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Control Review

Entwickler:         Remedy
Publisher:          505 Games
Genre:              Action, Shooter, Mystery, SciFi
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox ONe
Preis:              ca. 59,99 Euro
Offizielle Website: https://www.remedygames.com/games/control/

Willkommen beim Federal Bureau of Control

Remedy ist zurück und schickt uns in der Rolle von Jesse Faden ins Älteste Haus. Dort ist das Federal Bureau of Control – kurz FBC – untergebracht. Stellt euch darunter eine paranormale Version des FBI vor. Natürlich ist auch hier alles streng geheim. Das FBC verwahrt eine ganze Reihe von mysteriösen Gegenständen. Mysteriöse Gegenstände, die die Macht haben, Jesse mit mysteriösen Fähigkeiten zu versorgen. Diese rücken im Spielverlauf zunehmend in den Vordergrund.

Jesse Faden ist die neue Direktorin beim Federal Bureau of Control. Dabei scheint sie zunächst nur wenig davon zu halten und stört sich an den Förmlichkeiten. Tatsächlich wurde Jesse abrupt auf den Posten gehoben. Zu Spielbeginn findet sie sich im Ältesten Haus wieder, wo sie schließlich die Waffe des Direktors aufhebt – und dadurch zur neuen Direktorin wird. Im Spielverlauf wächst sie in diese Rolle hinein, auch wenn sie erst selbst wenig überzeugt wirkt.

Der Charakter Jesse Faden erinnert ein wenig an die junge Scully aus Akte X. Tatsächlich bietet das Spiel – im positiven Sinn – Akte X-Feeling. Jesse ist eine Person, die gerne über Situationen nachdenkt und sie wird in Control zahlreiche Rätsel lösen. Besonders auffallend sind im Spiel die Selbstgespräche von Jesse, für die es einen Grund gibt. An dieser Stelle möchten wir euch nicht zu viel verraten. Es sei jedoch erwähnt, dass es sich um ein geschicktes Erzählelement handelt. Die Figur Jesse ist dadurch stets präsent und es verleitet den Spieler zum Nachdenken.

Um noch einmal den Bogen zu Akte X zu schlagen: Das Spiel verzichtet auf Logik und Wissenschaft. Stattdessen wird geschickt Mystery mit Science-Fiction kombiniert. Das Hauptquartier vom FBC scheint mit mehreren Dimensionen zu interagieren. Gerade zu Spielbeginn liegt viel im Verborgenen. Stück für Stück werdet ihr an die Mysterien und Eigenarten herangeführt und das Bild wird klarer. Warum hat man überhaupt nie von einer Institution wie dem FBC gehört? Auch diese Frage bleibt nicht unbeantwortet. Zumindest im Spiel. In unserem Review werdet ihr keine Antwort finden.

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Verrückte Welt trifft auf verrückte Geschichte

Die Story von Control wird über Zwischensequenzen, Live-Action-Videos und Fundstücke erzählt. Besonders die Live-Action-Videos geben dem Spiel einen interessanten Anstrich. Control wird euch einige Informationen über das FBC und die Spielwelt auf dem Silbertablett servieren. Jedoch längst nicht alle. Viele sind in Akten, Notizen, Mitteilungen und anderen Fundstücken zu entdecken, die ihr zahlreich finden könnt. Einige dieser Sammelgegenstände sind völlig banaler Natur. So wird zum Beispiel in einer darum gebeten, sämtliche Termine einer Person abzusagen. In anderen erfahrt ihr mehr über Fälle, mysteriöse Gegenstände und vieles mehr. Teilweise lassen sich so sogar nützliche Hinweise zu Gegnern oder Rätseln aufspüren. Auch wenn längst nicht jedes Sammelobjekt nützlich ist, sind auch diese letztlich Teil eines Ganzen. Immerhin spielen wir bei einer Behörde, die nun einmal einen gewaltigen Verwaltungstrakt mit sich bringt. Aktennotizen, Mitteilungen und Co. gehören zu einem Behördenalltag genauso, wie wichtige Fallakten.

Es ist ein wenig schade, wie viele Details zur Spielwelt sich in den Fundstücken verbergen. So manches ist wirklich interessant. Dies dürfte aber auch dem aktuellen Zeitgeist geschuldet sein. Langatmige Erklärungen und Storysequenzen sind oft gar nicht mehr gewünscht. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass euch die Akten und Co. nur dann angezeigt werden, wenn ihr sie im Inventar anseht. Lesen vieler Texte ist längst nicht mehr angesagt. Daher gehen Entwickler inzwischen häufig diesen Kompromiss, den auch Control bietet. Wer Lust auf viele Details rund um die Spielwelt hat, bekommt diese, aufgedrängt werden sie dem Spieler aber nicht. Was wir gerne gesehen hätten, wären mehr Memos, die abgespielt werden können. Diese sind relativ rar gesät.

