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428: Shibuya Scramble

428: Shibuya Scramble Review

Entwickler:         Spike Chunsoft
Publisher:          Koch Media
Genre:              Visual Novel
Plattformen:        PC, PlayStation 4
Preis:              ca. 49,99 Euro

Visual Novel mit echten Darstellern

Noch vor wenigen Jahren war die Auswahl an Visual Novels bei uns sehr bescheiden. Dank Plattformen wie MangaGamer und Steam hat sich daran in den letzten Jahren einiges geändert. Das Genre ist noch immer im Nischenbereich zu finden, doch inzwischen erscheinen regelmäßig neue Spiele bei uns. Viele davon fallen durch einen niedlichen und farbenfrohen Look sofort ins Auge, weshalb viele Spieler Visual Novels gern als Animespiele bezeichnen. Das Genre allerdings ist deutlich vielseitiger und kann auch gänzlich anders. Gerade in den letzten Jahren gingen Entwickler vermehrt neue Wege. Etwas, an dem sich auch 428: Shibuya Scramble versucht und das mit Erfolg. Für mein 428: Shibuya Scramble Review habe ich mir ambitionierte Visual Novel genauer angesehen.

Viele Visual Novels begeistern mit handgezeichneten und eventuell animierten Charakteren. Shibuya Scramble hingegen setzt auf reale Darsteller, die für die Novel gefilmt wurden. Auch die Hintergründe stammen aus der realen Welt. In den Straßen von Shibuya kommt es zu einer Entführung. Ein junges Mädchen fällt einem Kidnapper in die Hände, der nur wenig später eine Lösegeldforderung verlauten lässt. Die Schwester des Entführungsopfers soll einen Geldkoffer übergeben. Hier kommt ihr ins Spiel. Ihr schlüpft in die Rolle eines Polizisten und sollt die Übergabe des Geldes im Auge behalten und wenn nötig eingreifen. Dabei geht allerdings einiges schief.

Nach wenigen Spielminuten dürftet ihr das erste Bad Ending erreicht haben. Davon gibt es Dutzende im Spiel. Eine einzige falsche Entscheidung kann über Leben und Tod entscheiden. Glücklicherweise kommen rasch weitere Charaktere ins Spiel. Ihr werdet im Spielverlauf häufig zwischen den Protagonisten wechseln. Eure Entscheidungen beeinflussen auch die Handlungen der anderen Darsteller. So taucht zum Beispiel ein ehemaliger Ganganführer – Achi – auf dem Platz auf, an dem die Lösegeldübergabe stattfinden soll. Entscheidet ihr euch in der Rolle des jungen Mannes dazu, die Schwester des Opfers anzusprechen, wird der Polizist Kano eingreifen und erwischt die falsche Person.

Erreicht ihr ein Bad Ending, gibt euch das Spiel einen Hinweis. Ihr könnt zu einer früheren Szene zurückkehren und euch anders entscheiden. Sprecht ihr die junge Frau erst später an, taucht die richtige Person auf und die Geschichte geht weiter. Szene für Szene entwirrt ihr die Fäden der fünf Protagonisten. Landet ihr mit einem Darsteller in einer Sackgasse, könnt ihr zu einem anderen springen und neue Wege ebnen.

Damit unterscheidet sich die Novel stark von anderen Genrevertretern. Entscheidungen sind keine neue Erfindung in Visual Novels. Für gewöhnlich folgt ihr dann allerdings dem selbst gewähltem Pfad. Möchtet ihr euch umentscheiden, müsst ihr ein Savegame laden oder von vorn beginnen. In 428: Shibuya Scramble springt ihr zwischen den Protagonisten wild hin und her und ändert so lange kleine Details, bis ihr weiterkommt.

Das Spielprinzip von 428: Shibuya Scramble hat mich schnell überzeugen können und die Geschichte entwickelt sich in eine interessante Richtung. Bis ihr deren Ende erreicht, werdet ihr locker 40 Stunden oder mehr zusammen haben. Manchmal hätte ich mir gewünscht, beim erneuten Spielen von Szenen würde das Spiel mehr weglassen. Dies würde zwar die Spielzeit deutlich verkürzen, aber das Erlebnis noch angenehmer gestalten. Trotz des vielen Backtrackings hat mich das Spiel in seinen Bann gezogen und motiviert, da es seine Geschichte packend erzählt und die Darsteller überzeugen können.  Ebenfalls etwas gestört haben mich die viel zu präsenten Texte, die manchmal viel zu viel Bildschirm in Anspruch nehmen. Hier hätte ich mir klassische Textboxen gewünscht.

428: Shibuya Scramble setzt auf ein erfrischendes und ungewöhnliches Konzept, doch genau dieses hat mich in so sehr fasziniert. Gepaart mit der guten Story ergibt sich eine wunderbare Visual Novel.

428: Shibuya Scramble Screenshot

Mein Fazit:

Eine ungewöhnliche und spannende Visual Novel. Ihr jagt einen Kidnapper, der eine junge Frau in seiner Gewalt hat. Dabei schlüpft ihr in die Rolle von fünf Protagonisten, zwischen denen ihr häufig wechseln werdet. Jede noch so kleine Entscheidung kann die Geschichte und seine Darsteller beeinflussen, weshalb ihr immer wieder in der Zeit zurückgehen könnt, um den Verlauf der Story zu ändern. Das viele Backtracking ist manchmal etwas anstrengend, aber die gute Geschichte und der ungewöhnliche Stil der Visual Novel machen diese Tatsache wieder wett. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß mit einer Visual Novel.

Durch die echten Darsteller ist auch die Erzählweise der Geschichte erfrischend anders. Das Konzept von 428: Shibuya Scramble gefällt mir trotz kleiner Schwächen ausgesprochen gut und ich hoffe, dieses wird künftig von anderen Spielen aufgegriffen.

Bildquelle: Koch Media

Offenlegung: Für dieses Review hat mir Koch Media das Spiel freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

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