Metro Exodus

Metro Exodus Vorschau – gamescom 2018

Hübsch und brutal

Metro Exodus gehört zu jenen Spielen, die ich mit den kommenden NVIDIA RTX Grafikkarten zocken durfte. Optisch ist das Spiel ein richtiger Leckerbissen. 4A Games hat schon in den Vorgängern ein Händchen für schicke Grafik gehabt und beweist mit Exodus, dass sich das Studio immer noch auf Vorzeigegrafik versteht. Die Spielwelt sieht fantastisch aus, wenn sich die Sonne langsam hinterm Horizont emporschiebt, Licht die Landschaft flutet und Tageslicht in verlassene Häuser fällt. Die Spielwelt wirkt optisch sehr stimmungsvoll – fast schon einladend.

Wären da nur nicht die mächtigen Gegner, mit denen so gar nicht gut Kirschen essen ist. Egal ob Mensch oder Mutant – kopflos solltet ihr euch nicht mit dem Feind anlegen. Das Spiel ist erbarmungslos. Nach wenigen Treffern beißt ihr ins Gras. Stattdessen solltet ihr auf Taktik setzen. Die Spielwelt wird dabei immer wieder zum entscheidenden Helfer – oder aber zur tödlichen Falle. Alte halb zerfallene Häuser, Gebüsch und Abhänge versprechen Deckung und eine ideale Ausgangslage für einen Hinterhalt. Die KI weiß dies allerdings ebenfalls zu nutzen. So hat mich zum Beispiel ein Gegner durch ein Fenster hindurch gesnipert. Dieser stand hoch oben auf einem Turm und ich habe ihn dort naiverweise übersehen.

Metro Exodus Screenshot

Möchtet ihr lang am Leben bleiben, solltet ihr daher stets einen Blick auf eure Umgebung haben. Der direkte Weg ist selten die beste Wahl. Stattdessen ist es erfolgsversprechender, wenn ihr eure Umgebung als Deckung nutzt und Gegner nacheinander und in aller Ruhe ausschaltet. In der gamescom-Demo war Munition ein rares Gut. So nützlich und tödlich der Bogen auch ist – nach ein paar Pfeilen ist Schluss, da die Munition aufgebraucht ist. Wildes Geballer ist allerdings keine Alternative. Munition für Schusswaffen ist ebenfalls rar gesät. Idealerweise sitzt also jeder Schuss. Kopftreffer bieten sich hier an. Das Spiel ist deutlich entspannter, wenn ihr die Feinde einzeln ausschaltet und zwischendrin dafür sorgt, dass sie euch aus den Augen verlieren.

In dieser Hinsicht ist die KI noch ein wenig verbesserungswürdig. Manche Gegner lassen enttäuschend schnell vom Spieler ab und machen keinerlei Anstalten, ihn großartig zu verfolgen. Gegner, die gefühlt nie mehr die Verfolgung aufgeben, sind ziemlich lästig. Die KI in Metro Exodus darf aber zum Launch hin gern noch etwas verbissener werden. Manche Gegner konnten überzeugen, allerdings noch nicht alle.

Metro Exodus Screenshot

Metro Exodus mag zwar ein Shooter sein, doch ihr solltet euch unbedingt die Zeit nehmen, gelegentlich einen Gang runter zu schalten. Die Spielwelt sieht nicht nur fantastisch aus, sie wirkt auch als Ganzes sehr stimmungsvoll. In ruhigen Momenten könnt ihr Vögel hören – oder aber die Aktionen eurer Feinde, wenn ihr nah genug heranschleicht. Ein prasselndes Feuer hier, das Klicken einer Waffe dort … Das Spiel lebt von diesen Momenten, die mit Kopfhörern richtig gut wirken.

Die gamescom-Demo von Metro Exodus hat nicht nur mit einem stimmungsvollen Setting gepunktet, sondern auch mit Abwechslung. Der relativ offene Abschnitt führte mich unter anderem durch einen Wald im Herbst und durch alte Gebäude – darunter ein Waisenhaus. Das Betreten der Gebäude verursacht ein mulmiges Gefühl. Oft könnt ihr nur einen sehr kleinen Bereich der Räume von außen einsehen. Ihr wisst daher nie so genau, was euch drinnen erwarten könnte. Gas, Gegner oder nur ein paar hilfreiche Gegenstände zum Craften? Um dies herauszufinden, müsst ihr rein. Besonders gespenstisch wird es, wenn es im Spiel Nacht wird. Metro Exodus setzt auf einen Tag- und Nachtwechsel. Es mag zunächst verlockend sein, einfach einen weiten Bogen um die Häuser zu schlagen. Früher oder später wird euch die Munitionsknappheit allerdings umstimmen. Metro versteht sich gut darauf, mit den Emotionen des Spielers zu spielen.

So abwechslungsreich wie das Areal der Demo ist auch das Gameplay. Es gibt nicht diesen einen Weg, der zum Ziel führt. Die Spielwelt war in der Demo relativ weitläufig und es haben sich viele Vorgehensweisen ergeben. Vor allem dann, wenn ihr die Umgebung mit einbezieht. Aus Deckungen heraus Kopfschüsse verteilen, hinter Gegner schleichen, einen Turm zum snipern erklimmen … Das Spiel setzt auf taktisches Gameplay und Anspruch, ohne dabei einen auf Dark Souls mit Schusswaffen zu machen.

Metro Exodus Screenshot

Mein Fazit:

Die gamescom-Demo von Metro Exodus verspricht einen anspruchsvollen Shooter, mit Stealth-Elementen und viel Spielraum für taktisches Vorgehen. Das Spiel verzeiht wenig Fehler, übertreibt es allerdings nicht beim Schwierigkeitsgrad. Eine angenehme Mischung, die mich positiv überrascht hat. Das weite Areal der Demo lässt viel Spielraum, um euer ganz eigenes Vorgehen zu finden. Auch die Atmosphäre kann punkten. Bei Tagesanbruch flutet warmes Sonnenlicht die optisch sehr ansprechend gestaltete Spielwelt. Bei Einbruch der Nacht läuft dem Spieler ein kalter Schauer über den Rücken. Jedes noch so banale Geräusch verunsichert und der Blick in die wenig einladende Dunkelheit der Nacht verspricht wenig Wohlbehagen.

Metro Exodus erscheint am 22. Februar für PC, PlayStation 4 und Xbox One. Wenn die Vollversion die Qualität der Demo hat, wird das Spiel seine Vorgänger locker in den Schatten stellen.

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Bildquelle: Koch Media

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