So mysteriös die Welt von Control auch ist – sie wirkt insgesamt sehr durchdacht. Zunächst erscheint sie relativ linear. Dann öffnet sich die Spielwelt und bietet euch diverse Möglichkeiten, von der Hauptmission abzuweichen. Die Welt erinnert mit ihrem verschachtelten Aufbau ein wenig an Spiele wie Dark Souls, auch wenn diese Qualität hier nicht erreicht wird. Ihr könnt in Control von der Story abkommen, aber die Welt ist nicht kompliziert und groß genug, um den Spieler verloren dastehen zu lassen.

Die Spielwelt von Control wirkt auf eine verrückte Art schlüssig. Getragen wird all dies von einem Storytelling auf hohem Niveau. Die verrückte Welt bietet einer Reihe verrückter Geschichten ein Zuhause. Darunter definitiv auch die ein oder andere Überraschung und Kuriosität. Auch an Easter Eggs hat Remedy gedacht. Als Spieler werdet ihr viel entdecken können, wenn ihr euch auf die Mysterien des Spiels einlasst.

Die Spielwelt ist in Ebenen unterteilt. Sie ist nicht riesig, aber dienlich. Ihr findet in ihr viele Verstecke und Extras. Die Welt ist mit Inhalten durch Haupt- und Nebenquests gefüllt. Obendrein ist sie perfekt für die Erweiterung mit DLCs. Die Areale sind offener als bei bisherigen Remedy Spielen, dafür meist kleiner und überschaubarer. Manchmal sind sie etwas generisch, aber oft punkten sie mit viel Liebe zum Detail. Der Stil erinnert ein wenig an die Jahrhundertmitte, was wirkt, als wäre die Zeit beim FBC stehengeblieben. Einziger Kritikpunkt: die Karte. Das Ding ist eine Zumutung und verwirrt mehr, als es hilfreich wäre. Hier wäre eine Karte a la Zelda toll gewesen.

Überraschenderweise bietet Control nicht nur eine Reihe von Hauptmissionen, sondern auch Nebenmissionen. Hier erwarten euch einige spannende Nebengeschichten. Leider bleibt zum Teil Potenzial liegen. Dies gilt auch für die Nebencharaktere im Spiel. Die wirken bisweilen zu blass. Die holprigen Gesichtsanimationen machen es nicht besser. Es mag für einige paradox klingen, doch wir hätten uns tatsächlich mehr Dialoge gewünscht. Die Charaktere erzählen einige interessante Dinge über die Spielwelt. Da wir diese faszinierend finden, hätten wir gern noch ein paar mehr Details aufgesogen. Glücklicherweise sind für die Zukunft DLCs angekündigt. Her damit, wir sind bereit!

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Mehr Max Payne, weniger Alan Wake

Remedy hat im Laufe der Jahre eine Reihe von Spielen gemacht, die wir alle mit Freude gespielt haben. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Entwicklerstudio, für viele Stunden Spielspaß. Control ist seit Max Payne das erste Spiel von Remedy, bei dem das Gefühl entsteht, die Technik dient dem Gameplay. Zuletzt war dies genau umgekehrt. Quantum Break etwa war eine tolle technische Demo, das Gameplay aber kaum der Rede wert. Dasselbe gilt für Alan Wake.

Die Animationen bei Control sind hakeliger als in Quantum Break. Auch das Motion Capture überzeugt hier weniger. Mit einer Ausnahme: Jesse. Die Animationen wirken überraschenderweise ein wenig in die Jahre gekommen. Auch die Lippensynchronität lässt zu wünschen übrig. In der englischen Version fällt dies weniger auf. Die Stimmung der englischen Version ist besser, weshalb wir dazu raten, mit dieser Sprachausgabe zu spielen. Dies ist insofern schade, da die deutschen Sprecher rein technisch gute Arbeit leisten.

Trotz ein paar Wermutstropfen fühlt sich das Spiel runder an. Die Balance zwischen technischen Mitteln und der Dienlichkeit des Gameplay harmonieren hier besser. Die Grafik ist auf den ersten Blick gar nicht so spektakulär. Hier lohnt sich jedoch ein zweiter Blick. Schatten und Reflexionen sind real und Remedy hat wie gewohnt grandiose Arbeit bei Schatten und Licht geleistet. Die Objekte im Spiel interagieren alle mit der Umgebung. Was wir hingegen vermissen ist HDR. Hier liefern die Entwickler hoffentlich noch nach.

