein beantwortet werden. Das Abenteuer der Zwillingsschwestern Lydie und Suelle wandelt vor allem auf vertrauten Pfaden. Das Motto des Spiels könnte daher „Mehr von bekannten und bewährten Zutaten“ heißen. Während die beiden Vorgänger einige angestaubte Mechaniken über Bord warfen und einige frische Mechaniken einbrachten, fehlt dem neuen Teil eine eigene Unterschrift.

Schlecht ist das allerdings nicht. Im Laufe der Jahre habe ich in Videospielen Armeen befehligt, ganze Metropolen aus dem Boden gestampft und verwaltet, Welten gerettet und Galaxien bereist. Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings erinnert viel mehr an Slice of Life. Lydie und Suelle sind weit davon weg, ein schillerndes und prunkvolles Leben zu führen. Sie schlagen sich Tag für Tag mehr schlecht als recht durch, haben größte Mühe überhaupt ihre Mägen zu füllen und haben mit ihrem nicht gerade populärem Atelier alle Hände voll zu tun. Die beiden sind grausig schlechte Alchemisten und schlagen sich zu allem Überfluss auch noch mit einem Vater herum, bei dem jedem Jugendamt dieser Welt die Nackenhaare zu Berge stehen würden.

Atelier Lydie & Suelle Screenshot 03

Hoch gesteckte Ziele

So chaotisch das Leben von Lydie und Suelle auch sein mag – ihre Träume sind groß. Die beiden Mädchen möchten eines Tages das beste Atelier im ganzen Land führen und arbeiten dafür hart. Sie sind ständig auf der Suche nach möglichst lukrativen Aufträgen und sammeln reichlich Material, um neue Gegenstände herzustellen. Praktischerweise ist dies sogar im Kampf möglich. Die Kämpfe bieten nun außerdem eine Front und Nachhut, was zumindest etwas frischen Wind ins Spiel bringt. Von diesen kleinen Änderungen abgesehen, bietet das Kampfsystem typische JRPG-Kost. Es ist rundenbasiert, zweckmäßig und natürlich mit zahlreichen Skills versehen, die die Kämpfe vereinfachen. Möglichkeiten wie das Zurückwerfen bringen etwas Taktik ins Spiel. Trashmobs sind trotzdem ohne große Anstrengung machbar, weshalb ihr euch nach kurzer Spielzeit automatisch durch die Gefechte klickt.

Wenn ihr gerade nicht kämpft, könnt ihr mit etlichen Charakteren reden und diese mit der Zeit auch als Freunde gewinnen. Dabei trefft ihr auch auf einige bekannte Gesichter, die bereits in vorherigen Mysterious-Teilen aufgetreten sind. So könnt ihr zum Beispiel mit Sophie und Firis spielen. Die Zahl spielbarer Charaktere ist allerdings mit gerade einmal sechs Stück überschaubar. Per DLC kommen künftig noch zwei dazu – Ilmeria und Lucia. Plachta und andere beliebte Figuren sind leider nicht spielbar.

Eine eurer wichtigsten Aufgaben im Spiel ist das Sammeln von Materialien. Erze, Pflanzen und Co. verarbeitet ihr mittels Rezepten zu Gegenständen. Glücklicherweise habt ihr ein Rezeptbuch zur Hand, welches euch dabei hilft. Im Verlauf der Story lernt ihr einige wichtige Rezepte. Andere müsst ihr selbst herausfinden, indem ihr experimentiert. Je mehr ihr herstellt, desto besser werdet ihr. Mit der Zeit steigt ihr so auf, wovon wiederum euer Atelier profitiert. Während ihr zunächst kaum einen Auftrag erfüllen könnt, sieht die Welt nach einigen Spielstunden schon deutlich rosiger aus. Besonders lukrativ sind die Materialien, die ihr in den geheimnisvollen Welten findet, die sich hinter mysteriösen Gemälden verbergen. Daher rührt auch der Name des Spiels. Die Welten hinter den Bildern fallen optisch sofort ins Auge und haben oft ein bestimmtes Thema als Gestaltungsgrundlage. Die Gemäldewelten gehören zu den Neuerungen im Spiel.

