Minecraft Dungeons Review

Zufall und davon viel

In Minecraft Dungeons spielt Zufall in mehrfacher Hinsicht eine große Rolle. Angefangen bei den Missionen. Begegnet ihr an einer Stelle eben noch einem Magier, kann es beim nächsten Mal eine Gruppe Skeletreiter sein. Auch der Aufbau der Missionen hat einen Zufalls-Faktor. Der Kern einer jeden Mission ist identisch. Die Story bleibt gleich und auch der grundlegende Aufbau ist fest. Die Karten gibt es allerdings aus verschiedenen Perspektiven, wodurch sie sich ändern. So gibt es beispielsweise einen Level, in dem ihr an einem großen Schiff aus Holz vorbeikommt. Selten ist die Perspektive so, das ihr über das Schiff laufen müsst. Dazu kommt ein weiterer Faktor. Einige Missionen werden gelegentlich um optionale Kartenabschnitte ergänzt, die euch zum Beispiel zu Mini-Dungeons bringen, die ihr erkunden könnt. Oft warten in diesen Bereichen Geheimnisse.

Durch diese vom Zufall bestimmten Elemente bleibt es auch dann spannend, wenn eine Mission zum wiederholten Mal gespielt wird. In einigen Missionen habe ich nach einem Dutzend Durchgängen plötzlich ein zuvor nie da gewesenes Geheimnis entdeckt.

Die Zufallskomponente hat allerdings auch ihre Schattenseiten. Minecraft Dungeons treibt diese nämlich auf die Spitze und wehe dem, der RNG-Gott ist euch hier nicht hold. Mit Pech eiert ihr zig Level mit einer Rüstung rum, weil euch einfach nichts besseres in die Hände fällt. Ihr könnt zwar gezielt Ausrüstungsarten farmen, aber dies garantiert euch noch lange nicht euren Wunschloot. Eure Ausrüstung besteht im Spiel aus Nahkampfwaffe, Fernkampfwaffe, Rüstung und drei Artefakten. Elementar sind zudem die Verzauberungen für Waffen und Rüstung. Die gewähren nützliche Effekte wie Heilung, Bereichsschaden und Explosivkraft. Es gibt unzählige mehr oder weniger nützliche Verzauberungen und dadurch viele Varianten, effektive Builds zu erschaffen. Vorausgesetzt, ihr kommt auch an das Zeug ran. In Sachen Loot ist der RNG-Faktor manchmal ein wenig zu viel des Guten.

Wermutstropfen

Trotz einiger Abstriche hatte ich jede Menge Freude mit Minecraft Dungeons. Einige kleine Wermutstropfen haben die jedoch getrübt und hätten nicht sein müssen. Allen voran Probleme das Spiel überhaupt am PC zu starten. Als Content Creatorin hatte ich bereits vor Launch Zugang zum Spiel. Leider nicht am PC – wegen eines Fehlers, durch den scheinbar die gültige Lizenz nicht erkannt wird. Ursprünglich hatte ich geplant, auf meinem Rechner zu spielen. Gezwungenermaßen bin ich auf die Xbox One X ausgewichen.

Mit Launch hatte ich die Hoffnung, endlich auch am PC starten zu können. Fehlanzeige! Trotz Game Pass Ultimate habe ich angeblich keine gültige Lizenz. Ein Fehler, der einige Spieler betrifft. Auch Wochen nach Release noch. Ärgerlich und ausgesprochen uncool.

Auch fehlende Features wie Crosssave und Crossplay sind bedauerlich. Crosssave ist leider nicht vorgesehen, was ich schade finde. Minecraft Dungeons bietet nicht die Langzeitmotivation eines Minecraft. Möchte der Spieler jedoch das maximale Level erreichen, den Endboss auf höchster Schwierigkeitsstufe legen und gute Ausrüstung haben, gehen reichlich Spielstunden dafür drauf. Viele Microsoft Studios Games bieten dieses Feature und ich nutze es gern.

Crossplay soll in Kürze folgen – so hieß es schon vor Launch des Spiels. Inzwischen sind einige Wochen vergangen und der erste DLC steht unmittelbar vor der Tür. Ob dieser Crossplay bringt, bleibt abzuwarten. Erwähnt haben die Entwickler es jedenfalls im letzten Blogpost nicht. Minecraft macht – egal ob das Original oder Dungeons – im Koop wirklich viel Spaß. Mit Crossplay würde eine weitere Barriere einstürzen.

Das Fehlen von Crossplay ist ärgerlich, das Fehlen von Crosssave sehr bitter. Dass die PC-Version keine Onlinesicherung der Savegames bietet, grenzt an Unverschämtheit. PC-Nutzer laufen somit Gefahr, ohne manuelle Sicherung dutzende Spielstunden zu verlieren. Hinter Mojang steht mit Microsoft einer der größten Cloud-Anbieter der Welt. Umso unverständlicher sind derlei Defizite, zumal zahlreiche Microsoft Studios Titel zeigen wie es besser geht.

Ebenfalls nervig: Teilweise kommt es zu Performance-Einbrüchen im Multiplayer. Selbst dann, wenn wir ihn als Familie innerhalb unseres Netzwerks gespielt haben, blieben diese nicht aus.

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Mein Fazit:

Minecraft Dungeons ist ein solider Dungeon Crawler, der einige Stunden Spielspaß bietet. Für Platzhirsche ist das Spiel keine Konkurrenz, dafür kratzt es mit seinen Mechaniken zu sehr an der Oberfläche. Schade ist auch, wie wenig man aus der Marke Minecraft gemacht hat. Optisch ist es gelungen und die vielen Geheimnisse zu erkunden macht Spaß. Auch die Geschichte passt. Mine und craft werden jedoch schmerzlich vermisst. Vor allem Crafting wäre eine super Erweiterung für das Spiel. Letztlich ist die einzige Übereinstimmung mit Minecraft die Optik

Nichtsdestotrotz ist es ein gutes Spiel. Minecraft Dungeons punktet als familienfreundliches und einsteigerfreundliches Spiel. Auf den zweiten Blick bietet es mehr Tiefe und Anspruch als die ersten Stunden vermuten lassen. Wer es als Kinderspiel abstempelt hat schlicht nicht lang genug gespielt. Niemand der sich die Mühe gemacht hat den Endboss auf Apokalyptisch zu legen käme auf die Idee, das Spiel als zu einfaches Kinderspiel zu betiteln.

Die zum Teil zufällig generierten Level, mit wechselnder Perspektive sind ein nettes Gimmick. Auch das Verzauberungs-System überzeugt, da dadurch viele Spielstile unterstützt werden und diverse Build-Möglichkeiten gegeben sind.  Umso ärgerlicher ist es, dass die Ausrüstung allein dem Zufall überlassen bleibt.

Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt. Der erste DLC steht vor der Tür und weitere Inhalte sollen folgen. Die Grundlage überzeugt trotz Abstrichen. Nun bleibt zu hoffen, dass das Spiel eine ähnlich positive Entwicklung hinlegt, wie Minecraft.

Bildquelle: Mojang

Offenlegung: Das Spiel wurde freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

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