Neben der Grafik fällt die Physik ins Auge. Das Spiel bietet tolle Physikeffekte. Das Highlight dabei ist die Interaktion zwischen den Kräften von Jesse und der Umgebung. Die Kämpfe liefern Schlachtfeldfeeling – quasi ein Indoor Battlefield. Hat Jesse in einem Raum mit den Gegnern aufgeräumt, ist der nicht mehr wiederzuerkennen. Selbst nach stundenlangem Spiel begeistern die Effektgewitter noch. Dabei haben wir „nur“ auf der Xbox One X gespielt. Früher oder später muss das Spiel hier daher noch einmal her, um es mit RTX zu genießen.

Die verrückte Spielwelt erlaubt eine Reihe großartige geskriptete Effektspiele. Da haben wir schon so manches größere Studio mit weniger kreativen Ideen gesehen, was die Nutzung ihrer Engine anbelangt.

Als Gerüst für Control dient die Nortlight Engine, die von Remedy selbst ist. Diese leistet tolle Arbeit, vor allem beim Ambiente. Texturarbeit und Details sind oberes Mittel. Die KI der Gegner ist unteres Mittel. Die KI setzt auf verschiedene Taktiken und Gegnertypen. Mit der Zeit fällt es als Spieler jedoch leicht, die Schwächen dahinter zu erkennen. Dadurch ist die KI dann leicht zu überlisten. Manchmal handelt diese auch nicht sinnvoll.

Das Spiel ist nicht leicht, aber auch nicht sonderlich schwer. Bis zum ersten Boss ist es relativ einfach, dann wird es angenehm knackig, aber nie unfair. Die Gegner wissen jedoch dummes Vorgehen von Seiten des Spielers auszunutzen. Selbst schwächere Gegner lassen euch schnell ins Gras beißen, wenn ihr ungeschickt vorgeht. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Gegnertypen, die verschiedene Mechaniken bieten. Daher wird vom Spieler ein gewisses Maß an Flexibilität gefordert. Es macht Spaß, die Gegnergruppen zu besiegen, auch wenn diese selten gut als Gruppe agieren.

Ein paar technische Abstriche gibt es dennoch. Auf unserer Testplattform – der Xbox One X – kam es zu teilweise starken Performanceeinbrüchen. Primär treten diese bei Effektgewittern auf, teilweise aber auch grundlos. Ebenfalls nervig sind Gegner, die mit euch an Kontrollpunkten spawnen. In solchen Situationen kommt es dann zu Beschuss unter Rucklern, was nicht sein sollte.

Eine Optimierung bei den Ladezeiten würden wir ebenfalls begrüßen. Diese sind relativ lang. Gerade in den ersten Spielstunden sind wir einige Male gestorben. In diesen Situationen fielen die Ladezeiten besonders auf. Sonst gibt es davon angenehm wenige im Spiel.

Unglücklicherweise haben die Entwickler auf einen Fotomodus verzichtet. Ein Frevel bei der tollen Kulisse und den Effektschauspielen. Ein solcher muss unserer Meinung nach einfach noch kommen. Alles andere wäre Verschwendung.

Nicht außer Acht gelassen werden sollte bei der Technik der Soundtrack. Bei dem hat Remedy gewohnt hohe Qualität abgeliefert. Der Soundtrack fügt sich nahtlos in die Spielwelt ein und er trägt die Atmosphäre. Die musikalische Untermalung passt sich dabei stetig der Situation an. So gibt es etwa Bereiche, in denen ihr mit dem sogenannten Zischen konfrontiert werden. Entsprechend eindringlich hämmert sich dieses in eure Ohren. Es ist passenderweise aufdringlich, fast schon penetrant und lästig. Damit liefert es aber eben genau, was man von ihm erwartet. Andere Male setzt peppigere Musik ein, mit der die Kämpfe untermalt werden. Übrigens wieder dabei ist ein Song der finnischen Band Poets of the Fall. Bei Remedy hat das quasi schon Tradition. Ihr werdet im Spiel auf „My Dark Disquiet“ von Poets of the Fall stoßen.

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Remedy und Gameplay? Yes, they can!

Remedy war zuletzt dafür bekannt mit Story zu punkten und beim Gameplay wenig zu bieten. Vergesst diese ollen Kamellen. Alan Wake und Quantum Break waren gestern, heute ist Control und Control punktet in beiden Aspekten.