Die Änderungen sind allerdings sonst vor allem im Detail zu finden und nicht so prägend, wie die in den anderen Spielen der Mysterious-Trilogie. Von diesen profitiert nun natürlich auch Atelier Lydie & Suelle. So könnt ihr zum Beispiel wieder ganz ohne Zeitdruck spielen und die Story erkunden. Während euch in älteren Atelier-Spielen stets die Zeit im Nacken saß, spielt diese inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle. Dank solchen Anpassungen ist die Reihe für Neueinsteiger interessant geworden. Die Atelier Mysterious Spiele sind leicht zugänglich und ohne Vorwissen gut spielbar. Die offene Spielwelt aus Firis ist allerdings wieder Geschichte. Stattdessen erkundet ihr mit den Zwillingen kleinere Bereiche. Diese fallen größer als die in Atelier Sophie aus.

Obwohl ich mir für das aktuelle Spiel zum Jubiläum etwas mehr erhofft hätte, bin ich mit Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings zufrieden. Ich mag die doch recht bodenständige Atelier-Reihe, die beiden chaotischen und sympathischen Zwillinge und das entspannte Gameplay. Lediglich aus technischer Sicht hätte ich einige Änderungen begrüßt. Wie so viele Spiele japanischer Entwickler kann der Titel in dem Bereich nicht glänzen. Die Reihe hat ihre Fans und verkauft sich nach wie vor – dennoch trampelt sie so auch ein Stück weit auf der Stelle. Die Spieler, die die vorherigen Ableger nicht hinterm Ofen hervorlocken konnten, die werden auch dieses Mal gelangweilt mit den Schultern zucken.

Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings ist nichtsdestotrotz ein gutes JRPG. Das Kampfsystem macht Spaß, die Charaktere überzeugen, der Soundtrack ist eingängig und das Crafting ist sehr tiefgründig. Selbst die Story hat mich positiv überrascht. Mal ist diese voller Humor, andere Male schlägt die Story deutlich düsterere Töne an. Trotz kleiner Längen, eine gelungene Geschichte, die bei der Stange hält. Überzeugen kann auch die japanische Vertonung – zu der es keine Alternative gibt. Die Sprecher sind gut gewählt und passen zu den Charakteren. Eine deutsche Lokalisierung gibt es nicht. Auch nicht in Form von Untertiteln. Hier müsst ihr mit Englisch vorliebnehmen.

Am enttäuschenden finde ich die DLC-Politik des Spiels. Der Season Pass schlägt mit 79,99 Euro zu Buche und kostet damit mehr als das Spiel selbst. Wie so viele japanische Spiele ist auch dieses hier mit allen Inhalten ein teures Vergnügen. Zu teuer für meinen Geschmack und Geldbeutel. Ich werde also Mal wieder passen und es bei dem Hauptspiel belassen.

Atelier Lydie & Suelle Screenshot 04

Mein Fazit:

Während die beiden ersten Teile der Atelier Mysterious-Reihe vor allem auf große und prägnante Änderungen gesetzt haben, leistet Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings viel Detailarbeit. So wurden zum Beispiel das Kampfsystem und das Synthesis-System noch einmal überarbeitet und verfeinert. Außerdem übernimmt der Titel diverse neue Mechaniken der Vorgänger. Zeitdruck gibt es auch in Atelier Lydie & Suelle nicht. Dafür wurde das Konzept der offenen Welt wieder über Bord geworfen.

Obwohl nach oben Luft bleibt, macht Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings viel Spaß. Wenn ihr die Reihe gern spielt, wird euch auch das Abenteuer von Lydie und Suelle gefallen. Die beiden Mädchen sind sehr sympathisch und liebenswerte Charaktere. Auch der Rest vom Spiel überzeugt. Ein Highlight ist der Soundtrack, der die Atmosphäre des Spiels aufwertet. Auch das Gameplay macht trotz seiner Schlichtheit Spaß. Die Story ist meiner Meinung nach die Beste der Mysterious-Reihe. Atelier Lydie & Suelle: The Alchemists and the Mysterious Paintings ist ein entspanntes JRPG und dadurch auch für Genreneulinge interessant. Der Vollständigkeit halber wäre es nun noch schön, wenn GUST die anderen Mysterious-Teile auf die Nintendo Switch bringt. Zumal die Reihe als Ganzes für JRPG-Fans lohnenswert ist.

Bildquelle: GUST

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