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Forza Horizon 4 Screenshot

Forza Horizon 4 Review

Tschüss Australien, Hallo Großbritannien!

Weiße Strände, hohe Berge, weite Täler und saftige Wiesen. All das bietet die Welt von Forza Horizon 4. Nachdem wir bereits Colorado, Südeuropa und Australien besucht haben, entführt uns Playground Games im vierten Ableger der Rennserie nach Großbritannien. Forza Horizon 3 erfreute sich bereits großer Beliebtheit, was kann da bei Teil 4 noch schiefgehen?

Während ihr im Vorgänger noch der Chef des Festivals wart, seid ihr in der Geschichte des neuen Horizon Festivals wieder ein Niemand der sich zur Spitze hocharbeiten muss. Tatsächliche Auswirkungen hat das aber nicht. In dem kurzen Prolog rast ihr durch den Star des Rennspielablegers: die Jahreszeiten. Habt ihr den Sprint in Form von vier kurzen Rennen geschafft, entlässt euch Forza Horizon 4 stückchenweise in die offene Welt.

Zugegeben, die Einführung durch die Jahreszeiten und die vielen Events könnte insgesamt kürzer sein, doch wir verstehen den Anspruch der Entwickler die Spieler in die einzelnen Facetten des Spiels zu führen. Tatsächlich störend sind die Monologe der Charaktere, die immer wieder aus dem Spielfluss reißen, indem sie einen für Sekunden die Karte anstarren lassen. Monologe deshalb, weil euer Charakter vollkommen stumm ist. Logisch, ihr sollt ja fahren und nicht reden, nicht wahr?

Personalisierung auf die Spitze getrieben

Auf dem Horizon Festival dreht sich die Welt quasi um euch, oder besser gesagt euren Avatar. Während die eigentliche Figur aus einer Reihe von Vorlagen ausgewählt werden kann, ist der Personalisierung in Form von Kleidung keine Grenzen gesetzt. Hosen, T-Shirts, Jacken, Schuhe Mützen und vieles mehr in allen Formen und vor allem Farben. So viele Farben und Muster, dass man sich fragen muss, wieso wir sämtliche Fahrzeuge färben und gestalten können aber nicht ein Kleidungsstück. Doch zu dieser nicht ganz trivialen Sache später mehr.

Bei Forza Horizon 4 geht es schließlich nicht nur um äußere Werte. Obgleich die Gestaltungsoptionen der Fahrzeuge den Vorgängern in nichts nachstehen. Ganz im Gegenteil: Neue Bodykits und Einstellungsmöglichkeiten wie der Reifenabstand lassen euch eure Boliden so detailverliebt personalisieren wie noch nie zuvor. Damit ihr ordentlich damit angeben könnt, gibt es Horizon Life. Ihr habt jederzeit die Möglichkeit online mit bis zu 71 weiteren Mitfahrern Großbritannien zu erkunden.

Damit Spaß garantiert ist, sehen euch eure Mitfahrer und ihr sie – Kollisionen sind aber ausgeschlossen. Kommt ihr euch zu nahe, werdet ihr zum Geist. Ein leckeres Schmankerl am Rande: Wenn ihr Blitzerzonen oder Driftzonen durchfahrt, trifft das auch auf alle Umgebungsfahrzeuge zu. Nie wieder ein Crash beim Aufstellen von Driftrekorden! Wenn ihr nicht gerade Hupkonzerte mit einem Dutzend Leuten abhaltet, könnt ihr euch auch bis zu sechst zusammenschließen, um gemeinsam Veranstaltungen zu absolvieren.

Hupkonzerte als Feature

Forza Horizon 4 bietet darüber hinaus einen Drop-In-Koop für jede Veranstaltung. Seid ihr im Horizon Life unterwegs und startet ein Event, können Spieler aus der gesamten Welt dem Rennen beitreten – sofern ihr ein Koopanfrage startet. In der Praxis geschieht das bisher aber nur sehr selten, das mag an der etwas unscheinbaren Benachrichtigung auf über die Karte liegen. So wie ihr miteinander Rennen absolvieren könnt, gibt es auch die Möglichkeit gegeneinander im PvP anzutreten. Natürlich gibt es auch die alten Sandkastenspiele, wie das Flaggenrennen oder Infiziert. Die Minispielbereiche werden euch auf der Karte markiert und stellen eine Abwechslung zu den gewöhnlichen Rennen dar.

