Death Stranding PC Visual

Death Stranding PC Review

Death Stranding ist seit November 2019 für die PlayStation 4 erhältlich. Mit der Unterstützung von 505 Games hat der Titel von Hideo Kojima seinen Weg auf den PC gefunden. Auch wenn sich am Spiel selbst nichts verändert hat, bietet der heimische PC ein aufgebohrtes Ergebnis. Gewissermaßen – da der Begriff gerade so im Trend liegt- ist die PC-Version die Definitive Edition von Death Stranding.

Wer mehr über das Spiel selbst erfahren möchte, kann im Testbericht von Christine zur PlayStation 4-Version Genaueres erfahren. In diesem Test werde ich mich auf die technischen Unterschiede beschränken. In meinem Fazit werde ich zusätzlich noch meine Sichtweise zum Spiel in einer Zusammenfassung erläutern, um euch eine zweite Meinung zum Spiel selbst zu liefern.

Death Stranding PC Review 9

Vielfalt aber nicht zu viel

Die DECIMA-Engine, auf der auch Horizon Zero Dawn und die bevorstehende Fortsetzung aufbauen, zeichnete PlayStation 4-Spielern bereits ein optisch beeindruckendes Erlebnis auf die Mattscheibe. Mit dem Sprung auf den PC setzen die Entwickler noch einen drauf. Spielen könnt ihr Death Stranding in bis zu nativer 4K Auflösung – entsprechende Hardware vorausgesetzt. Ist eure Grafikkarte schwächer auf der Brust, stehen euch auch gängige Auflösungen wie HD (720p), FullHD (1080p) oder WQHD (1440p) zur Verfügung. Wer auf Zwischenauflösungen hofft, wird vergebens suchen. Dafür dürfen sich Nutzer von 21:9-Monitoren über native Unterstützung freuen.

Death Stranding bietet auf dem PC eine überschaubare Menge an Grafikeinstellungen. Dennoch dürfen sich Spieler auf sichtbar schärfere Texturen, mehr Details und vor allem höhere FPS freuen. Nicht nur, bietet der Titel Unterstützung für 60 FPS sondern auch für Bildwiederholraten bis zu 240 FPS. Bereits bei 60 Bildern Pro Sekunde stellt sich ein spürbar besseres Spielerlebnis als bei der PlayStation 4-Version mit 30 FPS ein.

Unter den Grafikeinstellungen findet ihr prinzipiell erst einmal nur den Modeldetaillierungsgrad und die Schattenqualität als mehrstufige Einstellungen. Hinzu gesellet sich der Streaming-Speicher, der nur interessant ist, wenn ihr auf hohen Auflösungen spielt oder eine Grafikkarte mit weniger Grafikspeicher besitzt. Die höchsten Einstellungen zeichnen erwartungsgemäß ein schöneres Bild als auf der Konsole. Der Unterschied fällt jedoch nicht dramatisch aus. Hier zeigt sich deutlich, dass die PlayStation 4 bei der Entwicklung der Maßstab war.

DLSS 2.0 und high fps

Dafür erhalten PC-Spieler HDR-Support unter Windows 10, was noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Besitzer einer NVIDIA RTX-Grafikkarte dürfen sich zudem über Unterstützung für DLSS 2.0 freuen. DLSS 2.0 verspricht eine wesentlich höhere Bildwiederholrate bei geringen optischen Abstrichen. Besonders wer auf hohen Auflösungen spielen möchte oder mit hohen FPS dürfte sich darüber freuen. Dank fehlender Zwischenauflösungen und keiner Möglichkeit der Nutzung von Downsampling, ist DLSS 2.0 die einzig native Möglichkeit, die Bildqualität über die Einstellungen hinaus zu steigern und Kantenflimmern zu reduzieren. Die eingebaute Kantenglättung leistet hier nur befriedigende Arbeit.

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Wer auf Raytracing gehofft hat, wird leider enttäuscht. Raytracing wird zwar in Death Stranding nicht unterstützt, das ist jedoch zu verschmerzen. Der Titel bietet von Grund auf eine beeindruckende Nutzung von atmosphärischen Effekten und Lichtszenen. Besonders die Darstellung von Nebel und dynamischen Wolken zeichnet stimmungsvolle Bilder. Auf eine verbesserte Umgebungsverdeckung oder feinere Reflexionen müsst ihr dafür verzichten.

