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Super Smash Bros. Ultimate

Super Smash Bros. Ultimate Review

Ultimativer Spielspaß

1999 machte ich zum ersten Mal mit dem Genre Beat ’em up Bekanntschaft. Auf dem Nintendo 64 meines Bruders wurde eifrig Super Smash Bros. gespielt. Häufig waren auch Freunde zu Besuch, die sich uns angeschlossen haben. Stundenlange Fights haben uns unterhalten und Spaß ohne Ende gebracht. Auch Jahre später war ich dem Genre noch sehr zugetan. Mein erstes Spiel für die Xbox war Soul Calibur 2, welches ich bereits auf dem GameCube rauf und runter gespielt hatte. Nur wenig später folgte Dead or Alive 3. Im Laufe der Jahre nahm dann jedoch die Freizeit deutlich ab und damit auch mein Interesse an solchen Spielen. Die Ankündigung von Super Smash Bros. Ultimate ließ mich daher zunächst völlig kalt. Die E3 Präsentation? Eine herbe Enttäuschung. Ich hätte lieber Rollenspiele, Actiongames und Co. gesehen, statt einen Prügler. In den meisten bin ich inzwischen einfach nur schlecht, da ich kaum in die komplexen Mechaniken reinfinde. Mir fehlt die Zeit, bei solchen Spielen täglich zu trainieren.

Dann kam die Post E3 und mit ihr die Möglichkeit, Super Smash Bros. Ultimate selbst zu zocken. In diesem Moment war meine Begeisterung entfacht. Was ein Vergnügen! Sofort war ich wieder Feuer und Flamme. Eine Begeisterung, die auch heute noch anhält. Ich habe in den letzten Wochen beinahe jede freie Minute in Super Smash Bros. Ultimate gelassen – wenn nicht gerade ein anderes Familienmitglied die Nintendo Switch blockiert hat, um Smash zu spielen. Mit dem richtigen Konzept kann mir ein Beat ’em up auch heute noch verdammt viel Spaß machen. In meinem Super Smash Bros. Ultimate Review erfahrt ihr, warum das Spiel bei mir so richtig eingeschlagen ist und die Nutzungszeit meiner Switch in die Höhe treibt.

Zunächst einmal ist da der Abenteuermodus „Stern der irrenden Lichter“. Quasi ein Story-Modus. Sämtliche Helden fallen der Essenz Kyra zum Opfer. Nun, zumindest fast. Kirby übersteht den Angriff und bricht auf, um die Kämpfer zu retten. Diese sind nun sogenannte Dupli-Kämpfer. Gelingt es Kirby, im Abenteuermodus zu einem Dupli-Kämpfer zu gelangen, kann er diesen befreien, indem er ihn besiegt. Auf dem Weg dorthin müsst ihr an zahlreichen Geistern vorbei, die sich euch ebenfalls anschließen, wenn ihr sie besiegt.

Ihr bewegt euch dabei über eine Weltkarte, von der euch zunächst nur ein kleiner Bereich zur Verfügung steht. Mit der Zeit erhaltet ihr Zugang zu weiteren Arealen und entdeckt eine Reihe von Sub-Areas. Die Story ist flach, erfüllt aber seinen Zweck. Sie hält Einzelspieler bei Laune. Je nachdem wie gut ihr spielt, könnt ihr mit etwa 15 bis 20 Stunden Spielzeit rechnen. Der Abenteuermodus hätte ein bisschen mehr Tiefe bei der Erzählung vertragen können, in Anbetracht des Genres geht der Storymodus allerdings in Ordnung. Einige Kämpfe dürften zudem Frust auslösen, wenn ihr nicht zumindest solide mit dem Kampfsystem umgehen könnt. Während die meisten Kämpfe gut machbar sind, sind einige wenige auch auf „Leicht“ eine harte Nuss. Dies kann bei Gelegenheitsspielern zu Frust führen und in Trial and Error ausarten. Betroffen sind  hiervon nur wenige Kämpfe. Dennoch ist hier im Sinne von weniger geübten Spielern eine Verbesserung wünschenswert. Auch für Kids können diese Kämpfe zu einer unangenehmen Herausforderung werden. Insgesamt bin ich mit dem Storymodus zufrieden. Mir ist bei Prüglern bis heute der Solocontent wichtig, da ich damit viel Zeit verbringen möchte. Smash bietet hier reichlich und macht mir auch Wochen nach Release allein noch viel Spaß.

Super Smash Bros. Ultimate Screenshot

Die Geister, die ich rief!

Die erwähnten Geister unterstützen euch in den Kämpfen. Diese werden in Primärgeister und Subgeister unterteilt. Insgesamt tummeln sich im Spiel Hunderte Geister. Diese bieten Effekte. Passt ihr eure Geister an den bevorstehenden Kampf an, schafft ihr spürbare Vorteile. Einem zähen Gegner könnt ihr mit zusätzlicher Angriffskraft einheizen, während euch andere Geister helfen, Schaden zu reduzieren. Zum Beispiel durch Feuer oder Schock.