Damit endet aber Horizon Life noch nicht. Jede Stunde gibt es einen Live-Forzathon bei dem sich Spieler treffen, um gemeinsam eine Reihe von Aufgaben zu erledigen. Unserer Erfahrung nach, sind diese aber für eine Mindestspielerzahl ausgelegt, die nicht zu jeder Tageszeit erreicht wird. Dabei gibt es Forzathon-Punkte als Belohnung. Denn anders als bei bisherigen Forza-Titeln, könnt ihr euch eure Forzathon-Belohnung jetzt selbst aussuchen. Dafür sammelt ihr bei den stündlichen, täglichen oder wöchentlichen Forzathon-Events Punkte, die ihr dann im Forzathon-Shop für diverse Goodies und Fahrzeuge ausgeben dürft. Die Inhalte des Shops wechseln wöchentlich, was für Komplettierter eine gewisse Aktivität voraussetzt. Gelegenheitsfahrer dürfen sich freuen: Um die beliebten Horizon-Editions der Fahrzeuge zu erhalten, sind nicht mehr als zwei bis drei Spielstunden pro Woche erforderlich. Auch die sind wieder in Forza Horizon 4 enthalten und bringen wie gewohnt einen Bonus auf verschiedene Fähigkeitentypen.

Mein Auto, mein Haus, mein Forzathon, meine Gummistiefel

Natürlich dürfen die Fähigkeiten auch in Forza Horizon 4 nicht fehlen. Im Gegensatz zu den Vorgängern besitzt allerdings jedes Fahrzeug seinen eigenen Fähigkeitsbaum. Die Anzahl der Fähigkeiten richtet sich nach dem Seltenheitslevel. Ein 86er Escort RS Turbo ist beispielsweise legendär und bietet 16 Fähigkeiten, wohingegen ein 69er Charger R/T nur selten ist und 11 Vorteile bietet. Darüber kann man sich streiten. Jedenfalls werdet ihr auf dem Weg wesentlich mehr Fähigkeitenpunkte benötigen und ausgeben als noch beim Vorgänger. Obgleich der Verdienst auch leichter ist, fühlt es sich befriedigend an ein Auto zu meistern … sei es auch nur „selten“. Dafür sind manche Fähigkeiten auf die Fahrzeuge zugeschnitten und andere mögen gar eine Überraschung bereithalten.

Ein wichtiger Faktor in Rennspielen bleibt die Fahrzeugauswahl. Egal ob gewöhnlich oder episch. Hier hat sich Playground Games nicht lumpen lassen. Ihr dürft euch auf über 400 Fahrzeuge freuen. Darunter befinden sich schnittige Hypercars, beliebte Klassiker und einige Kuriositäten. Wolltet ihr schon immer Mal eine Limousine fahren? Kein Problem! Ihr steht auf Straßenfahrzeuge? Kein Problem! Ihr findet die Knutschkugel BMW Isetta toll? Keiner hält euch davon ab, mit 40 km/h über die brittischen Landstraßen zu schleichen. Oder doch lieber mit dem VW Bus an den Strand? Britische Marken wie Aston Martin, Lotus und Bentley sind zum Setting entsprechend zahlreich vertreten.

Neben den vielen Fahrzeugen, Forzathon- und Fähigkeiten-Punkten gibt es natürlich auch wieder die Credits. Wurdet ihr in Forza Horizon 3 noch förmlich damit überhäuft, ist die Wirtschaft besser auf Langzeitspieler ausbalanciert. Wheelspins geben beispielsweise keine doppelten VIP-Credits mehr und ihr habt mehr Möglichkeiten euer hart erarbeitetes Geld auszugeben. Neben dem Auktionshaus, den Fahrzeugen und dem Tuning, könnt ihr jetzt auch eine Reihe Immobilien erwerben. Die bieten teilweise Belohnungen, Boni und sind zugleich Schnellreiseziele. Zudem fungiert jedes Gebäude wie die eigene Garage. Nötig ist das aber nicht unbedingt, denn ihr könnt endlich jederzeit und überall in der Welt kostenlos euer Fahrzeug wechseln.