Angenehm aufgefallen ist zunächst einmal der Schwierigkeitsgrad, der nicht verstellt werden kann. Die Kämpfe sind im oberen Mittel angesiedelt, was den Schwierigkeitsgrad betrifft. Spätere Bosse und Nebenmissionen sind teilweise härter, aber niemals unfair. Da wir gerade beim Thema sind: Die späteren Nebenmissionen sind deutlich besser als die im frühen Spiel und sehr spielenswert.

Dafür sorgen die fünf Waffenformen der Amtswaffe, die ihr im Spielverlauf freischaltet. Zunächst ist die Action eher gemächlich. Je mehr Formen und Fähigkeiten ihr erlangt, desto spektakulärer wird es. So lassen sich später etwa zwei Gegner in einer Reihe onehitten, wenn ihr erst Mal Stich verwenden könnt. Mit dem Lader könnt ihr quasi Raketen auf eure Gegner hageln lassen. Die Servicewaffe hat fünf Formen, von denen ihr stets zwei mitnehmen könnt. Die Waffe des Direktors ist eine Art übernatürliche Allzweckwaffe, die mit Modifikationen verstärkt werden kann. Praktischerweise hat sie unendlich Munition. Der Haken dabei? Habt ihr alle Schuss verbraucht, müsst ihr warten bis sie wieder nachgeladen hat. Mit Mods könnt ihr die Waffe stärken, mehr Munition erhalten und mehr.

Ihr könnt auch Jesse mit Mods ausstatten und sie so etwa widerstandsfähiger, stärker oder schneller machen. Welche Mods geeignet sind, hängt immer von der jeweiligen Situation ab. Nicht alle Mods sind bei allen Gegnertypen sinnvoll. Hier wäre es schön, wenn der Wechsel zwischen den Formen besser funktionieren würde. Ein Auswahlrad zum Beispiel hätte Abhilfe geschaffen. So wären die Mods auch der Vielfalt an Gegner gerecht geworden. Gerade bei großen Kämpfen hätte sich dies als dienlich erwiesen. Alle Formen teilen einen Munitionsvorrat, der sich bei Nicht-Benutzung wiederauflädt.

Das Gameplay setzt auf einen Mix zwischen Fähigkeiten und Waffen. Ihr solltet hier also keinen reinen Shooter erwarten. Jesse Faden stehen eine Reihe von Fähigkeiten zur Verfügung. So kann sie etwa Objekte auf Gegner schleudern, ein Schild erschaffen, oder schweben. Was es sonst noch so gibt, findet ihr am besten selbst im Spiel heraus. Eines können wir an der Stelle jedoch verraten: Jesse spielt sich richtig cool, wenn sie erst Mal eine Reihe dieser Fähigkeiten erlangt hat.

Die Fähigkeiten von Jesse lassen sich verbessern, indem ihr durch Missionen Fähigkeitspunkte verdient. Ihr müsst also nicht sinnlos Gegner farmen, um superstark zu werden. So könnt ihr zum Beispiel Schleudern aufwerten und später euren Gegner ganze Fahrzeuge an den Kopf knallen – im wahrsten Sinne des Wortes. Je größer die Objekte, desto mehr Schaden richten sie an. Schleudern kann bei ausreichend Aufwertung praktischerweise auch Granaten auffangen – die ihr dann ebenfalls dem Gegner um die Ohren hauen könnt. Skill- und Modsystem hätten unserer Ansicht nach ruhig noch umfangreicher ausfallen können. In seiner aktuellen Form ist es dienlich, nicht mehr. Vielleicht legt Remedy hier ja noch mit DLCs nach?

Das Gameplay ist insgesamt runder als bei Quantum Break und Alan Wake. Es ist weniger routiniert, dafür dynamischer. Es erinnert mehr an das Dungeoncrawler-Prinzip. Die Kämpfe fühlen sich intensiv an, auch wenn dieser Eindruck am Anfang noch nicht da ist. Es geht tatsächlich ziemlich ruhig los, bis das Spiel ein Effektgewitter erzeugt und Fans von viel Action in seinen Bann ziehen wird. Die Areale im Spiel mit Rätseln und geheimen Übergängen erinnern an Spiele wie Zelda oder Dark Souls. Diese Mechaniken sind in Control gut adaptiert. Gameplay, Story und Technik sind aufeinander abgestimmt, was am Ende ein rundes Gesamtpaket entstehen lässt.

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Fazit von Tim:

Control weckt in mir das Gefühl, welches zuerst Akte X in den 90er Jahren auslösen konnte: Die Faszination für das Mysterium und das Unbekannte. Remedy Entertainment gelingt es wieder einmal spannende Geschichten zu erzählen. Jesse erweist sich als vielschichtige Persönlichkeit mit geradezu realistischer Charakterentwicklung. Ein netter Kontrast zur sonst oft unwirklich wirkenden Welt. Control spielt mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit. Verrückt ist hier nicht die Ausnahme, sondern Teil der geheimnisvollen Astralebene.

