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Trüberbrook

Trüberbrook Review

Entwickler:         btf GmbH
Publisher:          Headup Games
Genre:              Adventure, Point-and-Klick
Plattformen:        Nintendo Switch PC, PlayStation 4, Xbox ONe
Preis:              ca. 24,99 Euro
Offizielle Website: http://trueberbrook.com/

Kurzurlaub in Trüberbrook

Das Mystery-Adventure Trüberbrook führt euch in die gleichnamige Stadt. Diese liegt inmitten der deutschen Provinz. Irgendwo tief im Nirgendwo und in den späten 1960er Jahren. Den jungen amerikanischen Physiker Hans Tannhauser verschlägt es an diesen Ort. Allerdings nur mehr oder weniger freiwillig. Er hat seinen Aufenthalt quasi gewonnen. Kaum hat er sein Zimmer in der Unterkunft bezogen, wird er mit einem Diebstahl konfrontiert. Wer mag auf die irrwitzige Idee gekommen sein, einen Text über Quantenphysik zu stehlen? Bei der Klärung dieses Rätsel steht ihm die Paläoanthropologin Gretchen zur Seite. Dabei stoßen sie auf die Spur des Erfinders Lazarus Taft, der einen Weg nach Hause sucht.

Trüberbrook ist mit seinen rund sechs Spielstunden zwar kurz, allerdings gespickt mit Anspielungen und Easter Eggs. An diesen dürften vor allem Science-Fiction Fans ihre Freude haben. Verpackt ist all das in ein klassisches Point-and-Click Adventure. Zu dessen Stärken gehören allerdings nicht die Rätsel, wenngleich das Spiel einige typische Puzzles bietet und ein paar durchaus kluge Rätsel bietet. Die Qualität der Aufgaben schwankt von unterhaltsam bis langweilig. Der Anspruch ist insgesamt betrachtet eher gering. Ich neige dazu, bei derlei Spielen zu kompliziert zu denken und bleibe auch ganz gerne Mal hängen. Mit den Aufgaben in Trüberbrook hatte ich keine nennenswerten Probleme, da diese relativ einfach gestrickt sind und nicht viel um die Ecke denken verlangen.

So müsst ihr etwa eine Katze fangen, nachdem ihr in einem Gespräch von dem entlaufenen Tier erfahrt. Da die Katze auf einem Baum sitzt, breitet ihr in einem alten Boot darunter ein Tischtuch aus, um den Sturz zu federn. Anschließend beschießt ihr die Katze von unten, sie fällt herunter, flieht und ihr lockt sie mit einer Dose Thunfisch aus der Reserve. Schließlich läuft sie davon und gerät beim Versuch, sie zu fangen, mit Strom in Kontakt. Ihr fangt die nun betäubte Katze mit einem Karton und übergebt sie dem glücklichen Besitzer. Die Szene war zwar durchaus unterhaltsam, das Rätsel allerdings sehr naheliegend und mühelos zu lösen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Spielwelt überschaubar ist und die meisten sammelbaren Gegenstände dadurch sofort ins Auge springen. Auch die  Zal der Interaktionsmöglichkeiten bleibt überschaubar.

Die Stärke des Spiels liegt in der liebevoll gestalteten Spielwelt und bei den kauzigen Charakteren. Für die Spielwelt wurden von Hand Miniaturkulissen geschaffen, die die Entwickler anschließend digitalisiert haben. Heraus kommt ein eigenwilliger und – wie ich finde – ansprechender Grafikstil. Durch den eher ungewöhnlichen Stil des Spiels gewinnt es an Wiedererkennungswert. Hier und dort wirken Hintergründe etwas zu grob und detailarm – insgesamt hat mich die Grafik allerdings begeistern können. Viele Szenen strotzen nur so vor kleinen Details und überzeugen damit.