Neben den teils teuren Immobilien wurden auch einige Fahrzeugpreise kräftig nach oben korrigiert, um Spieler länger zu motivieren. Wobei ein legendäres Fahrzeug gerne Mal legendär teuer ist. Hier sind die Entwickler bei der Preisgestaltung ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. In der Kombination, mit dem schmaleren Creditzufluss könnte das bei Gelegenheitsspielern zu Farmorgien führen. Dem entgegen stehen die neuen Super-Wheelspins die nichts weiter sind, als drei Wheelspins parallel. Was sich erst einmal klasse anhört, entpuppt sich aber schnell als eine Superpleite. Die gibt es gerne in dreifacher Form.

Die bereits erwähnten Kleidungsstücke fluten neben Emotes und Hupen die Wheelspins mit unbefriedigenden Belohnungen. Es passiert gerne, dass ihr eine Hupe, ein T-Shirt und dazu fünftausend Credits aus einem solchen Super-Wheelspin erhaltet. Die einen mögen es Pech nennen, wir nennen das eine Superpleite. Hier wäre es geschickter gewesen, die Spins nach Kategorien einzuteilen. Dafür ist theoretisch die Chance auf seltene oder besser gesagt epische Fahrzeuge höher… ebenso wie auf epische weiße Gummistiefel. Hoffentlich ist das Glück euer Freund.

Forza Horizon 4 ist ein hübsches Ding

Ein Glück dürfen wir uns als Entschädigung an der schönen Landschaft ergötzen. Und wie schön die ist! Während ein Wheelspin also gerne dreifachen Ärger bedeutet, bietet euch Forza Horizon 4 an anderer Stelle vierfachen Grund zur Freude. Die Jahreszeiten sind der unangefochtene Star des Spiels. Wieso wir jetzt erst darauf zu sprechen kommen? Im Grunde sind sie banal … ja, geradezu lächerlich banal und für uns Menschen in Mitteleuropa selbstverständlich. Doch die Wirkung in einem Rennspiel ist dafür umso grandioser. Während andere Titel mit etwas Regen, Nebel und Dämmerung spielen, legen die Entwickler von Playground Games gleich das ganze Paket bei.

Christine hat bereits in ihrer Artikelreihe ausführlich über Herbst, Winter und Frühling berichtet. Trotzdem lassen wir es uns an dieser Stelle nicht nehmen, das Spielelement anzuschmachten. Ja, wir kannten bereits aus Blizzard Mountain den Schnee. Allerdings nicht diesen Schnee. Dieser Schnee ist anders, oder besser gesagt die Fahrzeuge, die darauf fahren. Das Fahrverhalten unterscheidet sich unter widrigen Wetter und abseits der Straße teils erheblich vom Vorgänger und das im positiven Sinne. Wirkte Offroad in Australien noch wie Sandstraße fahren – was es ja im Grunde meist auch war – geht es nun über Schlamm, Kies und viele andere Oberflächen. Das Fahrverhalten variiert natürlich noch zusätzlich mit den Wetterbedingungen der jeweiligen Jahreszeiten. Die Jahreszeiten selbst wechseln übrigens im wöchentlichen Takt, sodass immer genügend Zeit bleibt diese auch auszukosten.

Egal ob bei Nieselregen, Nebel, Sturm, Blizzard oder bei Sonnenschein – die Landschaft wirkt zu jeder Zeit malerisch und lädt geradezu ein abseits der Strecke zu fahren. Die zahlreichen Erkundungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten sind eine willkommene Erweiterung des Vorgängers. Dabei ist die Welt an sich gar nicht größer, doch weitaus besser durchdacht. Die vielen SUVs und Renntrucks finden in der wesentlich wilderen Landschaft endlich ihren verdienten Nutzen, wohingegen eine Sonntagsfahrt auf der Landstraße auch mit hübschen Blicken belohnt wird. Egal ob bei Tempo 40 oder 400 … hier stimmt in jedem Fall das Fahrgefühl, obgleich sich manche Fahrzeuge noch immer seltsam anhören. Einige Kandidaten erwecken den zweifelhaften Eindruck, jeden Moment Sterben zu wollen.

Vielleicht doch lieber Spotify?

