Kitaria Fables

Kitaria Fables Review

Entwickler:         Twin Hearts
Publisher:          PQube Limited 
Genre:              Simulation, Feeld Good
Plattformen:        Nintendo Switch, PC (Steam), PlayStation, Xbox 
Preis:              19,99 Euro 
Offizielle Website: https://pqube.co.uk/kitaria-fables/

Tierische Simulation mit Schwächen

Anfang September ist die Simulation Kitaria Fables erschienen. Das Spiel hatte ich lange auf der Beobachtungsliste. Süße Tiere, das Leben auf einer Farm, Abenteuer und zu all dem auch noch lokaler Koop als Sahnehäubchen. Ein weiteres Spiel, welches das beliebte Harvest Moon-Spielprinzip aufgreift. Was kann da schon schiefgehen?

Euch verschlägt es in der Simulation in das Kaiserreich Kitaria. Dieses wird mit zunehmend aggressiver werdenden Tieren und Pflanzen konfrontiert. Ihr erhaltet daher den Befehl nach Tatzendorf aufzubrechen, um die Bewohner des beschaulichen Örtchens zu beschützen. Dort zieht ihr auf die alte und verlassene Farm eines Verwandten. Kommt euch irgendwie bekannt vor? So in etwa beginnen wohl die meisten dieser Spiele und Kitaria Fables stellt hier keine Ausnahme dar. Einen etwas anderen Weg geht das Spiel bei der Einführung. Viel Händchenhalten ist nicht drin. Dies ist gleichzeitig Stärke als auch Schwäche des Spiels. Auf der einen Seite ist es erfrischend, nicht stundenlang in Tutorials, Einführungen und Erklärungen zu versinken. Das Abenteuer startet geradlinig und erklärt wirklich nur die nötigsten Dinge. So manchen Moment saß ich dann jedoch ratlos auf meinem Sofa und habe im Questlog nachgelesen, was überhaupt zu tun ist oder probiert.

Dies bringt uns zur ersten Schwäche. Wenn ihr in die Menüs geht, läuft das Spiel einfach weiter. Auch wenn ihr eine Kiste öffnet, um etwa eure Werkzeuge zu sortieren, pausiert die Zeit nicht. Dabei gibt es diese Funktion sogar im Spiel. Betretet ihr euer Haus, hält die Zeit an. Dort, wo dieses Feature vermutlich am wenigsten benötigt wird. Warum nicht in Menüs? Die Zeit vergeht naturgemäß sehr schnell im Spiel, wie es für diese Art von Simulation üblich ist. Besonders schade ist dies mit Blick auf Kinder. Meinen Kids fiel das Spiel direkt im Startbildschirm der PlayStation 5 auf, da es einen süßen, stimmigen Look hat. Schade, dass das Spiel teilweise unnötigerweise sperrig ist. Es ist völlig okay, wenn ein Game nicht alles ins kleinste Detail erklärt. Unter Zeitdruck im Menü zu forschen ist dann aber überflüssiger Stress.

Kleines Trostpflaster: Viel zu befürchten habt ihr nicht. Ist der Tag um, macht ihr halt am nächsten weiter. Selbst wenn ihr im Kampf sterbt, bleibt dies ohne nennenswerte Konsequenz. Ihr landet in eurem Haus und gut ist. Es geht also auch anders, nur eben nicht konsequent. Leider zieht sich dies durch einige Aspekte des Spiels.

Gehen wir zum nächsten Punkt: Kämpfe. Meine Aufmerksamkeit erregte das Spiel vor allem deshalb, weil es mich an die Rune Factory-Reihe erinnert. So mixt auch Kitaria Fables das Farmleben mit einer Story, Dungeons, Erkundung und Abenteuern. Ideal, wenn ihr Harvest Moon zu monoton findet, aber eine ähnliche und entspannte Spielerfahrung sucht. Euer tierischer Protagonist kämpft bewaffnet mit Schwert und Bogen gegen feindlich gesonnene Kreaturen und erkundet Dungeons, auf der Suche nach Relikten. Komplettiert wird das Repertoire durch Magie. Dank eines Zauberbuchs könnt ihr diese wirken. Zunächst beschränkt auf einen Zauberspruch. Weitere erlernt ihr im Spielverlauf, wenn ihr die nötigen Materialien beisammen habt. Aber auch hier ist ein Wermutstropfen nicht weit. Das Kampfsystem ist angenehm simpel, aber auch träge. Es ist zäh, nach dem Ausweichen wieder in Angriffsstellung zu gehen und mit dem Schwert ein paar Hiebe auszuteilen. Auch nach mehreren Spielstunden habe ich mich manchmal dabei ertappt, wie ich zunächst zwei Schwerthiebe in die Luft gesetzt habe. Warum passiert so etwas? Ganz einfach, ihr weicht per Tastendruck via Rolle aus und schaut dann mit Blickrichtung weg vom Gegner. Den Gegner wieder ins Visier zu nehmen ist recht träge. Dem Kampfsystem würde etwas mehr Tempo stehen. Den Gegnern hingegen zum Teil etwas weniger Lebenspunkte.

Zu den Pluspunkten gehört klar der Koop-Modus. Den könnt ihr unkompliziert über das Hauptmenü starten und so zu zweit für den Schutz von Tatzendorf kämpfen. Vor allem meine Kids haben sich über den Couch-Koop gefreut, der hier für einige Stunden gute Unterhaltung gesorgt hat. Das Spiel ist unterm Strich gut und macht Spaß. Es sieht optisch ansprechend aus und vor allem die niedlichen Charaktere stechen sofort positiv heraus. Wenn ihr ein paar unkomplizierte Stunden Spielspaß mit Feel Good-Charakter sucht, habt ihr trotz der genannten Schwächen gute Chancen, diese mit Kitarian Fables zu finden. Am Ende des Tages ist es aber eben „nur“ gut und keines dieser Spiele, an die ihr euch Monate später noch liebevoll zurückerinnert, weil sie besonders hervorstechen.

Mein Fazit:

Kitaria Fables ist ein gutes Spiel, steht sich selbst aber manchmal im Weg. Es würde von einigen Quality of Life-Anpassungen profitieren. Gefallen hat mir und den Kindern der Couch-Koop. Zweifelsohne auch einer der wichtigsten Kaufgründe, den es für das Spiel gibt. Auch wenn ihr ein Rune Factory-like Game sucht, ist das Spiel ein Kandidat für euch. Aus der inzwischen schieren Masse dieser Spiele sticht es jedoch nicht hervor. Habt ihr die üblichen Verdächtigen bereits gespielt, könnt ihr euch hier auf ein neues Abenteuer freuen. Falls nicht, gibt es darunter einige Kandidaten, die unterm Strich mehr überzeugen können. Vor allem das träge Kampfsystem und die fehlende Pausierung wenn ihr in den Menüs unterwegs seid, trüben den Spielspaß. Diese Schwächen ruinieren zwar nicht das Spiel, lassen es aber neben der teilweise guten Konkurrenz etwas blass erscheinen. Kitaria Fables hat Spaß gemacht und ist ein süßes Indiespiel, dem man die Liebe, die hineingeflossen ist, anmerkt. Nicht mehr, nicht weniger.

Bildquelle: Twin Hearts

Offenlegung: Das Spiel wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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