Das FBC, was sich anfangs wie ein unkreativer Einfall anhört, erweist sich im Verlauf der Erzählung als immer authentischer. Zu dieser Authentizität trägt der geschickte Erzählmix aus Gedanken, Dialogen, Zwischensequenzen und zahlreichen Sammelobjekte bei. Für Spieler gibt es zweierlei Gründe die Welt zu erkunden. Zum einem wären da die erwähnten Sammelobjekte, zum anderen die Modifikationen für das Kampfsystem – die gerne auch hätten umfangreicher ausfallen können.

Wer stärker werden will, muss sich auf die Missionen und die Gefahren aus dem Ältesten Haus einlassen. Schade nur, dass das Zurechtfinden aufgrund einer unübersichtlichen Karte gerade am Anfang unnötig schwer ist. Hat man erst einmal den Dreh raus, macht das Erkunden umso mehr Spaß – denn Control belohnt den Spieler ständig aufs Neue.

Ist man nicht damit beschäftigt durch die Welt zu irren, Aufträge zu erfüllen und die Mysterien des Ältesten Hauses aufzudecken, kämpft sich Jesse durch die Gegnermassen. Diese fallen zwar vielfältig aus, bleiben jedoch hinter den Möglichkeiten einer modernen KI zurück. Immerhin reißt das Effektgewitter die Inszenierung der gerade später routinemäßig ablaufenden Kämpfe wieder raus. Bosskämpfe stellen später eine gelungene Herausforderung dar und stellen Spieler auch vor neue oder abgewandelte Kampfmechaniken.

Der Mix aus Fähigkeiten und unterschiedlichen Waffen lädt zu spektakulären Kämpfen ein. Die zahlreichen Partikel-, Licht- und Physikeffekte lassen so manchen Superheldenkampf alt aussehen. Remedy weiß mit der Technik zu begeistern, leider manchmal zu Lasten der Framerate.

Doch die kleinen Schnitzer kann man Control verzeihen, denn es bleibt noch immer ein hervorragendes Spiel. Mit rund 20 Stunden Spielzeit ist die Geschichte angenehm umfangreich. Sammler und Entdecker können nochmal 10 bis 15 Stunden zusätzliche Spielzeit einplanen. Zukünftige DLCs werden diese in Zukunft hoffentlich noch deutlich steigern.

Fazit von Christine:

Auf der einen Seite ist da Jesse Faden mit ihren wirklich coolen Kräften, auf der anderen Seite sind in Control Gegner, die jeden meiner Fehler  gnadenlos auszunutzen wissen. Das Spiel ist angenehm knackig, niemals unfair und auch nicht zu schwer. Mein Händchen hält es allerdings auch nicht und wenn ich dumm agiere, lässt mich Control dies eiskalt spüren. In den ersten Spielstunden habe ich Jesse einige Male sterben lassen. Das Spiel bietet euch eine Reihe von tollen Waffen und paranormalen Fähigkeiten. Control verlangt vom Spieler, damit auch richtig umgehen zu können. Habt ihr den Dreh Mal raus, dürft ihr euch auf eine Mystery Story freuen, die in ihren Bann zieht. Untermalt wird diese von einem tollen Effektspektakel aka Gameplay. Wer wie ich Fan von Actionspielen ist, die sich flüßig und angenehm spielen lassen, wird hier gut bedient. Hier stimmt erfreulicherweise auch die Balance zwischen Story und Gameplay. Für mich das beste Remedy Spiel. Es gibt ein paar technische Schnitzer, wie Einbrüche der Framerate, miese Lippensynchronität und hölzerne Gesichtsanimationen – die nehme ich aber gern in Kauf. Es stimmt davon abgesehen einfach zu viel, um das Ding unbeachtet in die Ecke zu stellen.

Ein persönlicher Pluspunkt: Poets of the Fall. Wie so viele habe ich die Band einst durch ein Spiel von Remedy entdeckt. In Control gibt es auch wieder einen Song der Band auf die Ohren. Gehört für mich einfach dazu. Bei mir läuft seit Tagen das Album „Ultraviolet“ der Band in Endlosschleife.

Bildquelle:  Eigene Screenshots aus dem Spiel  Control (Xbox One-Version)

Offenlegung: Für dieses Review hat 505 Games Germany freundlicherweise das Spiel kostenlos für die Xbox One zur Verfügung gestellt.

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