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Xenoblade Chronicles 2: Torna - The Golden Country

Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country Review

Der Untergang von Torna

Die Nintendo Switch hat sich inzwischen zu einem großartigen Zuhause für Rollenspiele entwickelt. Xenoblade Chronicles 2, Disgae 5 Complete, Ys VIII: Lacrimosa of Dana und Octopath Traveler sind nur einige der inzwischen für die Switch erhältlichen Rollenspiel-Hits. Für Xenoblade Chronicles 2 erschien im Herbst eine umfangreiche und auch eigenständig spielbarere Erweiterung, die das hervorragende RPG-Angebot der Switch noch einmal erweitert hat. Für mein Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country Review habe ich Alrest erneut einen Besuch abgestattet.

Torna – The Golden Country erzählt die Geschichte des Titans Torna. Auf ihm befindet sich das Königreich Torna, in dem Klingen und Menschen in Harmonie miteinander leben. Einst war der antike Titan ein brutaler Jäger, der andere Titanen getötet hat. Nun ist er selbst dem Untergang geweiht und sein Schicksal längst besiegelt. Torna wird auf den Grund des Wolkenmeeres sinken. Die Geschichte der Erweiterung spielt rund 500 Jahre vor der Handlung des Hauptspiels.

Im Fokus stehen dabei Lora und ihre Klinge Jin. Während ihr im Hauptspiel nur die Klingenmeister steuern könnt, lässt euch die Erweiterung auch in die Rolle der Klingen schlüpfen. Dadurch ist das Kampfsystem etwas anders als im Hauptspiel. Per Knopfdruck könnt ihr zwischen Meister und Klingen wechseln. Dadurch entsteht etwas mehr Action und das Kampfsystem macht insgesamt einen flüssigeren Eindruck. Wie schon im Hauptspiel benötigt es ein paar Kämpfe, um in das Kampfsystem reinzukommen. Dann aber geht es gut und leicht von der Hand.

Die Klingen und ihre Meister teilen ihr Level, Gesundheitspunkte und Co., was sich natürlich auch in den Kämpfen bemerkbar macht und ihnen eine taktische Note verleiht. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei überwiegend gut ausgeglichen. Die Auseinandersetzungen mit den Gegnern sind nicht zu schwer, aber oft auch kein Kinderspiel. Taktik spielt eine entscheidende Rolle. So könnt ihr zum Beispiel nicht beliebig zwischen Klinge und Meister wechseln, sondern müsst erst warten, bis ein Kreis gefüllt ist. Beim Wechsel erhaltet ihr ein wenig Heilung. Habt ihr ein gutes Timing raus, werden die Kämpfe spürbar einfacher. Stumpfes hämmern auf die Angriffstaste führt hingegen nicht zum Ziel. Sehr zu meiner Freude. In vielen JRPGs genügt es, einfache Gegner mit der Angriffstaste zu bearbeiten. Möchtet ihr so in Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country vorgehen, werdet ihr regelmäßig ins Gras beißen. Dadurch sind auch einfache Kämpfe eine kleine Herausforderung. Für Anfänger können die ersten Kämpfe allerdings eine ziemliche Herausforderung darstellen.

Dafür ist das Spiel in anderer Hinsicht ein typisches JRPG. Es gibt einige Stellen im Spiel, die Grind voraussetzen. Auch die Kämpfe sind stellenweise sehr knackig, wenn ihr nicht ein bisschen levelt. Der Grind ist zwar verglichen mit vielen Genrevertretern zu verkraften, aber ganz außen vor haben ihn die Entwickler nicht gelassen.

Für einen Spieldurchgang könnt ihr rund 20 Stunden Spielzeit einplanen. In denen erlebt ihr eine ansprechend erzählte Geschichte, die einige Ereignisse in Xenoblade Chronicles 2 besser verständlich macht. Der DLC und das Hauptspiel nehmen mehrfach Bezug aufeinander. Egal ob ihr zunächst die Vorgeschichte erlebt oder erst das Hauptspiel – beide Geschichten ergänzen sich. Die Erweiterung lässt sich dennoch auch als eigenständiges Spiel betrachten und spielen. Die Story ist in sich abgeschlossen und ohne Vorkenntnisse verständlich. Sucht ihr ein kurzes aber gutes JRPG, ist die Standalone Erweiterung eine gute Wahl.

Das Add-on ist ein Paradebeispiel dafür, dass ein Rollenspiel auch in einer relativ überschaubaren Spielzeit eine fesselnde Geschichte erzählen kann. Dazu gesellen sich überzeugende Charaktermodelle, die zumindest in Teilen die typischen JRPG-Klischees außen vorlassen und ein angenehmer Soundtrack, dem ich immer wieder gern lausche. Wenn ihr bisher einen Bogen um Xenoblade Chronicles 2 gemacht habt, ist nun ein guter Zeitpunkt Alrest einen Besuch abzustatten. Fans von JRPGs werden dabei zweifelsohne auf ihre Kosten kommen.

Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country

Mein Fazit:

Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country ist eine gelungene Erweiterung, die etwa 20 Stunden Spielspaß bietet. Sie erzählt eine Geschichte, die rund 500 Jahre vor den Ereignissen in Xenoblade Chronicles 2 spielt. Habt ihr das Hauptspiel bereits erkundet, werdet ihr einige Bezüge finden und einige Szenen in einem anderen Licht sehen und besser verstehen. Voraussetzung ist dies allerdings nicht. Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country lohnt sich auch als eigenständiges Spiel und ohne Vorkenntnisse. Die überschaubare Spielzeit macht das Spiel auch für Spieler interessant, die zwar RPGs mögen, aber wenig Zeit für die großen Umfangsgiganten haben.

Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country ist ein gelungener Abschluss für ein wunderbares Rollenspiel. Es steht der Qualität des Hauptspiels in nichts nach. Das Kampfsystem ist etwas actionlastiger und lässt euch nun auch Klingen steuern. Auch die Charaktere wissen zu überzeugen. Zu den Highlights gehört zweifelsohne der gelungene Soundtrack. Ein rundes JRPG-Erlebnis, mit wenigen Ecken und Kanten. An einigen wenigen Stellen im Spiel verzichtet der Titel nicht auf JRPG-typischen Grind. Das ansonsten gute Spiel macht diesen Wermutstropfen allerdings mühelos wieder wett.

Offenlegung: Für dieses Review hat mir Nintendo die Erweiterung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bildquelle: Beitragsbild von Nintendo, eigene Screenshots aus dem Spiel Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country

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