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No Man’s Sky NEXT

No Man’s Sky Review

Entwickler:         Hello Games
Publisher:          505 Games 
Genre:              Erkundung, Survival
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 54,99 Euro
Offizielle Website: https://www.nomanssky.com/

Die Faszination des Weltalls

Schon als junges Mädchen faszinierte mich der Blick in den Himmel. In sternklaren Nächten schienen die winzigen leuchtenden Punkte über mir beinahe greifbar und doch unerreichbar. Viele Abende saß ich bei geöffnetem Fenster in der Fensterbank und blickte stumm in den Himmel über mir, der unendlich erschien. Ob das Weltall tatsächlich unendlich ist, ist bis heute ein umstrittenes Thema. Wir wissen inzwischen vieles über ihn und doch scheint er ein einziges großes Rätsel zu sein. Was mag es dort draußen wohl geben, von dem wir überhaupt nichts wissen? Gibt es irgendwo sogar Lebensformen, von deren Existenz wir bis heute keine Kenntnis haben? Der Blick in den Himmel ist nicht nur wunderschön, er beflügelt auch die Fantasie.

Diese Faszination ist es, die mich schon vor Jahren zu No Man’s Sky zog. Tatsächlich bin ich ein Fan des Spiels und hatte schon mit der Releaseversion Dutzende Stunden Spaß. Irgendwann erreichte dann allerdings mein jüngstes Kind ein Alter, mit dem meine Freizeit stark in den Hintergrund getreten ist und No Man’s Sky schlich sich aus meinem Leben. Mit dem kürzlich erschienenen NEXT Update entdeckte ich mein Interesse an dem Spiel wieder. Bereitwillig bin ich zu einem brandneuen Abenteuer aufgebrochen. Ein neues Abenteuer auf einer neuen Plattform. Dieses Mal bin ich auf der Xbox One X in mein Raumschiff gestiegen.

Schnell fiel dabei auf, wie viel sich in den letzten Jahren getan hat. Da ist zunächst einmal der Multiplayer. Dieses Mal bin ich nämlich nicht allein aufgebrochen. Mein Partner hat mich begleitet. Bei Spielstart werde ich gefragt, ob ich einen Spieler beitreten möchte oder ein Spiel erstellen mag. Binnen kürzester Zeit kann ich mit anderen Spielern zusammenspielen. Im Multiplayer könnt ihr mit anderen Reisenden zusammenarbeiten – oder ihr lasst es. Jeder hat sein Inventar, sein Raumschiff und seine Freiheit. Ihr möchtet einen Sprung in den Hyperraum machen? Kein Problem.

Ihr könnt euer Ding machen. Dennoch lohnt sich das Zusammenspiel. Ich habe die ersten Spielstunden genutzt und mit meinem Mann gemeinsam das Inventar vom Exo-Anzug erweitert. Mit etwas Absprache und Organisation lässt sich so viel Zeit sparen. Während einer im Tiefflug Abwurfkapseln sucht, kann der andere bereits die dafür nötigen Materialien herstellen. Nach der Reparatur kann nämlich jeder Spieler ein Upgrade holen. Auch beim Basisbau könnt ihr euch zusammentun. So sehr ich No Man’s Sky allein genossen habe und noch immer genieße – der Multiplayer macht mit den richtigen Mitspielern Spaß, ohne diese aneinander zu ketten.

Der Multiplayer ist allerdings nicht die einzige Neuerung, die im Verlauf der letzten Jahre das Spiel zum Besseren gewandelt hat. Das Spiel wirkt inzwischen deutlich interessanter und abwechslungsreicher. Die Fauna macht einen runderen Eindruck als noch zum ursprünglichen Launch vor zwei Jahren. Die Lebewesen wirken harmonischer, wenngleich ihr immer noch höchst merkwürdigen Kreaturen über den Weg laufen werdet. Das mag aber auch zur Faszination des Entdeckens gehören. Das Erspähen neuer Lebensformen in all ihrer Vielfalt. Wenngleich es hier einige Grundformen gibt, die euch immer wieder begegnen werden, gibt es viel zu sehen.

