story_of_seasons_reuninon_in_mineral_town

Story of Seasons: Friends of Mineral Town Review

Entwickler:         Marvelous
Publisher:          Marvelous
Genre:              Simulation, Feeld Good, Bauernhof-Simulation
Plattformen:        Nintendo Switch, PC
Preis:              ca. 49,99 Euro
Offizielle Website: http://www.storyofseasons.com/fomt/

Idylle auf dem Bauernhof

Als Kind habe ich sehnsüchtig in Magazinen über Videospiele die Beiträge über Spiele der Harvest Moon-Reihe gelesen. So ein virtuelles Leben auf dem Bauernhof wirkte idyllisch. Leider war das Geld damals knapp und so sollte es noch viele Jahre dauern, bis ich endlich zum ersten Mal ein Harvest Moon spielen konnte. Zu dieser Zeit war ich längst kein Kind mehr, doch die Reihe faszinierte mich noch immer. Das Spielerlebnis war so toll, wie ich es mir immer erträumt hatte. Ruhig, entspannt und genau richtig, um einfach die Seele baumeln zu lassen.

Harvest Moon trägt aus lizenzrechtlichen Gründen bei uns inzwischen den Namen Story of Seasons. Der Name Story of Seasons: Friends of Mineral Town mag daher zunächst für etwas Verwirrung sorgen. 2003 erschien das Spiel als Harvest Moon: Friends of Mineral Town. Das Spiel, welches einst für den Game Boy Advance veröffentlicht wurde, feiert auf der Nintendo Switch und dem PC ein Comeback. Für mein Story of Seasons: Friends of Mineral Town Review habe ich mir die Nintendo Switch-Version angesehen.

Story of Seasons: Friends of Mineral Town ist ein typisches Feel Good Spiel wie Animal Crossing, Stardew Valley oder Abzû. Es verschlägt euch in den kleinen Ort Mineralstadt, wo ihr ein neues Leben beginnt. Zu Spielbeginn legt ihr fest, ob ihr einen männlichen oder weiblichen Charakter spielen möchtet. Neben den klassischen Charakteren Pete und Claire stehen euch auch mit Naomi und Yuuto zwei neue Protagonisten zur Verfügung. Habt ihr euch entschieden, startet ihr in euer neues Leben auf der Farm eures verstorbenen Großvaters. Diese ist inzwischen ziemlich heruntergekommen. Es gilt also zunächst, diese auf Vordermann zu bringen.

Die ersten Spielstunden in Story of Seasons: Friends of Mineral Town sind deutlich angenehmer als in so manchem anderen Serienableger. Zwar schauen regelmäßig bei euch Stadtbewohner vorbei, um euch essenzielle Dinge zu erklären, ihr könnt aber schon in den ersten Spielminuten selbst auf erste Entdeckungstouren gehen und einige Dinge erkunden. In manch anderem Ableger klickt ihr euch zunächst durch einen Schwall an Dialogen, ehe es endlich losgeht. Zwar erhaltet ihr auch hier nur stückweise Zugang zu neuen Funktionen, aber die Einführung spielt sich angenehm und die Entwickler fassen sich kurz. Wichtige Dinge werden in knackig kurzen Infoboxen erklärt. Alte Hasen können daher viele Teile der Einführung überspringen.

Ein typischer Tag in Story of Seasons besteht aus Farmarbeit, Tierpflege und der Interaktion mit den Bewohnern von Mineralstadt. Ihr züchtet Obst und Gemüse, kümmert euch um eure Tiere und schließt mit der Zeit Freundschaften. Zahlreiche Heiratskandidaten und -kandidatinnen wollen umworben werden. Legt ihr euch genug ins Zeug, könnt ihr schließlich das Herz eures Herzbuben oder eurer Herzdame erobern und Hochzeit feiern. Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle, Same-Sex Beziehungen sind möglich.

Zwischendurch dürfen ein paar Festivals natürlich nicht fehlen. Auch diese dienen vor allem der Pflege eurer sozialen Kontakte. Obendrein bringen sie Farbe in die tägliche Routine bei der Farmarbeit. Neben dieser lässt sich die Zeit in der Mine, beim Angeln und mit Kochen verbringen. Story of Seasons: Friends of Mineral Town bietet, was Fans von einem Story of Seasons oder auch Harvest Moon erwarten. Nicht mehr und nicht weniger.

