State of Mind Nolan

State of Mind Vorschau

Ein Blick in die Zukunft

Wir leben in aufregenden Zeiten. KIs, Sprachsteuerung, Roboter die im Haushalt helfen … in unserem Alltag zieht immer mehr Technik ein, wenn wir es möchten. Licht und Musik kann ich inzwischen per Sprachbefehl einschalten, umschalten und deaktivieren. VR und Mixed-Reality lassen so manchen von einer Verwirklichung des aus Star Trek bekannten Holodecks träumen. Startups sammeln Geld, um künftig Fleisch aus dem Drucker servieren zu können. Werden wir eines Tages tatsächlich Replikatoren bedienen, um an unser Mittagessen zu kommen? So aufregend all diese technologischen Errungenschaften der Menschheit auch sind, so nachdenklich stimmen sie. Wie sieht unsere Zukunft aus? Verschwindet die Grenze zwischen Realität und virtueller Welt noch mehr? Wissenschaftler konnten hier schon in den letzten Jahren Veränderungen bemerken. Wohin wird uns dieser digitale Wandel führen?

Das Spiel State of Mind greift diese Thematik auf und stellt wichtige Fragen. Was passiert, wenn Geist und Maschine eins werden? Was bleibt von der Menschlichkeit noch übrig? Das Spiel schickt euch dafür in eine nicht allzu ferne Zukunft. Wir schreiben das Jahr 2048 und befinden uns im virtuellen Berlin. Ressourcenknappheit, Krieg, Kriminalität, die Ersetzung des Menschen durch Maschinen, Vernetzung und Überwachung zeichnen eine düstere Zukunft.

Es fällt nicht schwer, diese Zukunft nachvollziehen zu können, da wir ihr zumindest teilweise gar nicht mehr so fern zu sein scheinen. Schon heute mähen in vielen Gärten Roboter den Rasen und saugen in Häusern Staub. Digitalisierung wird derzeit genauso diskutiert, wie die zunehmende Überwachung. Wollen wir Totalüberwachung und (vermeintliche) Sicherheit oder wollen wir Freiheit? Wer finanziert künftig Miete, Lebensmittel und Unterhaltung, wenn immer mehr Jobs von Maschinen erledigt werden können? Welche Jobs sind in einigen Jahren noch gefragt? In dieser Hinsicht haben die Entwickler von State of Mind viel Fingerspitzengefühl gezeigt. Einerseits wirkt das Szenario des Spiels, als läge dergleichen noch in weiter Ferne, andererseits scheinen wir schon auf der Türschwelle dorthin zu stehen. Die Fiktion wirkt glaubhaft, was das Spiel umso interessanter macht.

State of Mind Screenshot 02

Daedalic setzt zudem auf einen sehr düsteren Look. State of Mind ist ein Thriller und macht dies schon in den ersten Spielstunden verständlich. Niedliche Schnabeltiere tauchen hier nur als Easter Egg auf. Protagonist Nolan lässt nicht vermuten, dass von Daedalic auch Charaktere wie der chaotische Rufus kommen. Nolan ist ein Journalist, der den Fortschritt kritisch betrachtet und dies auch offen tut. Das Spiel startet zunächst als Familiendrama. Ein Unfall lässt Nolan im Krankenhaus aufwachen. Kaum kehrt er nach Hause zurück, entdeckt er das Verschwinden seiner Familie. Wo sind seine Frau und sein Sohn? Die kleine Familie steht plötzlich im Zentrum eines gefährlichen Sturms. Dystopische Realität oder digitales Utopia? Die beiden Lösungsansätze sind die Grundlage für gefährliche Auseinandersetzungen.

Ich durfte mir bereits die ersten Stunden des Spiels ansehen und bin begeistert. Nicht nur begeistert, ich möchte mehr! Mit State of Mind wandelt Daedalic weiter auf dem Pfad der modernen Adventures. Das Spiel erinnert mehr an die Spiele von Quantic Dream als an ältere Adventures von Daedalic. Ich persönlich bin ein großer Fan dieser Entwicklung. Spiele dieser Art erinnern mich ein wenig an die japanischen Visual Novels – von denen ich ebenfalls ein Fan bin. Der Fokus liegt hier auf der Story und weniger auf dem Gameplay. Das Gameplay ist nicht da, um den Spieler zu fordern, sondern ein Mittel zum Zweck. Dadurch kann der Spieler sich völlig auf das Erlebnis der Geschichte fokussieren, da das Risiko an einer Stelle zu scheitern gering gehalten wird.

Der wohl größte Unterschied zu Quantic Dream Spielen wie Heavy Rain und Detroit: Become Human ist die Grafik. Daedalic ist kein großes Entwicklerstudio, mit Unternehmen wie Sony im Rücken. Dementsprechend müssen einige kleinere Brötchen gebacken werden. Dem Spiel schadet dies aber in keiner Weise. Statt einer relativ realistischen und aufpolierten Grafik, setzt State of Mind auf einen überzeugenden Low-Poly-Look, der gut mit der Thematik harmoniert. Die Pixel mögen hier ein wenig gröber sein – doch die Darstellung einer düsteren Zukunft gelingt trotzdem hervorragend. Ein zentrales Thema des Spiels ist Fragmentierung, welches die Grafik passenderweise aufgreift. Dazu kommt ein Soundtrack, der die Stimmung gut einfängt und diese verstärkt. State of Mind setzt bei der Erzählung vor allem auf kraftvolle Dialoge und verzichtet auf viel krachende Action.

Die ersten Spielstunden von State of Mind zeigen ein beeindruckendes Zusammenspiel aus Story, Grafik und Sound. Wenn das restliche Spiel diese Qualität aufrechterhält, werden wir in den kommenden Wochen noch sehr viel von ihm hören. Am 15. August 2018 erscheint der Titel für Nintendo Switch, PC, PlayStation 4 und Xbox One. Wenn ihr auf der Suche nach einem packenden Thriller mit einer interessanten Zukunftsvision seid, solltet ihr euch diesen Tag vormerken. State of Mind hat Hitpotenzial.

Bildquelle: Daedalic

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