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Yonder: The Cloud Catcher Chronicles

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles Review (Nintendo Switch)

Entwickler:         Prideful Sloth 
Publisher:          Prideful Sloth 
Genre:              Abenteuer
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Nintendo Switch
Preis:              ca. 14,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.yonderchronicles.com/

Entspannte Abenteuer in Gemea

Seit dem gigantischen Erfolg von Stardew Valley sind viele Spieler heiß auf mehr. Yonder: The Cloud Catcher Chronicles wird gern mit der Farmsimulation verglichen. Davon solltet ihr euch allerdings nicht beeindrucken lassen. Euch erwartet eine offene Spielwelt, in der ihr euch auf Abenteuer begebt, Berufe erlernt und eventuell auch etwas Landwirtschaft betreibt. Mit Harvest Moon und Stardew Valley ist das Spielprinzip kaum vergleichbar. Sofern ihr diese Erwartungshaltung nicht an den Tag legt, könnte euch trotzdem ein unterhaltsames und entspanntes Abenteuer bevorstehen. In meinem Yonder: The Cloud Catcher Chronicles Review erfahrt ihr, ob sich auch für euch ein Blick auf das Spiel lohnt.

Ihr schlüpft in Yonder in die Rolle eines Kindes, welches nach einem Unwetter auf der Insel Gemea strandet. Dort erwartet euch eine offene Spielwelt, die erkundet werden möchte. In den kleinen Ortschaften der Insel könnt ihr diverse Handwerksberufe wie Schreiner, Schneider und Koch erlernen. Die so gelernten Fähigkeiten leisten euch wertvolle Dienste. So könnt ihr etwa neue Orte der Insel zugänglich machen, wenn ihr diese mit einer Brücke erschließt. Damit ihr die überhaupt bauen könnt, müsst ihr in der Natur reichlich Rohstoffe sammeln. Dort findet ihr unter anderem Erze, Steine, Holz und Pflanzen. Die Sachen könnt ihr mitnehmen, während ihr durch die Landschaft streift. Es findet sich quasi überall etwas. Um einige Ressourcen zu sammeln, sind Werkzeuge wie Sichel und Axt nötig. Viele Rohstoffe müsst ihr dann zunächst weiterverarbeiten, ehe ihr das gewünsche Produkt in Händen haltet. Dies mag kompliziert klingen, ist aber keine große Sache.

Um euren Spielfortschritt voranzutreiben, müsst ihr zudem Geister finden. Diese sind nötig, um die Dunkelheit zu vertreiben. Die kleinen Wesen sehen niedlich aus und verstecken sich hier und dort. Manchmal müsst ihr einfach nur eine Kiste zerschlagen, andere Male kleinere Rätsel lösen. Schwer zu finden sind die Wesen nicht, da sie eine leuchtende Aura umgibt. Diese Hilfestellung ist ideal für jünger Spieler – macht es erfahrenen Gamern allerdings zu einfach.

Während eures Abenteuers werdet ihr zahlreiche Quests finden. Häufig müsst ihr für die Materialien sammeln und abgeben oder beim Wiederaufbau von Orten helfen. Sonderlich abwechslungsreich und spannend fallen die Aufgaben leider nicht aus. Die Story ist allerdings gerade zum Ende hin interessant.

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles Nintendo Switch Screenshot

Farmarbeit und technische Schnitzer

Da Yonder: The Cloud Catcher Chronicles gern mit Stardew Valley verglichen wird, möchte ich an dieser Stelle auf die Farmarbeit im Spiel eingehen. Schon kurz nach Spielstart könnt ihr euch eine alte Farm erschließen, indem ihr mit zwei gesammelten Geistern die Dunkelheit vertreibt. Ein NPC erklärt euch, wie ihr das erste Vieh auf eure neu gewonnene Farm lockt – indem ihr ihm passendes Futter vor die Nase haltet. Dadurch folgen euch wilde Tiere. Damit die überhaupt bei euch auf der Farm leben können, müsst ihr einen passenden Unterschlupf bauen. Außerdem könnt ihr Futtertröge, Wassertröge, Felder und Co. errichten. Die ersten Gegenstände gibt es vom Spiel geschenkt. Den Rest könnt ihr euch über Crafting erspielen.

