Mass Effect: Legendary Edition Review

2007 erschien Mass Effect für die Xbox 360. Das Action-RPG war seinerzeit nicht nur der feuchte Traum von Sci-Fi Fans, sondern stellte zugleich die Weichen für eine Spieletrilogie, die bis heute Millionen Fans hat. Vielfältige Dialoge, spannende Charaktere, ein ganzes Universum an Geschichte. Die Mass Effect: Legendary Edition verspricht die Rückkehr des Sci-Fi-Epos als Gesamtpaket mit Hunderten Stunden Spielzeit sowie spielerischen und grafischen Verbesserungen.

Mass Effect Trilogie – diesmal Legendär

Alle drei Mass Effect Spiele in einem, das kennen wir doch irgendwoher? Bereits 2012 erschien die Mass Effect Trilogy für Xbox 360, PlayStation 3 und PC. Ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Serienabschlusses kamen PlayStation-Spieler erstmals in den Genuss des ersten Mass Effect-Titels. Über acht Jahre und zwei Konsolengenerationen später hat sich auf dem Videospiele-Markt viel getan.

Nach dem eher mäßig beliebten Mass Effect Andromeda besinnt sich BioWare zurück auf die Wurzeln der Reihe. Die Mass Effect: Legendary Edition enthält die drei Titel der Trilogie und die meisten DLCs. Verzichten müsst ihr auf Pinnacle Station. Ein DLC von Mass Effect 3 dessen ursprüngliche Entwicklungsdateien beschädigt wurden. Darüber hinaus entfällt der Multiplayer von Teil 3 mitsamt aller Erweiterungen.

Neun Jahre nach dem Abschluss der Trilogie wagt die Serie den Sprung auf die aktuelle Konsolengeneration. Doch anstatt eine einfache Portierung anzubieten, nutzen die Entwickler die Gelegenheit, um der Serie ein komplettes Facelift zu verpassen.

Nicht alle Änderungen sind legendär

Eine der auffälligsten Neuerungen ist dabei die optische Überarbeitung. Teil eins der Trilogie erhält so beispielsweise völlig neue Charaktergesichter – obgleich ich die Glubschaugen nicht übersehen kann. Darüber hinaus wurden die Lichteffekte und Texturen überarbeitet. Wobei die neue Beleuchtung mancherorts Geschmackssache sein mag. Auffallen wird der Unterschied den Wenigsten. On top strahlt der Titel auf Xbox Series X und PlayStation 5 bei 4k und 60 fps. Ein deutlicher Unterschied zur Ursprungsversion mit 720p bei 30 Bildern pro Sekunde.

Etwas irritierend sind hingegen manche grafischen Fehler, überwiegend bei den Animationen der Charaktere. Wir können uns nicht entsinnen, dass es diese früher schon gab. Die Gegner-KI hingegen ist bei Mass Effect so banal wie eh und je. Durch die optimierte Steuerung spielt sich der Titel teilweise fast schon zu leicht. So bietet zum Beispiel die deutlich bessere Waffenführung die Möglichkeit, bereits im ersten Teil den Squad-Mitgliedern getrennte Positionsbefehle zu erteilen. Über das Deckungssystem reden wir lieber nicht. Dieses mag zwar optimiert sein, fühlt sich jedoch mehr wie eine Verschlimmbesserung an.

Damit hören die Änderungen allerdings nicht auf. Manche mögen sich an den Mako erinnern und bei dem Gedanken gleich eine Gänsehaut bekommen. Die Ingenieure haben auch an dem widerspenstigen Rover getunt und siehe an, jetzt fährt er sich sogar ganz passabel. Das macht die etwas monotonen Erkundungsmissionen zwar nicht viel spannender, allerdings wesentlich angenehmer zu bewältigen. Apropos Bewältigung: Mancher Abschnitt mag Wiederkehren verwinkelter in Erinnerung geblieben sein. Diese Passagen wurden ursprünglich zum optimierten Laden eingefügt und sie sind nun wesentlich offener gestaltet hat.