No Man's Sky

Faszination Fotomodus

Das Spiel wirkt optisch sehr stimmungsvoll und ansprechend. Vor allem auf der Xbox One X. Dort sieht das Spiel noch einmal ein ganzes Stück besser aus als auf der einfachen Xbox One. Auch die Performance ist dort spürbar besser, wobei ihr zwischen zwei Modi wechseln könnt. Der optische Modus zaubert 4K auf euren Bildschirm, mit all seiner Fülle an Details, allerdings mit nur 30 Bildern pro Sekunde (fps). Der Leistungsmodus reduziert die Auflösung auf 1440p, kann die Bildrate allerdings verdoppeln. Auf der Xbox One (S) hingegen werdet ihr den Titel nicht in Full HD erleben können. Das Bild wirkt dort deutlich ausgewaschener und die Performance lässt manche Male zu wünschen übrig. Gerade wenn viele Effekte zum Einsatz kommen oder große Strukturen, wie Basen, vorhanden sind, gerät die fünf Jahre alte Konsole an ihre Grenzen.

Einer meiner Höhepunkte ist der Fotomodus, mit dem sich die vielen schönen Eindrücke festhalten und bearbeiten lassen. Ihr könnt dank Fotomodus das Spiel einfrieren, die Kamera verändern, das Userinterfrace ausblenden, Filter auswählen und einige Einstellungen vornehmen. Filter wie Bernstein, Retro und Lebendig ermöglichen fantastische Bilder, von denen ich inzwischen Hunderte angefertigt habe. Mit jedem neuen System, welches ihr bereist, warten neue optische Höhepunkte auf euch. Eine interessante Kreatur hier, ein auffälliger Planet dort und eine spannende Struktur da. Allein mit dem Fotomodus habe ich inzwischen Stunden verbracht.

Ein ebenfalls sehr zeitraubendes Feature ist der Bau einer eigenen Basis. Habt ihr einen ansprechenden Planeten gefunden, könnt ihr euch dort niederlassen und eine Basis errichten. Dabei könnt ihr in wirklich großen Dimensionen arbeiten. Vorausgesetzt ihr habt Bock darauf, die nötigen Ressourcen zu beschaffen. Ressourcen werdet ihr im Spielverlauf eh in rauen Mengen sammeln, weshalb ihr dabei rasch Routine bekommen werdet. Im Multiplayer geht der Basisbau zudem deutlich schneller. Mehr Hände können schließlich auch mehr leisten.

Wenn ihr lieber durch die Weiten des Universums reist und dieses erkundet, könnt ihr euch eine Flotte an Raumschiffen zulegen – inklusive eines Frachters. Vorausgesetzt, ihr habt die nötigen Ressourcen und Units. Raumschiffe lassen sich gegen Units erwerben, oder in beschädigter Form finden und reparieren. Hier und dort könnt ihr zudem Quests annehmen und erledigen. Die sind allerdings wenig abwechslungsreich.

Abwechslung lässt das Spiel generell hier und dort vermissen. So gleicht eine Raumstation der anderen und ein Handelsposten dem nächsten. Auch wirkt es ein wenig merkwürdig, dass NPCs ziemlich regungslos an einem Ort stehen oder sitzen. Die Tierwelt wirkt hier deutlich lebendiger und realistischer. So groß die Spielwelt von No Man’s Sky auch ist – der Abwechslung sind Grenzen gesetzt, was sich mit der Zeit bemerkbar macht.

Nichtsdestotrotz hat mich No Man’s Sky sofort wieder in seinen Bann gezogen und wird mich dort wohl auch noch eine ganze Weile gefangen halten. Der virtuelle Weltraum ist faszinierend und schon ein Blick um die nächste Ecke könnte eine fantastische Entdeckung bereithalten. Auch habe ich inzwischen viele sehr entspannte Abende mit meinem Mann und No Man’s Sky genossen. Ein ideales Spiel, um nach einem anstrengenden Tag entspannt zu zocken.