Die Geister sind zahlreiche bekannte Figuren aus Reihen wie Pokémon, Fire Emblem, Castlevania, Kirby, Animal Crossing, Zelda und vielen mehr. Gefühlt hat Nintendo in Super Smash Bros. Ultimate sämtliche bekannten Charaktere der Videospielgeschichte eingebaut. Entweder in Form eines Kämpfers oder in Form eines Geistes. Dem ist zwar nicht so, aber die Auswahl ist beachtlich und ein Vergnügen für Spieler, die einiges davon kennen.

Im Kampf kann euch ein Primärgeist unterstützen und bis zu drei Subgeister. Der Primärgeist erhöht eure Angriffskraft, während eure Subgeister taktische Vorteile verschaffen können. Den Level eurer Geister könnt ihr durch Kämpfe und Snacks erhöhen. Einige Geister könnt ihr auch entwickeln, um sie noch stärker zu machen. Natürlich sind bei Hunderten Geistern einige stärker als andere. Das Spiel lässt sich allerdings auch gut bestreiten, ohne einen bestimmten Geist zu besitzen. Geister erleichtern euch das Spiel, ersetzen aber kein gutes Spiel eurerseits.

Berge von Content und freischaltbare Charaktere

Eines meiner Highlights sind die freischaltbaren Charaktere. Viele Prügler verzichten darauf inzwischen – aus gutem Grund. Online gibt es für keinen Spieler einen Nachteil. Manche Spiele haben zudem hohe Hürden an die Freischaltung von einzelnen Charakteren geknüpft. Für Gelegenheitsspieler ist es teilweise kaum möglich, in einigen Genrevertretern alle Kämpfer zu erhalten. Derlei Erfahrungen sorgen natürlich für Frust. Super Smash Bros. Ultimate bietet eine elegante Lösung. Etwa alle zehn Minuten Spielzeit fordert euch ein Kämpfer heraus. Besiegt ihr ihn, schließt er sich dem Kampf an. Scheitert ihr, wird er früher oder später erneut auftauchen. Im Abenteuer-Modus werdet ihr auch einigen Kämpfern begegnen. Verliert ihr den Kampf, könnt ihr direkt erneut kämpfen.

Zumindest ich finde es reizvoll, in Prüglern nicht sofort alle Kämpfer nutzen zu dürfen. Gleichzeitig ärgert es mich, wenn die Hürden zu extrem sind. Regelmäßiges Training ist zeitlich einfach nicht mehr drin. Ich werde mit meinen 32 Jahren diese Art von Spiel nicht mehr auf den höchsten Schwierigkeitsgrad sauber durchspielen können. Dennoch möchte ich nicht darauf verzichten, Dinge erst freispielen zu müssen. Trotz der vielen Kämpfer ist der Zeitaufwand für die Freischaltung der Charaktere überschaubar – auch wenn ihr wie ich Gelegenheitsspieler seid.

Super Smash Bros. Ultimate bietet generell sehr viel Content. Nicht nur in Sachen Kämpfer. Davon erwarten euch mehr als 70 im Spiel. Jeder Charakter aus vorherigen Serienablegern ist dabei. Dies gilt auch für die Stages. Hier wiederum kommt mir mein Alter zugute. Ich habe mich sehr gefreut, die Stages meiner Kindheit noch einmal zu spielen und mit meinen damaligen Lieblingskämpfern die Arenen unsicher zu machen. In Sachen Balance hat sich seit damals natürlich einiges getan. Trotz der großen Anzahl an Charakteren, sind diese gut ausbalanciert. Die einzelnen Kämpfer fühlen sich zwar unterschiedlich an, doch der Wechsel fällt nicht übermäßig schwer. Auch als Gelegenheitsspieler könnt ihr euch ohne stundenlanges Training durch eine Reihe von Kämpfern spielen, da das Spiel sehr einsteigerfreundlich ist.

Auch in Sachen Spielmodi und Musikauswahl wird euch reichlich für euer Geld geboten. Egal ob Smash mit Regeln die ihr selbst festlegt, Klassik-Modus, Geistertafel, Multi-Smash, Turniere oder Onlinemodus – Langeweile kommt auch nach etlichen Spielstunden nicht auf. Meine persönlichen Favoriten sind Klassik und Multi-Smash. Klassik erinnert an typische Arcade-Modi. Ihr sucht euch aus, wie schwer ihr startet und arbeitet euch dann durch eine feste Anzahl an Kämpfen. Mit jedem Sieg wird es schwerer. Außerdem erringt ihr Punkte. Je mehr ihr erspielt, desto schwerer wird es. Dafür legt ihr mit steigender Punktzahl ein Wandbild frei. Verliert ihr einen Kampf, dürft ihr natürlich erneut antreten. Ihr zahlt dafür mit Punktabzug.

