Burnout Paradise Remastered

Burnout Paradise Remastered Review (Nintendo Switch)

Zurück nach Paradise City

Als beim ersten Spielstart von Burnout Paradise Remastered die Klänge von Gun’s Roses „Paradise City“ erklangen, fühlte sich dies fast ein bisschen wie Nachhausekommen an. Ich liebe die Platte Appetite for Destruction, dank unvergesslicher Songs wie Sweet Child o´ Mine, Nightrain und Welcome To The Jungle. Den Song Paradise City aber verbinde ich seit 2008 mit Burnout Paradise. Das Rennspiel gehört zu meinen Lieblingsspielen auf der Xbox 360.

Dabei war es damals keine Liebe auf den ersten Blick. Mit Paradise entfernten sich die Entwickler weit von den Wurzeln der Franchise. Etwas was seinerzeit auch einige aufgebrachte Gemüter zur Folge hatte. Die neugewonnene Freiheit der offenen Spielwelt war gewöhnungsbedürftig. Einige klassische Spielmodi fehlten. Vor allem der Crash-Modus wurde von mir schmerzlich vermisst. Burnout Paradise lieben zu lernen bedeutete daher zunächst, den Verzicht hinzunehmen und sich auf die neue Spielerfahrung einlassen. So ungewohnt das Rennspiel damals auch zunächst war, die Richtung hat gepasst und das Spiel entpuppte sich als richtig gut.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Spiel ist gut gealtert und macht auf der Nintendo Switch eine gute Figur. Mir macht es noch immer viel Spaß, virtuelle Autos zusammenzufalten. Zwar gibt es den Crash-Modus nicht mehr, der Burnout einst beliebt gemacht hat, aber ihr könnt trotzdem noch sehr stylisch Fahrzeuge in Unfällen plattmachen. Physik? Pft, Burnout ist keine Simulation, sondern ein waschechter Arcaderacer. Von der Bremse könnt ihr getrost die Finger lassen. Das Spiel lebt von rasanter Action, schick inszenierten Takedowns und einem Soundtrack, der diese Stimmung passend untermalt.

Burnout Paradise spielt in der fiktiven Stadt Paradise City. Die virtuelle Großstadt wirkt im Jahr 2020 natürlich nicht mehr so imposant, wie im Jahr 2008. Offene Spielwelten der heutigen Zeit haben ganz andere Dimensionen. Die Spielwelt mag zwar etwas kompakter sein, dafür ist das nächste Event meist gleich um die Ecke. An Ampeln könnt ihr unkompliziert Rennen starten. Dabei gibt es verschiedene Modi. In klassischen Rennen fahrt ihr zusammen mit euren Kontrahenten in Richtung Ziel. Während ihr in vielen Rennspielen einer festen Route folgen müsst, findet ihr hier eure eigene. Manchmal kann dies bei fehlender Straßenkenntnis auch gehörig schiefgehen und ihr verzettelt euch zum Beispiel bei einer Abfahrt. Genau da liegt jedoch der Reiz der Rennen in Burnout Paradise Remastered. Ist die vermeintliche Abkürzung wirklich ein Zeitgewinn oder eine fatale Sackgasse?

In Marked Man müsst ihr ebenfalls einen Zielort erreichen. Dabei behindern euch allerdings die anderen Rennteilnehmer. Diese werden versuchen, euch von der Straße zu drängen und in Unfälle zu verwickeln. Kassiert ihr einige Takedowns, ist euer Auto Schrott und das Rennen verloren. In anderen Rennen ist es hingegen Ziel, selbst Takedowns zu verteilen. In Stunt Rennen sind Barrel Rolls, Flat Spins, Super Jumps und Co. gefragt. Lediglich die Drifts sind hier ein Störfaktor, da deren Steuerung auf der Switch nicht gerade optimal ist. Oder aber ihr stürzt euch in den Onlinemodus des Spiels.

Da Bunrout Paradise Remastered sämtliche Erweiterungen und Updates an Bord hat, könnt ihr vom Auto auch auf eines der Motorräder wechseln und dafür vorgesehene Events spielen. Mit Big Surf Island erwartet euch zudem eine zusätzliche Region, in Form einer Insel.

Auch ohne Events hat das Spiel einiges zu bieten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Stunts. Überall in der Spielwelt sind Rampen verteilt. Oft sind die der Schlüssel, um die Werbetafeln zu zerstören. Gelbe Absperrungen sind sogenannte Smashes und legen Abkürzungen frei. So kompakt die Spielwelt auch ist, sie ist voll mit Inhalten und ihr habt einige Stunden zu tun, alles zu erkunden und zu erleben. In der heutigen Zeit ist eine so überschaubare Open World direkt eine Wohltat. Kein meilenweiter Marsch zum nächsten Ziel, keine leergefegten Orte, nur um die Spielwelt noch einen Quadratkilometer größer zu machen. Euch erwartet eine kompakte Welt voll mit Inhalten und Spielspaß.

Nicht nur mir als alter Fan hat Burnout Paradise Remastered sehr viel Spaß gemacht. Auch meine Kids hatten sichtlich Spaß mit der Neuauflage. Die Action gefällt den Kindern nicht minder gut als mir. Vor allem die Takedowns und das Geschwindigkeitsgefühl haben hier für Begeisterung gesorgt. Virtuelle Autos zusammenzufalten ist halt auch 2020 noch cool. Das Spielprinzip ist zeitlos und funktioniert noch immer wunderbar. Die Reihe Burnout habe ich bis heute in guter Erinnerung. Ich hoffe, Burnout Paradise Remastered ist nur der Anfang. Der Anfang in eine neue Zukunft und zurück zu Burnout. Ein neuer Teil ist längst überfällig. Burnout Paradise gehört zu den Wegweisern des Genres. Reihen wie Forza Horizon haben Elemente aufgegriffen und erfolgreich weiterentwickelt.

Mein Fazit:

Burnout Paradise Remastered macht auf der Nintendo Switch eine gute Figur. Das Spiel punktet mit Gameplay, einem tollen Geschwindigkeitsgefühl, einem Soundtrack der sich gut in das Setting einfügt und einer ordentlichen Bildwiederholrate, die fast immer stabil bleibt. Technisch ist das Spiel für die Nintendo Switch sauber umgesetzt. Wer einen Arcaderacer für die Switch sucht, findet mit Burnout Paradise Remastered einen der besten Kandidaten in dieser Kategorie.

Burnout Paradise ist einer der fetzigsten Arcaderacer, die je programmiert wurden. Ein zeitloser Klassiker, der noch immer seinen Charme hat. Der einzige Wermutstropfen ist der hohe Preis. Das Spiel war einst ohne jede Frage die 50 Euro wert. Für eine Neuauflage erscheinen die jedoch zu hoch gegriffen. Insbesondere beim Blick auf andere Plattformen. Für PC, PlayStation 4 und Xbox One verlangt Electronic Arts gerade einmal deutlich fairere 20 Euro.

Offenlegung: Das Spiel wurde von Electronic Arts kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bildquelle: Electronic Arts

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