Apropos Anhören: Für die Ohren gibt es natürlich mehr als nur das Röhren eurer Wagen. Die diversen Radiosender versorgen euch rund um die Uhr mit Musik unterschiedlicher Richtungen. Natürlich liegt der Fokus wieder auf basslastiger Musik und schnellen Beats, dennoch sind Rock und Klassik wieder mit dabei. Unterm Strich fällt für unsere Ohren der Soundtrack deutlich schwächer als beim Vorgänger aus. Das mag an den fehlenden Hits liegen oder an der monotoneren Musikauswahl. Geschmäcker sind aber bekanntlich verschieden. Was uns weniger gut gefällt, kann genau euer Ding sein. Die Radiomoderatoren wirken hingegen gelungener, sowohl in ihrer Dialogauswahl als auch mit ihren Reaktionen auf die Spielewelt.

Die Spielwelt wirkt übrigens hier und dort ein bisschen leergefegt. Ländlich gibt es manchmal verdammt wenig Verkehr. Versucht dort Mal, Draufgänger oder Durch’s Nadelöhr Fähigkeiten zu machen. Es ist vermutlich einfacher als Laie einen Vortrag über Quantenphysik zu halten. Für solche Späße bleibt nur der Highway. Auch die kleinen Städte und Dörfer wirken stellenweise nicht sehr belebt. Da geht noch mehr!

Seid ihr nicht damit beschäftigt die Landschaft zu bewundern, über Gefahrenschilder zu brettern oder zu den Foo Fighters zu rocken, euer Haus zu bewundern oder im See zu versinken, werdet ihr vermutlich ein Rennen fahren. Oder zwei. Oder drei. Oder vier? Forza Horizon 4 bietet eine Vielzahl an Events aller Art. Egal ob über Berge, durch den Schlamm, Querfeldein oder einfach Mal auf der Straße. Ah, und alles natürlich Mal vier, denn jedes Rennen könnt ihr unter jeder Jahreszeit absolvieren und natürlich gibt es auch noch Schmankerl. Wie wäre es mit einem Drag-Rennen auf einem zugefrorenen See? Ja, auch das gibt es.

Aktuell sind wir bei der Erstellung der Rennen zwar noch auf die Blaupausenoptionen vom Vorgänger beschränkt, das dürfte sich aber schon bald ändern. In naher Zukunft soll ein umfangreicherer Streckeneditor den Spielspaß noch einmal steigern und die eher einfachen Blaupausen sinnvoll erweitern. Bis dahin müssen wir uns mit einfachen Streckenmodifikationen wie Wetter, Jahreszeit, Tageszeit oder Fahrzeugtyp begnügen.

Wunschkonzert statt Hupkonzert

Schön wäre es gewesen, hätte man auch den Fotomodus erweitert. Der ist quasi gleich geblieben, dabei haben andere Titel bereits gezeigt, wie es besser geht. Wie wäre es mit einer Veränderung von Tageszeit, Wetter oder Jahreszeit? Wir gehen sogar einen Schritt weiter: Wie wäre es mit Filteroptionen beim Drohnenflug um tolle Bilder der malerischen Landschaft zu machen? Oder gar optische Filter, bei der eigentlichen Fahrt? Aktuell wirkt die Optik noch etwas zu bunt. Das ist aber auch schon die einzige Kritik an der Grafik. Denn egal ob Boden, Laub, Gras oder Fahrzeugdetails, alles wirkt noch einmal eine Ecke besser als beim Vorgänger. Besonders die Fahrzeuginnenräume können mittlerweile überzeugen. Um das gebührend zu genießen, gibt es auch die beliebte Kameraansicht übers Lenkrad aus Forza Motorsport 7.

PC-Spieler dürfen sich trotz besserer Optik auf eine gesteigerte Performance im Vergleich zum Vorgänger freuen. Die zahlreichen Grafikoptionen bieten Spielraum zum Optimieren und der eingebaute Benchmark lädt zum Herumexperimentieren ein. Forza Horizon 4 sieht, potente Hardware vorausgesetzt, auf dem PC sogar noch eine Ecke besser aus als auf der Xbox One X. Dort gibt es neben einem grandiosen 4k Bild mit 30 fps auch eine Option um das Spiel mit 60 fps zu genießen. Wenn auch nur auf Full HD-Auflösung.