Finetuning wie es sich gehört

Über alle drei Versionen hinweg wurden das HUD und die Steuerung angeglichen. Besonders das erste Spiel, bei dem der Action-Teil des Action-RPGs im Original etwas hakelig war, spielt sich dadurch wesentlich angenehmer. Darüber hinaus erleichtert dies den Wechsel zwischen den Titeln. Über einen zentralen Auswahlbildschirm ist ein einfacher Einstieg in die einzelnen Spiele der Sammlung möglich.

Wer Mass Effect 2 anschaltet, wird feststellen, dass die verbesserten Schatten und Lichteffekte gepaart mit der hohen Auflösung einen deutlichen visuellen Sprung bedeuten. Dadurch wirkt die Atmosphäre der ohnehin schon guten Kameraführung noch einmal wesentlich dichter. Erfreulich ist, dass die ursprünglichen DLC-Gegenstände nicht länger wie ein Aufsatz wirken, sondern direkt in den Spielefluss integriert sind.

Anpassungen an das Jahr 2021

Insgesamt ist der spielerische und optische Sprung bei Mass Effect 2 und 3 deutlich geringer als beim ersten Teil der Reihe. BioWare hat für Teil 2 nicht nur viele Optimierungen vorgenommen, sondern hat dem Spiel einen deutlich besseren Spielfluss verliehen. Dieser wurde im letzten Teil der Serie noch einmal optimiert und dann rückwirkend auf den ersten Teil übertragen. Dennoch wirkt der Einstieg in die Serie etwas aus der Zeit gefallen.

Es ist sowohl Fluch und Segen, dass wir nicht von einem Remake, sondern nur von einem Remaster sprechen. Auf der einen Seite bleibt der Epos genau so erhalten, wie wir ihn in positiver Erinnerung haben und damit bis heute unvergleichlich. Auf der anderen Seite spürt und sieht man den Zahn der Zeit, der an der Reihe genagt hat. Der neue Fotomodus erscheint beispielsweise als nettes Gimmick, bringt aber bei Weitem nicht die Ergebnisse heutiger Games. Die Entwickler haben viele Detailverbesserungen vorgenommen und das Spielerlebnis insgesamt spürbar aufgewertet. Wer allerdings einen Sprung wie bei manch anderer Neuauflage erwartet, sollte diese Hoffnung lieber ein wenig dämpfen.

Wer die Mass Effect: Legendary Edition auf der Xbox Series X spielt, kommt in den Genuss von bis zu 120 fps. Wer diesen Modus wählt, sollte allerdings über einen TV mit FreeSync verfügen, sonst kann Tearing die Folge sein. Das ist der Preis, den man für einen „bis zu“-Modus zahlt. Im Qualitätsmodus leisten sowohl Xbox Series X als auch PlayStation 5 60 fps. Darüber hinaus profitieren die neuen Konsolen von einer verbesserten Ladezeit. Da hört es aber auch schon mit den Next-Gen Features auf.

Fazit:

Die Mass Effect: Legendary Edition belebt eine der größten Action-Spiele-Reihen wieder zum Leben. Der Weltraum-Epos bleibt bis heute unvergleichlich. All jene, welche die ursprüngliche Reihe durchgespielt haben, müssen sich aber fragen, ob es unbedingt noch einmal sein muss. Für uns lautet die Antwort ganz klar ja! Mass Effect war und ist eine unserer Spielereihen. Hölzerne Animationen und altbackene Optik hin oder her. Die Geschichte der Trilogie lässt einen schnell darüber hinwegsehen. Seien es nun der Blick in die Völker des dritten Teils, die tiefen Charaktergeschichten des zweiten Teils oder das vielfältige Dialogsystem des ersten Teils. Jeder der drei Titel hat Stärken, von denen sich andere Spiele bis heute eine Scheibe abschneiden dürfen. Alle jene, welche auch nur ein wenig mit Action-Rollenspielen anfangen können und die Reihe noch nicht kennen, sollten dringend einen Blick riskieren. Obgleich die Kritik über die Auswirkungen der Entscheidungen bis heute noch nachhallt, tut es dem Universum als Ganzes keinen Abbruch. BioWare gelingt es, eine konsequente Geschichte zu erzählen, die mit dem verbesserten Ende des dritten Teils einen würdigen Abschluss erhält.

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Offenlegung: Das Spiel wurde von Electronic Arts kostenlos zur Verfügung gestellt.

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