Death Stranding lebt von der Stimmung, die es in der offenen Welt aufbaut. Dazu gehört auch das Audioerlebnis, was zwar eine Kopfhörer-Option bietet, sonst aber mit keinen nennenswerten Einstellungen aufwartet. Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Entwickler ein audiovisuelles Erlebnis schaffen wollten, dennoch wären separate Regler für Sprachausgabe, Musik und Effekte wünschenswert gewesen. Zumindest kann das Spiel mit einer guten Audioabmischung punkten, die jedoch nicht für den Mangel an Einstellungsmöglichkeiten entschädigt.

Besser sieht es bei den Steuerungseinstellungen aus. Auf Tastatur und Maus ausgelegt, könnt ihr die Vielzahl von Tasten individuell belegen. Das macht zwar die teils umständliche Menüführung nicht einfacher, doch mit Maus an mancher Stelle komfortabler.

PC Fazit:

Death Stranding ist dank DECIMA-Engine auch auf dem PC ein optisch beeindruckendes Spielerlebnis. Es ist nicht zu übersehen, dass die Zielplattform die PlayStation 4 ist. Dennoch setzt der Titel dank DLSS 2.0-Support und der Option für hohe Bildwiederholraten auf dem PC noch eins drauf. Hinzu kommen die Unterstützung für Auflösungen bis 4K und 21:9-Monitore, wenn auch leider ohne Zwischenauflösungen. Fans von Raytracing werden ebenso enttäuscht wie die Fans von Einstellungsvielfalt. Weder die Grafik- und erst recht nicht die Soundeinstellungen lassen sich nennenswert anpassen. Doch das tut dem Gesamterlebnis keinen Abbruch. Death Stranding ist nicht nur eines der stimmungsvollsten Spiele auf dem PC, sondern auch eines der schönsten.

Mein Fazit:

Nach etwa 60 Stunden in der Welt von Death Stranding lasse ich den Titel mit gemischten Gefühlen hinter mir. Mit seiner Mischung aus Science-Fiction, Mystery und Apokalyptischen Überlebenskampf hat Hideo Kojima eine einzigartige Welt geschaffen. Death Stranding trumpft mit einer filmreifen Geschichte, von der sich manches Spiel eine Scheibe abschneiden könnte. Dafür könnte Death Stranding eine Portion Spiel vertragen.

Obgleich es mittlerweile Standard ist, Spiele mit Fetch-Quests zu strecken, baut Death Stranding vollständig auf diesen auf. Die Hauptaufträge sind Fetch-Quests und die Nebenaufträge sind Fetch-Quests. Was sich befremdlich anhört, spielt sich auch befremdlich. Schließlich werden die interessante Geschichte, die Welt und ihre Charaktere dadurch wie Gummi langgezogen. In dem Rahmen stößt auch die episodenhafte Erzählung an ihre Grenzen. Es wäre leichter, eine Bindung zu den interessanten Nebencharakteren aufzubauen, würden die Macher diese nicht nach ihrem jeweiligen Auftritt wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Eine Ausnahme bilden hier BB und Deadman. Was stilistische Absicht sein mag, überlässt einen unnötigen Beigeschmack und die stetige Hoffnung auf mehr.

Immerhin funktioniert das eigentliche Spielerlebnis gut. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Death Stranding der vermutlich fortschrittlichste Walkingsimulator unserer Zeit ist. Doch viel interessanter ist der soziale Aspekt des Spiels. Death Stranding hat das asynchrone Coop-Spiel neu definiert und es ist zu hoffen, dass sich andere Studios eine Scheibe daran abschneiden. Zwar dürften manche Mechaniken, wie der Ressourcenzufluss und der Verfall von Strukturen ruhig nachvollziehbarer ausfallen, doch das tut dem Erlebnis keinen Abbruch. Die Welt fühlt sich lebendig an, obwohl man nie einen anderen Spieler sieht. Und vor allem beweist sie eines: Wir können alle an einem Strang ziehen – wenn wir wollen.

Death Stranding ist ohne Frage einzigartig, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Mehr soziales Experiment und interaktiver Film, aber weniger Spiel, setzt es ganz eigenwillige Anforderungen an die Spieler. Es ist kein Spiel für Jedermann, aber ein Spiel, das Jedermann zumindest einmal gespielt haben sollte.

Offenlegung: Das Spiel wurde von 505 Games kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bildquelle: Eigene Screenshots aus dem Spiel Death Stranding

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