Stagnation herrscht hingegen auf Ebene der KI. Die Drivatare sind in die Jahre gekommen und ihre Intelligenz bezüglich der Ideallinie ist noch immer fragwürdig. Fahrt ihr beispielsweise auf Höhe eines Kontrahenten und besetzt die Ideallinie, wird er oft versuchen auf diese zurückzukehren. Dafür wird er unter Umständen hunderte Meter weit mit euch kuscheln. Um zur Ideallinie zurückzukehren, machen Drivatare gerne auch mal absolut irre Fahrmanöver. Das Problem ist aus den Vorgängern hinreichend bekannt und oftmals vom Schwierigkeitsgrad unabhängig, doch geändert hat sich hier bisher nichts. Schade eigentlich, sorgen dir Drivatare doch für die Diversität in den Rennen.

Das ist geradezu ironisch, wenn man bedenkt, dass die einheimischen Bewohner mit absolut ausgeklügelten Verhalten glänzen. Wir konnten jedenfalls kein Schaf oder Huhn überfahren. Natürlich haben wir das nur zu Testzwecken versucht. Die Tiere weichen geschickt aus, egal bei welcher Geschwindigkeit.

Bleibt für uns nur noch eine Frage: Wohin führt die Reise von Forza Horizon 4? Der Titel bietet mehrere kleine eingebettete Geschichten, die es zu entdecken gibt. Zwar sind diese nicht besonders spannend oder von größerer Bedeutung, dennoch laden sie zum Erkunden ein. Natürlich neben und mit all den Aktivitäten, die der Titel bereithält. Insgesamt wirkt die Welt trotz etwas mageren Verkehrs lebendiger und vielseitiger. Die Jahreszeiten und wöchentlichen Events locken zur Wiederkehr und der angekündigte Streckeneditor soll nur den Anfang der Spielerweiterungen darstellen. Denn die zwei großen Erweiterungen stehen noch aus.

Forza Horizon 4 Winter

Tims Fazit:

Es gibt Spiele, die spielt man durch, es gibt Spiele, die spielt man ein paar Tage und es gibt Spiele, in die kehrt man immer wieder zurück. Forza Horizon 3 ist es bereits gelungen, mich über Jahre hinweg immer wieder nach Australien zu locken. Für Forza Horizon 4 muss ich mir definitiv mehr als eine Bleibe in Großbritannien zulegen.

Die Jahreszeiten verändern die mit Köpfchen gestaltete Spielewelt immer wieder aufs Neue. Mancher mag sich über die Einstufungen der Fahrzeuge wundern, doch die Sammelfreude kann es nicht trüben. Im Zweifelsfall findet jeder seine Lieblinge unter den vielen fahrbaren Untersätzen, zu denen die Bindung dank fahrzeugspezifischen Fähigkeitensystem umso intensiver wird. Insgesamt wirkt das Fortschrittssystem motivierender, obgleich der Fortschritt mit Credits für Hardcorespieler gestreckt wurde.

Forza Horizon 4 ist ein gewaltiges Spiel, was zugleich eine Evolution als auch eine Revolution darstellt. Eine Evolution, weil es viele der Spielmöglichkeiten weiterdenkt und Mechaniken wie Offroadrennen und Tuning verfeinert. Der Teufel liegt hier im Detail und gerade Fans der Reihe, werden sich über viele kleine Änderungen freuen. Eine Revolution ist Horizon 4, weil es den nächsten Schritt geht. Anstatt ein paar Wettereffekte, gibt es gleich einen ganzen Jahreszeitenzyklus, natürlich inklusive Wettersystem. Und nicht nur das: Es nutzt die neuen Möglichkeiten sinnvoll und stellt motivierende Langzeitszenarien in Aussicht.

Es mag seine Schwächen haben und Fans von Simulation werden hier nicht die goldene Henne sehen. Wer allerdings nur im Ansatz etwas mit fahrbaren Untersätzen anfangen kann, sollte sich Forza Horizon 4 anschauen.