Verglichen mit einigen jüngeren Games dieser Art mag dies wenig erscheinen. Spiele wie Stardew Valley und My Time at Portia sind komplexer und umfangreicher. Genau aus diesem Grund schätze ich aber Story of Seasons nach wie vor. Das ebenfalls kürzlich erschienene Summer in Mara ist ein Paradebeispiel dafür, wie derlei Spiele nicht funktionieren. Zu wenig Freiheiten, zu viel gescriptet und zu viel Führung vom Spiel. Weniger ist manchmal einfach mehr. Story of Seasons: Friends of Mineral Town ist einer der besten Serienableger und bietet, was ich von einem Harvest Moon möchte. Ein routinierter virtueller Alltag zwischen dem Bürsten meiner Tiere und der Ernte von Obst und Gemüse. Unterbrochen wird dieser von gelegentlichen Events.

Story of Seasons: Friends of Mineral Town bietet einige Neuerungen gegenüber dem Original. So könnt ihr zum Beispiel zwischen Easy und Normal Mode wählen. Wählt ihr den Easy Mode, spielt ihr mit einigen Erleichterungen. Einige Funktionen wie das Fischen und Kochen wurden überarbeitet, wie auch die Designs der Charaktere und deren Sprites. Ihr dürft euch außerdem auf mehr Kleidungsstücke und neue Tiere freuen. Darunter die Kaffeekuh. Wolltet ihr schon immer mal einen Pinguin oder ein Wasserschwein als Haustier haben? Dann ist Story of Seasons: Friends of Mineral Town euer Spiel. Dazu kommen praktische Neuerungen wie die Möglichkeit jederzeit speichern oder Spielstände laden zu können und satte acht Speicherplätze. Deutsche Texte bietet das Spiel ebenfalls.

Unterm Strich keine weltbewegenden Neuerungen, aber sie runden ein ohnehin gutes Spiel noch etwas mehr ab. Viel zu meckern gibt es hingegen nicht. Hier und dort hätte etwas mehr Substanz nicht geschadet. Vor allem die Events könnten mehr bieten. Von einem Story of Seasons erwarte ich kein von Anfang bis Ende durchgescriptetes Abenteuer. Gerade bei Dingen wie Events könnten die Entwickler für künftige Ableger aber durchaus einen Blick auf die Dinge werfen, die die Konkurrenz bietet. Auch was die Dialoge mit den Bewohnern von Mineralstadt anbelangt wäre ein wenig mehr Abwechslung nicht verkehrt. Dazu kommen teilweise lästige Animationen, die sich leider nicht abstellen lassen. Allen voran jene, wenn euer Charakter erschöpft ist. Derlei Kleinigkeiten trüben den Spielspaß jedoch nicht. Wer Story of Seasons kennt und liebt, wird auch hier seine Freude haben.

story_of_seaons_friends_of_mineral_town_screen_german_1

 

Mein Fazit:

Story of Seasons: Friends of Mineral Town erscheint genau richtig. In dieser nicht immer stressfreien Zeit ist es wie Balsam für die Seele. Ein Feel Good Spiel, welches neben Animal Crossing: New Horizons derzeit ein Dauerbrenner auf meiner Nintendo Switch ist. Fans bekommen hier, was sie von einem Story of Seasons – oder auch Harvest Moon – erwarten. Ein idyllisches Landleben voller Farmarbeit und mit der Pflege niedlicher Tiere. Niedlich ist auch der zauberhafte Look des Spiels, der es mir sofort angetan hat. Neben der schweißtreibenden Farmarbeit darf die Jagd nach einem passenden Hochzeitskandidaten nicht fehlen. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Kleine Events brechen gelegentlich mit der sonst vorherrschenden Routine.

Story of Seasons: Friends of Mineral Town ist die Neuauflage von einem der besten Serienableger und überzeugt dank einer Reihe von Neuerungen. Egal ob alter Hase oder Farmneuling – das Spiel macht Freude und ist kurzweilig. Ideal, um einfach für ein paar Minuten dem Alltag zu entfliehen. Was übrigens noch einfacher ist, als im Original, da ihr nun jederzeit speichern könnt. Es bietet nicht ganz so viel, wie einige Spiele, die das Konzept aufgegriffen haben. Nichtsdestotrotz macht es neben Stardew Valley und My Time at Portia eine gute Figur. Die Mutter aller Bauernhofsimulationen hat auch nach Jahrzehnten ihren Charme nicht verloren.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bildquelle: Marvelous

Offenlegung: Das Spiel wurde freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

Kommentare Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
0
Ein Penny für deine Gedanken, hinterlasse einen Kommentarx