No Man’s Sky mag in Sachen Gameplay und Details nicht das anspruchsvollste und tiefgründigste Spiel sein, doch es bietet genug Möglichkeiten, um Dutzende oder Hunderte Stunden damit zu verbringen. Ein wenig verhält es sich hier wie bei Minecraft. Manch einer sieht dort nur einen Haufen Klötze aus groben Pixeln und viel Langeweile. Andere sehen darin die Grundlage für monumentale Bauwerke und grenzenlosen Spaß. Auch für No Man’s Sky solltet ihr etwas Fantasie mitbringen und euch eigene Ziele stecken können. Das Spiel bietet zwar eine recht grobe Storyline, doch die ist in erster Linie ein Tutorial. Das Game wird euch nicht ständig an die Hand nehmen und euch mit der Nase auf spannende Orte stoßen. Ihr müsst euch schon selbst auf die Suche begeben wollen und euch beschäftigen können. Ob ihr dabei einen auf Weltraumpirat, Frachtercapitän oder Baumeister macht, bleibt euch überlassen.  Für manchen wird No Man’s Sky nie mehr als ein Haufen langweiliger Planeten in einem langweiligen Universum sein. Action und Abenteuer werden hier nicht auf dem Silbertablet serviert – ihr müsst euch diese Dinge holen.

No Man's Sky Flora und Fauna

Mein Fazit:

Seit dem Launch von No Man’s Sky hat sich viel am Spiel getan. Die Entwickler haben das Spiel um einige sinnvolle Features ergänzt und das Spielerlebnis runder gemacht. Frachter, Basisbau und Multiplayer fügen sich gut in das Gesamtbild ein und werten es auf. Wenn euch das Game schon in seiner ursprünglichen Version in den Bann gezogen hat, wird es ihm auch nun wieder gelingen. Habt ihr bisher Zweifel gehabt, ist nun ein guter Zeitpunkt gekommen, um dem Spiel eine Chance zu geben. No Man’s Sky hat noch immer seine Ecken und Kanten – doch die sind spürbar weniger geworden. Nach oben ist zweifelsohne noch Luft, was Hello Games glücklicherweise auch so sieht. Daher wird das Entwicklerstudio auch künftig an Updates arbeiten. Auf die solltet ihr allerdings nicht warten, wenn ihr Entdeckungseifer besitzt. No Man’s Sky ist endlich das Spiel, welches sich viele schon vor Jahren gewünscht hätten.

Ihr könnt das Spiel als knallhartes Survivalspiel angehen oder aber in einem deutlich entspannteren Modus in aller Ruhe auf Entdeckungstour gehen und gemütlich durch die Systeme reisen. Es gibt diverse Möglichkeiten, um mit dem Game Spaß zu haben. Damit ihr den tatsächlich habt, solltet ihr etwas Fantasie mitbringen, da das Spiel keine tiefgründige Story hat und auch kein wahnsinnig tiefes Gameplay. Der Reiz geht von der gigantischen Spielwelt aus, die unglaublich viele schöne Orte für euch bereithält, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Der No Man’s Sky Multiplayer ist für mich der absolute Höhepunkt des Spiels. Die letzten Wochen habe ich viele Abende mit meinem Mann und dem Spiel verbracht. Mein Dank geht an die Entwickler, die uns so viele schöne Abende beschert haben. Es waren mit Sicherheit nicht die letzten. Leider müssen Besitzer der GOG-Version noch auf den Multiplayer warten.

Bildquelle: Eigene Screenshots aus dem Spiel No Man’s Sky

Offenlegung: 505 Games hat mir für dieses Review freundlicherweise die Xbox One Version kostenlos zur Verfügung gestellt.

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