Jurassic World Evolution 2

Jurassic World Evolution 2 Review

Entwickler:         Frontier Developments
Publisher:          Frontier Developments
Genre:              Themepark, Strategie, Simulation
Plattformen:        PC (Steam, Epic Games Store), PlayStation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series X|S
Preis:              ca. 59,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.jurassicworldevolution2.com/

Themepark für Fans urzeitlicher Echsen

Für Liebhaber und Fans von Dinosauriern war Jurassic World Evolution eine kleine Offenbarung. Endlich wieder ein Themepark-Spiel mit Dinosauriern. Obgleich Jurassic World Evolution ein paar Schwächen hat, darunter viele in der Tiefe des Spiels, erfreute sich der Titel großer Beliebtheit. Mit Jurassic World: Evolution 2 hat Entwickler Frontier Development sich vorgenommen, konsequent zu verbessern und weiterzuentwickeln. Was wir bereits vorab nehmen können: Das ist ihnen in fast allen Belangen gelungen.

Bereits bei den Erweiterungen des Vorgängers haben die Entwickler Geschichten in kleine Kampagnen übernommen. Bei Jurassic World: Evolution 2 setzt man diese Erzählweise fort. Die Kampagne von Jurassic World: Evolution 2 ist dabei jedoch der schwächste Part. Im Grunde genommen ist diese nur ein längeres Tutorial. Hier baut ihr Forschungsstationen auf und werdet an die Funktionen rund um die Dinosaurier herangeführt. Sie gibt dabei einen kleinen Vorgeschmack auf den Handlungsrahmen des nächsten Jurassic World Films.

Relevante oder spannende Informationen enthält die Kampagne jedoch nicht und endet nach circa vier Stunden so plötzlich, wie sie begonnen hat. Es bleibt zu hoffen, dass mit Veröffentlichung von Jurassic World: Ein neues Zeitalter im Sommer 2022 hier noch Inhalte nachgeliefert werden.

Wer den Inhalt und Umfang einer tatsächlichen Kampagne sucht, wird hier am ehesten im Spielmodus Chaostheorie fündig. In einem „Was wäre wenn?“-Szenario spielt ihr die fünf Parks aus den Filmen nach. Unter anderem den Jurassic Park: San Diego aus Jurassic Park 2. Mit Unterstützung kurzer Erzählungen und Storyeinschnitten dürft ihr die Parks so aufbauen, wie John Hammond und Simon Masrani sie ursprünglich vorgesehen haben. Die Spieldauer unterscheidet sich dabei je nach Park. Im Unterschied zur eigentlichen Kampagne von Jurassic World: Evolution 2 werdet ihr in der Chaostheorie auch mit Besuchermanagement konfrontiert.

Zusätzliche Spielzeit bieten die Herausforderungen. Hier müsst ihr gegen die Zeit einen Park unter bestimmten Bedingungen mit vorgegebenen Zielen aufbauen. Als Belohnung winken dann unter anderem neue Biome für den Sandkastenmodus. Egal ob Wüste, Schneelandschaft oder Tropeninsel. Die Umgebungen, in denen ihr eure Parks aufbauen könnt, sind so vielfältig wie noch nie. Ihr wolltet schon immer mal euren Traumdinopark aufbauen? Im Sandkasten habt ihr die Gelegenheit. Die 84 Dinosaurierarten und die zahlreichen neuen Gebäude und Individualisierungsmöglichkeiten erwecken jeden Dinopark zum Leben.

Die Vielfältigkeit trifft zugleich auch auf die Dinosauriergehege zu. Der T-Rex mag beispielsweise sandigen Boden, die Brachiosaurier einen weiten Wald und der Ankylosaurus gemahlene Blätter. Anstatt stupide Bäume zu setzen und den Boden anzumalen, bietet Jurassic World: Evolution 2 ein ganzes Toolset, um Dinogehege zu individualisieren. Die vielfältigen Vorlieben der Dinosaurier spiegeln sich in ihren Umgebungen wider. Anders als beim ersten Teil des Aufbauspiels rückt das Wohlbefinden der Dinosaurier spürbar in den Vordergrund. Damit ihr wisst, was eure Urzeitbewohner benötigen, habt ihr die Ranger-Teams. Diese analysieren den Status der Dinosaurier. Die Infos über notwendige Vegetation, soziale Vorlieben und Abneigungen, Futterquellen und Co. bilden die Grundlage für eine artgerechte Haltung.

Pflanzenfresser ernähren sich nun über die Vegetation im Gehege, anstatt über paradoxe Futterständer. Kleine Änderung mit großer Wirkung, denn so wirkt die Flora und Fauna endlich harmonisch in den Gehegen. Anders als beim Vorgänger ist das Wohlbefinden der Dinosaurier nun stufenlos und flexibel. Hat ein T-Rex beispielsweise etwas weniger Wald, als er gerne mag, wird er nicht sofort zur amoklaufenden Mörderbestie. Sein Wohlbefinden ist nur ein wenig eingeschränkt, was euch mehr Gelegenheit gibt, mit Ausstattung und Zusammenstellung der Gehege zu experimentieren.