Christines Fazit:

Wow! Forza Horizon 3 ist ein fantatsiches Rennspiel, doch Forza Horizon 4 gelingt es, gleich in vielfacher Hinsicht noch einen draufzusetzen. Dabei fiel diese Vorstellung im Vorfeld schwer. Was sollte am ohnehin schon guten Horizon 3 noch besser werden? Die Antwort liefert nun der Nachfolger. Die Jahreszeiten sind eine Bereicherung für das Spiel. Darüber hinaus wirkt die Spielwelt als Ganzes einfach lebendiger und glaubhafter. So könnt ihr nun zum Beispiel auch außerhalb von Videos Tieren begegnen, ihr werdet im Winter Schneepflüge sehen, Fahrzeuge mit Gepäckträgern erspähen können, an Seen liegen Boote an … Auch bietet die Spielwelt viele kleine Höhepunkte wie das Viadukt, eine Mine mit tollen Sprungmöglichkeiten, einladende Berge die Offroader aufblühen lassen und malerische Seenlandschaften.

Selbst das Fahren durch die Wälder ist irgendwie cooler, da ihr auch relativ dicke Bäume zerstören könnt und nicht mehr ständig euer Fahrzeug um einen Baum wickelt. Sicher, realistisch geht anders – aber wir sprechen hier von einem Arcaderacer. Genau dieser Sache ist sich das Spiel auch bewusster als je zuvor. Die Story wirkt noch wilder und vieles ist noch bunter und lauter. Die Konkurrenz kann einem da schon fast ein wenig leidtun. Dieses Spiel toppen zu wollen, ist keine leichte Aufgabe.

Forza Horizon 4 ist nicht perfekt, nein. Aber es bietet viele große und kleine Änderungen, dank denen zahlreiche Fanherzen höherschlagen werden. Die Performance bricht manchmal noch ein bisschen ein, beim #Forzathon LIVE werden Spieler die nur rumstehen aktuell noch zu unrecht belohnt und die Charaktermodelle sind ziemlich lala. Doch hey, alles Gemecker auf sehr hohem Niveau.

Bildquelle: Playground Games und eigene Screenshots aus Forza Horizon 4

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ZitroneFormel77
ZitroneFormel77

Tolles Review. Ich finde zwar, dass es mehr Bugs und Kinderkrankheiten gibt als seinerzeit zu FH3 (z.b. Tönung Heckscheibe mancher Autos buggt, Forzavista Blickwinkel aus Froschperspektive, Verkehr baut Unfälle und rasiert Schilder ab, fährt unlogische Schleifen vor dem Autobahntunnel etc..), aber ist insgesamt eine Wucht. Gerade was die Inhalte fürs Auge angeht überzeugt FH4 auf ganzer Linie. Die Inhalte fürs Hirn schwächeln manchmal etwas, da hast du recht Tim. Der Superwheelspin sollte überarbeitet werden: ich sage mir immer schon zum Spaß „na dann holen wir uns mal ein paar neue Socken ab“ und viel besser ist es oft auch nicht. Gerade weil die Wheelspins wegen der magereren Cr- Einnahmen so ein wichtiges Standbein sind, ist es schade, dass Geldgewinne (zumindest bei mir) so arg selten sind. Die Häufigkeit der Emotes und Hupen müsste reduziert werden, dann wäre das ganz nett. Auch erscheint mir bisher das Hausfeature zu wenig ausgereizt, sie… Weiterlesen »

mnikg
mnikg

Danke, ich bin mit fast allen Ausführungen zu 100% einverstanden.
Kurzfassung der Dinge, die mich am meisten (positiv oder negativ) beschäftigen:
+ Landschaft toll, weil so abwechslungsreich
+ Geist in Blitzer- und Driftzonen – endlich, was habe ich in H3 geflucht
– Viel zu viele Hupen, Emotes und Kleidungsstücke beim Wheelspin
– Schwierigkeitsgrad ist verbesserungsfähig- meistens fahre ich in Experte allen davon, manchmal muss ich 2 Stufen zurück, um irgendwie mithalten zu können.

Aber wie ihr schon geschrieben habt: Jammern auf SEHR hohem Niveau.

mnikg
mnikg

Zu den Schwierigkeitsgraden: ich bin jetzt die Saisonveranstaltung Glen Rannoch zuerst als Fanrennen gefahren (zum Streckenstudium) und habe das auf Experte relativ einfach gewonnen. Danach als Veranstaltung – gleiches Auto, idente Einstellungen – und habe mich fürchterlich geplagt. Gewonnen erst im dritten Versuch.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, dass es bei Saisonveranstaltungen schwieriger Ist? Oder liegt’s an mir, dass ich nervöser bin, wenn’s um etwas geht?????