Bei Multi-Smash tretet ihr gegen zahlreiche Gegner an. Mir gefällt vor allem die Variante mit den Mii-Kämpfern, die mich an die Sudden Death Kämpfe in Soul Calibur erinnert. Die meisten Mii besiegt ihr mit einem Schlag. Ihr haltet zwar deutlich mehr aus, solltet aber dennoch nicht viel einstecken. Sonst könnte es irgendwann knifflig werden. Es mag einfach klingen, einfach 100 Charaktere die wenig einstecken von der Stage zu fegen – ein bisschen Übung ist dann allerdings doch nötig, um dieses Ziel zu erreichen.

Für diverse Ereignisse und Co. schaltet ihr übrigens Meilensteine frei. Egal ob im Storymodus, Online oder in anderen Modi – es gibt für etliche Aktionen einen Meilenstein. Diese bieten einen guten Anreiz – sind allerdings nicht übertrieben schwer. Dadurch sind sie auch für Gelegenheitsspieler realistisch.

Die erwähnte Musikauswahl bietet Hunderte Titel. Auch hier werdet ihr vieles erkennen, wenn ihr ältere Ableger gespielt habt oder andere Nintendo-Serien kennt. Von Super Mario bis Fire Emblem – es gibt musikalisch jede Menge zu entdecken. Der Soundtrack überzeugt mit Qualität und einer Vielzahl neu arrangierter Stücke. Streng genommen ist der Soundtrack viel zu gut, um nur im Spiel zu sein. Eine Veröffentlichung via Spotify wäre wirklich toll. Ihr könnt aber immerhin über die Audiothek im Spiel Musik laufen lassen und den Bildschirm der Konsole abschalten. Für Musikfreunde wie mich besser als nichts.

Ebenfalls wieder mit von der Partie: Items. Super Smash Bros. zeichnet sich seit jeher durch seine Items aus. Davon gibt es etliche im Spiel. Von Bomben, über Schwerter bis hin zu rutschigen Bananen. Da das Motto bei den Items lautet, wer zuerst kommt, malt zuerst, gibt es regelmäßig einen Kampf um die Gegenstände. Smash ohne Items? Undenkbar! Schon als Kind hat mir der Run auf die hilfreichen Gegenstände gefallen. Auch Jahre später bin ich noch in dieses Spielprinzip verliebt.

Super Smash Bros. Ultimate ist eine beinahe runde Sache. Ein paar kleine Ecken und Kanten gibt es dann aber doch. Allem voran der Onlinemodus. Die Verbindungsqualität ist nicht immer ideal und der Komfort könnte noch einen Ticken verbessert werden. Ich persönlich ziehe den lokalen Multiplayer vor. Die schnellen und effektvollen Kämpfe wird zudem nicht jeder mögen. Es ist nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Dadurch entstehen durchaus chaotische Situationen. Wenn viele Spieler an einem Kampf teilnehmen und eine Vielzahl an Effekten den Bildschirm dominieren, bricht schon Mal Chaos aus. Wenn ihr eher gemütliche und überschaubare Prügler mögt, wird euch die Art von Smash vielleicht abschrecken. Super Smash Bros. Ultimate ist quasi das Mario Kart der Beat ’em ups. Ich liebe Smash seit jeher für seine chaotischen Züge, doch ich verstehe auch gut, warum nicht jeder daran Gefallen findet.

Mein Fazit:

Super Smash Bros. Ultimate ist ein spaßiger Prügler, mit angenehmen Tempo und tonnenweise Content. Das Spiel überzeugt mit seiner Einsteigerfreundlichkeit und spricht so auch Gelegenheitsspieler an, die sonst möglicherweise nicht viel für das Genre übrig haben. Zu den Highlights gehört zweifelsohne der lokale Multiplayer. Egal ob mit den Kids, dem Partner oder Freunden – mit Mitspielern macht das Spiel besonders viel Spaß. Solisten kommen dank Abenteuermodus ebenfalls auf ihre Kosten. Natürlich darf auch online geprügelt werden.

Einmal in der Hand gehabt, fällt es schwer Super Smash Bros. Ultimate wieder wegzulegen. Das Game zieht den Spieler schnell in seinen Bann und ehe ihr euch verseht, klettert eure Spielzeit in unermessliche Höhen. Nur wenige Genrevertreter können mich heute noch über Stunden, Tage und Wochen an den Bildschirm fesseln. Smash gehört definitiv dazu.

Das Spiel bietet Anspruch, ohne für Gelegenheitsspieler eine zu harte Nuss zu sein. Meine zehnjährige Tochter und mein Mann spielen nie bis selten solche Spiele und haben schnell erstaunlich viel erreicht. Smash hat zudem seinen ganz eigenen Platz gefunden. Gameplay, Charaktere, das Geister-System und Co. geben dem Prügler seine ganz eigene Note. Nintendo beendet das Jahr 2018 mit einem echten Kracher. Für mich ist Smash DAS Nintendo Switch Spiel 2018.

Bildquelle: Nintendo

Offenlegung: Für dieses Review hat mir Nintendo das Spiel kostenlos zur Verfügung gestellt.

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