Wollt ihr die Experimente auf die Spitze treiben, könnt ihr die Genome der Urzeittiere modifizieren. Vertreter der Gattung Compsognathus die zwischen Besuchern herumlaufen? Zahme Raptoren? Nur eine Frage des Geldes und der Geduld. Davon benötigt ihr bei Jurassic World: Evolution 2 einiges. In vielen Bereichen wurden die Preise von Forschung, Entwicklung und Brutvorgang deutlich inflationiert. Eine Anhebung war zwar nötig, doch in dem Ausmaß wirken manche Spielabschnitte stärker gestreckt als notwendig. Dinosaurier werden über Gelege ausgebrütet, damit wird der Brutvorgang zweistufig. In der zweiten Stufe dürft ihr euch dann aussuchen, welche Exemplare ihr tatsächlich ausbrütet. Dabei gibt euch das Spiel eine Übersicht über die positiven und negativen Eigenschaften der Tiere. Auf dem Weg zur Freiheit könnt ihr in der Brutstation nun auch endlich wählen, ob ihr den Dino direkt freilasst oder per Transport in ein anderes Gehege entlasst.

Abwechslung bringen ebenso eure Flug- und Wasserechsen. Das neue Aviarium lässt sich in Abschnitten erweitern, zudem die Innenlandschaft nach den Vorlieben der Dinosaurierverwandtschaft anpassen. Die Tiere interagieren dabei mit den Objekten in euren Gehegen und in viel größerer Vielfalt auch miteinander. Dabei kann es aufgrund von Meinungsdifferenzen oder Unwettern auch mal heiß her gehen. Bricht Velociraptor einmal eine Kralle aus oder knabbert ein Dilophosaurus kurz seinen Schwager an, stehen die medizinischen Teams zur Verfügung. Die werden unserer Einschätzung nach ein wenig zu häufig benötigt. Eine automatische Scannerfunktion für Krankheiten ähnlich wie sie die Ranger haben, hätte an der Stelle nicht geschadet.

Neu sind auch die Meeresechsen, die vom Ichthyosaurier bis zum Mosasaurus reichen. Liebhabern der Urzeitechsen sollte dabei jedoch bewusst sein, dass auch Jurassic World: Evolution 2 sich beim Aussehen und Größe aller Tiere an die Filmlizenzreihe hält und nicht an den heutigen Stand der Forschung.

Die Forschung im Spiel bietet euch auch was Besucherunterhaltung angeht zahlreiche neue Möglichkeiten. Die Gästevorlieben sind nun deutlich voneinander differenziert. Mit Personalisierung von Geschäften und vielfältigen Dinosauriern müsst ihr den Park für eure Gäste anpassen. Nicht jeder möchte einen Mosasaurier hautnah erleben oder mit der Gyrosphäre an Brachiosauriern vorbeifahren. Endlich dürft ihr auch das Aussehen von Geschäften anpassen, die Kombination von Elementen ist dabei frei und filmübergreifend.

Im Kern bleibt das Parkmanagement trotzdem simpel. Die neuen Infos zu Besuchern und Tieren und die umfangreichere Gestaltung des Parks wirkt eher wie eine Erweiterung in der Breite als in der Tiefe. Einen Park vor die Wand zu fahren ist daher weiterhin schwierig. Daran ändern auch die Gehälter des neuen Forschungspersonals nichts. Dennoch geben diese sinnvollen Erweiterungen dem Spieler zahlreiche neue Möglichkeiten in die Hand, ohne dass dieser sich endlos im Mikromanagement verliert.

Optisch setzt Jurassic World: Evolution 2 im Vergleich zum Vorgänger eine Schippe drauf. Die Dinosaurier haben deutlich mehr Animationen, fügen sich natürlicher in ihre Umgebung, interagieren miteinander, zugleich sind die Landschaften vielfältiger und qualitativ eine Stufe besser gestaltet. Allerdings auch zum Preis der Leistung. Ein voll ausgebauter Park oder eine Fahrt mit dem Rangerteam zwingt die Framerate unserer Testversion auf der Xbox Series X deutlich in die Knie. Beeindruckend bleibt weiterhin die Tonkulisse, die dank einer Mischung aus zeitlosem Soundtrack und dröhnenden Urzeitgebrüll tadellos ist. Da fügen sich auch nahtlos die gut vertonten Dialoge der Story mit ein.

Fazit:

Jurassic World: Evolution 2 bietet mehr. Mehr Dinosaurier, mehr Attraktionen, mehr Besucheroptionen, mehr Personalisierungsmöglichkeiten. Doch es beschränkt sich nicht auf „einfach mehr von allem“. Viele Spielertools werden vor allem in der Breite erweitert und optimiert. Die Preise mancher Dinosaurier sind zwar überambitioniert skaliert, doch der Weg dorthin ist weitaus vielfältiger als zuvor. Fans von Themeparkspielen werden in Jurassic World: Evolution 2 viel mehr Einflüsse anderer Frontier Development-Titel sehen. Fans von Wirtschaftssimulationen werden daher auch schnell die gleichen Einschränkungen verspüren. Das dürfte jedoch die wenigsten betreffen. Die meisten Spieler werden sich an den zahlreichen und vielfältigen Urzeittieren erfreuen.

Die Dinosaurier und ihre Verwandten rücken in Jurassic World: Evolution 2 spürbar in den Fokus des Parkgeschehens. Zahlreiche Bereiche wie Personal, Forschung, Genome und Besucher sind sinnvoll erweitert. Insgesamt wirkt der Titel wie der Dino-Themepark den die Entwickler schon immer einmal schaffen wollten. Die noch eher konservativen Ansätze des Vorgängers gehören der Vergangenheit an. Wer neu in die Reihe einsteigen möchte, ist hier genau richtig. Für Fans des Vorgängers ist Teil 2 ohnehin ein Pflichtkauf. Etwas mager an dem Spiel ist lediglich die Kampagne, die geradezu kastriert wirkt im Vergleich zum restlichen Spielumfang. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es zudem leider noch ein paar Bugs.

Bildquelle: Frontier Development

Offenlegung: Das Spiel wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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