JLP
JLP

Eine sehr ausführliche Rezension, toll geschrieben! Im Vergleich zu den mMn viel zu vielen Kleidungsstücken hätte es dann bei der Charakterauswahl des eigenen Fahrers jedoch ruhig eine etwas größere Auswahl geben dürfen, wobei dies alles sehr nebensächlich ist und im Grunde nur subjektive Kleinigkeiten darstellt. Häuser wiederum (jedoch dann verbunden mit weiteren Kaufanreizen und ggf. begehbare Garagen etc.) könnten für meinen Geschmack letztlich doch gerne mehr vertreten sein. Aber auch das eine rein individuelle Meinung, das Gleichgewicht soll ja für sämtliche Spieler schon gewahrt bleiben. Bei der bereits angesprochenen Kleidung und den Hupen ist der Bogen schon recht weit gespannt worden, da besteht allgemein denke ich große Einigkeit. Und wenn schon solche unzähligen Hupen, dann doch bitte separat für jeden Wagen einzeln einstellbar. :P Ehrlich gesagt vermisse ich (auch schon beim Vorgänger) die Möglichkeit der Lichthupe, gab es sie meiner Erinnerung doch mal beim Vorvorgänger FH2, oder war es doch… Weiterlesen »

Peter
Peter

Super Review! Bin selbst schon ziemlich weit in dem Spiel aber es hat trotzdem Spaß gemacht eure Meinung und vor allem eine Bestätigung zu meinen Kritikpunkten zu lesen. Was ich jetzt im direkten Vergleich zu FH3 vermisse, sind die Möglichkeit ein kostenloses Tuning mit 10 Fähigkeitspunkten zu kaufen und die „Horizon Promo“ Aufgabe bei der man sämtliche Autos fotografieren musste. Oder hab ich diese zwei Sachen voll übersehen? Auch dass ich für Schnellreisen zu jedem Punkt auf der Straße erst das Haus für 2 Millionen kaufen muss, finde ich jetzt nicht so geil aber immerhin lerne ich so momentan mehr von der Spielwelt kennen, wenn ich überall hin fahren muss. Dafür finde ich die neuen Aufgabe mit dem Stuntfahrer, dem Autoverleih etc. richtig gut, die Löffellisten in FH3 hab ich damals einfach nur abhaken wollen. Mal schaun wie sich das alles jetzt so entwickeln wird. FH3 hab ich sogar letzte… Weiterlesen »

mnikg
mnikg

Erste Kritik: 3 Runden Goliath in einem FE Auto gefahren, dabei den Stern verdient. Und was jetzt? Ich bin alle Fanrennen durch, einige mehrfach. Die Meisterschaften sind nur Saisonveranstaltungen, die Rivalen kann ich mir nicht / kaum aussuchen – zugegeben, ich fahre ungern mit S1 und S2. LIVE war ja ein paar Mal recht lustig, aber immer das selbe wird schnell fad. Außerdem, was soll ich mit den Unmengen an Punkten anfangen, wenn ich die Autos mal gekauft habe? Wheelspins kaufen oder noch mehr Kappen??? An Sternen habe ich so ziemlich mein Maximum erreicht, mir fehlt die Motivation, eine Driftstrecke noch 15 mal zu versuchen, um mich zu verbessern. In den online Rennen sind viel zu viele Wahnsinnige unterwegs, die nicht einmal versuchen sauber zu fahren, und das „wallriding“ ist an viel zu vielen Stellen möglich und wird schamlos ausgenützt – Arcade ist ja gut und schön, aber was da… Weiterlesen »

simplon123
simplon123

Ich habe z.B. immer noch so meine Probleme zu erkennen, wann ich genau im Live-Modus bin und wann nicht…
Bei FH3 startete man ein Online-Abenteuer, suchte sich die passenen Parameter (individuelles Abenteuer, nur Rennen, Spiele) aus und bekam Rennen und Strecken zur Auswahl angezeigt.
Muss ich hier erst ein bestimmtes Level erreichen oder wie funktioniert dies bei FH4?

PS.: Ich bin weiterhin begeistert von FH4