Liebenswert sind auch die kauzigen und schrulligen Charaktere, wenngleich die sich einiger Klischees bedienen. Da ist zum Beispiel Trude, die die Unterkunft führt und nur schwer einzuordnen ist. Einerseits wirkt sie liebenswert, andererseits sehr ruppig. Trüberbrook wird von einer Reihe solch kauziger Charaktere bewohnt und schafft damit tatsächlich ein gelungenes Provinz-Flair. In Kombination mit dem Settting – Deutschland in den 60ern – überzeugend. Die Charaktere hätten durchaus noch etwas mehr Tiefe vertragen können, trotzdem sind sie mir ans Herz gewachsen.

Die technische Umsetzung auf der Nintendo Switch

Für mein Review habe ich mir die Nintendo Switch-Version des Spiels näher angesehen. Trotz aller Skepsis spielt sich das Adventure sehr eingängig und ordentlich. Point-and-Click ist zwar auf dem PC zuhause, Spiele wie Trüberbrook beweisen allerdings, dass das kein Muss mehr ist. Die Entwickler haben eine solide Möglichkeit gefunden, die Steuerung auch auf einer Konsole angenehm zu gestalten. In Kombination mit dem Handheld-Modus der Switch ein Gewinn. Ich hatte zwei Abende Spaß damit.

Etwas lästig sind hingegen die Ladezeiten. Die Bereiche des Spiels sind sehr klein und überschaubar und ihr werdet einige Male wechseln. Ein solcher Wechsel ist stets mit Ladezeiten verbunden – obwohl zumindest gefühlt kaum etwas geladen werden müsste. Einige Bereiche passen auf den Bildschirm, andere nehmen nur wenige Bildschirme ein. Etwas mehr technische Optimierung wäre hier sicher drin gewesen.

Positiv stechen dafür die Sprecher heraus, für die eine Reihe bekannter Persönlichkeiten wie Nora Tschirner, Dirk von Lowtzow und Jan Böhmermann zum Einsatz kamen. Vor allem die Performance von Nora Tschirner hat mir sehr gut gefallen. Sie verleiht Greta eine tolle Persönlichkeit. Die meisten Sprecher leisten gute Arbeit.

Trüberbrook ist kein herausragendes Adventure. Aufgrund einiger verzeihbaren Schwächen schafft es das Spiel nur zu Durchschnitt. Die Entwickler haben stellenweise einfach zu viel Potenzial verschenkt. Dennoch lohnt sich der Blick für Genrefans. Vor allem dann, wenn ihr etwas eigenwillige Spiele mit Wiedererkennungswert schätzt.

Zum Abschluss möchte ich noch ein Lob für die Retail-Version aussprechen. Neben dem Spiel beinhaltet sie ein kleines Booklet mit Texten und Artworks. In Zeiten, in denen Spiele teilweise nicht einmal mehr in den Hüllen enthalten sind, sondern nur noch eine Karte mit Code zum freirubbeln, freuen mich solche Kleinigkeiten umso mehr. Das Öffnen der Packung erwies sich als positive Überraschung.

Mein Fazit:

Trüberbrook ist ein charmantes Adventure, welches von seinen kauzigen, aber liebenswerten Charakteren lebt. Das Mystey-Adventuregame unterhält den Spieler rund sechs Stunden und liefert in dieser Zeit solide Point-and-Click Kost. Die mit gebauten Miniaturkulissen erstellte Landschaft verleiht dem Spiel eine eigenständige Optik und schafft Wiedererkennungswert.

Trüberbrook hat einige Schwachpunkte, wie die teilweise zu schlichten Rätsel, das eher schwache Ende und die schwankende Qualität der Umgebung, – weiß unterm Strich jedoch zu unterhalten. Auch die Umsetzung für die Nintendo Switch kann punkten. Die Steuerung ist einfach und geht nach wenigen Minuten wie selbstverständlich von der Hand. Auch mit seinen Ecken und Kanten ist Trüberbrook eine Reise wert. Schade, dass das Spiel hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und so nur ein durchschnittliches Adventure geworden ist. Es unterhält einen Spieldurchgang gut, weckt anschließend aber wenig Lust, das Abenteuer noch einmal zu erleben.

Offenlegung: Nintendo hat das Spiel für dieses Review kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

Bildquelle: btf GmbH

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