Einen routinierten Tagesablauf solltet ihr nun allerdings nicht erwarten, wenngleich Yonder einen Tag- und Nachtzyklus hat und sogar Jahreszeiten vorhanden sind. Ihr könnt das Thema Landwirtschaft den Rest des Spiels sogar ausblenden, wenn ihr keine Lust darauf habt. Interessiert euch eure kleine Farm, kehrt ihr nach Lust und Laune zurück, prüft die Futterbestände und sammelt die Erzeugnisse ein. Harte Farmarbeit ist nicht nötig – dafür gibt es NPCs. Mit Stardew Valley hat die Farmarbeit also reichlich wenig zu tun. Es ist wirklich schade, wie stiefmütterlich die Entwickler Ansätze wie die Jahreszeiten behandeln. Diese spielen nur sehr selten eine Rolle.

Egal ob Farmarbeit, Erkundung oder Crafting – die einzelnen Elemente in Yonder: The Cloud Catcher Chronicles sind eher oberflächlich und schlicht gehalten. Wo wir wieder bei jüngeren Spielern wären. Für die ist es ideal. Kids und unerfahrene Spieler werden nicht von zu komplexen Mechaniken verschreckt. Dadurch ist das Spiel allerdings auch etwas monoton und eben sehr leicht. Für mich ist das größte Hindernis die Minimap, die für meinen Geschmack manchmal zu ungenau ist. Dadurch musste ich so manches Mal zurücklaufen, da ich doch die falsche Abzweigung gewählt hatte. Schade, dass die Entwickler hier nicht noch etwas Zeit investiert haben. Seit der Veröffentlichung für PC und PlayStation 4 hat sich leider nur wenig getan.

Ein wenig ärgerlich sind zudem die technischen Schnitzer, die sich der Titel leistet. Die Framerate bricht gern Mal ein, was mich verwundert hat. Das Spiel ist optisch schlicht gehalten und auch in der PC-Version nicht sehr hungrig nach Leistung. Umso verwunderlicher ist es, dass das Spiel auf der Nintendo Switch nicht immer flüssig läuft. Darüber hinaus wirkt Yonder manchmal ein wenig verwaschen und blass. Dramatisch sind die technischen Schnitzer nicht, ein Patch wäre allerdings wünschenswert. Während die Technik nicht immer überzeugt, überrascht das Spiel mit einem angenehmen Soundtrack. Der setzt in erster Linie auf ruhige Töne. Ideal, um ein wenig zu entspannen.

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles Nintendo Switch Screenshot

Mein Fazit:

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles ist ein rund 11-stündiges Abenteuer für Spieler mit Lust auf Entdeckungstouren. Ihr erkundet die malerische Spielwelt Gemea und gabelt dabei am Wegesrand zahlreiche Quests auf. Viel Tiefe solltet ihr dabei nicht erwarten. Außerdem sammelt ihr Rohstoffe, könnt Farmen besitzen und die Dunkelheit mittels gesammelten Geistern vertreiben. Kleine Rätsel sorgen für etwas Abwechslung – fordern erfahrene Gamer aber nicht.

Wer ein Abenteuer mit Anspruch sucht, wird dieses in Yonder: The Cloud Catcher Chronicles nicht finden. Für erfahrene Spieler stellt Yonder keine große Herausforderung dar. Beim jüngeren Publikum sieht es da schon wieder anders aus. Für Kids ist die Länge von etwa 11 Stunden Spielzeit gut und der Schwierigkeitsgrad passend. Ein Blick lohnt sich durchaus auch für ältere Semester. Vor allem dann, wenn ihr entspannte Spiele und Erkundung gut findet. Yonder ist ein Spiel, bei dem es sich gut Abschalten lässt. Ideal für stressige Tage und Spieler mit wenig Zeit. Darüber hinaus bieten Spiele wie dieses einen guten Einstieg in die faszinierende Welt der Videospiele. Eure Ansprüche sollten allerdings nicht zu hoch sein. Nach einem Spieldurchgang ist die Luft raus. Gerade wer wenig Zeit hat, wird dass zu schätzen wissen. Selbst wenn ihr euch sehr viel Zeit nehmt, könnt ihr das Spiel nach spätestens zwei Dutzend Stunden mit gutem Gewissen zur Seite legen, da ihr alles erledigt und gesehen habt.

Technisch fällt der Titel leider manchmal mit Einbrüchen der Framerate auf. Dafür überzeugt der Soundtrack mit angenehmen und sanften Tönen.

Bildquelle: Prideful Sloth

Offenlegung: Für dieses Review wurde mir von Stride PR die Switch-Version kostenlos zur Verfügung gestellt.

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