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Assetto Corsa Ultimate Edition

Assetto Corsa: Ultimate Edtion Review

Entwickler:         Kunos Simulazioni
Publisher:          505 Games 
Genre:              Rennspiel, Simulation
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 39,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.assettocorsa.net

Ultimate Edition für ultimativen Spielspaß?

Obwohl Assetto Corsa schon ein paar Jahre auf dem Markt ist, ist das Spiel unter Rennspielfans noch immer eine feste Größe. Warum sich der Einstieg selbst heute noch lohnt, verrate ich in meinem Assetto Corsa: Ultimate Edtion Review. Ich habe mir die PlayStation 4-Version des Rennspiels näher angesehen und einige Runden auf der virtuellen Rennstrecke gedreht.

Der Grund für die Beliebtheit des Spiels erschließt sich schnell. Genauso schnell wird allerdings auch klar, warum das Spiel nicht für jeden geeignet ist. Titel wie Forza oder Need for Speed sind so etwas wie Everybody´s Darling. Egal ob Anfänger oder erfahrener Rennfahrer – für jeden gibt es die passenden Herausforderungen. In Assetto Corsa: Ultimate Edtion läuft die Sache nicht ganz so einfach. Ihr könnt zwar die Schwierigkeit der Gegner weit nach unten schrauben und diverse Fahrhilfen zuschalten, ein Kinderspiel erwartet euch aber trotzdem nicht. In Assetto Corsa zählt jede Sekunde. Für Fehler ist da nur sehr selten Platz. Leistet ihr euch doch einmal einen Schnitzer, wird dieser vom Spiel abgestraft.

Assetto Corsa: Ultimate Edtion bietet schnörkellosen Rennspielspaß für Perfektionisten. Möchtet ihr in dem Spiel erfolgreich sein, müsst ihr sauber fahren. Richtiges Bremsen macht viel aus. Fahrt ihr nicht sauber, seht ihr von euren Konkurrenten bestenfalls die Rücklichter. Hier schießt das Spiel allerdings zum Teil über das Ziel hinaus. Ein wenig mehr Zugänglichkeit hätte Assetto Corsa nicht geschadet. Die leichten Schwierigkeitsstufen nützen nicht viel, wenn die Spieler oftmals trotz passabler Leistung auf einem der hinteren Plätze fahren. Daher ist das Spiel auch nur für Fans von Rennspielsimulationen interessant oder für Spieler mit reichlich Geduld. Wer sich mit dieser recht anspruchsvollen Art von Rennspielen schwertut, wird womöglich Stunden investieren müssen, um erste Erfolgserlebnisse verzeichnen zu dürfen. Ein Lenkrad ist daher auch von Vorteil.

Wer schnellen und unkomplizierten Spielspaß bevorzugt, wird bei der Konkurrenz besser bedient. Vergleichen lässt sich Assetto Corsa am ehesten mit Project Cars und Gran Turismo. Spielern mit Anspruch die Rennfeeling suchen kommt dies gelegen. In Assetto Corsa zählt selbst der Bruchteil einer Sekunde. Der Anspruch an euch selbst sollte es sein ein Gefühl für euer Fahrzeug und die Strecke zu bekommen. Vermasselt ihr auch nur eine Kurve, badet ihr euren Fehler aus. Zurückspulen ist nicht möglich. Das Spiel erinnert mich ein wenig an die gute alte Zeit. Wer richtig gut sein möchte, muss eine Strecke häufig fahren, um sie zu lernen. Das Spiel hilft euch dabei glücklicherweise mit Hilfen wie der Ideallinie. Trotzdem gehört mehr zu einem erfolgreichen Rennen, als nur die Linie oder die Orientierungshilfen am Streckenrand im Blick zu haben.

Fokus auf Strecken und Fahrzeuge

Euer Fahrzeug und die Strecke stehen in Assetto Corsa: Ultimate Edtion im Fokus. Das Spiel verzichtet auf zu viel Drumherum und beschränkt sich auf die wirklich wichtigen Dinge. Die Fahrzeugmodelle sehen entsprechend gut aus, auch wenn sie heute nicht mehr das Maß aller Dinge sind. Ein Forza sieht in der Hinsicht noch ein ganzes Stück hübscher aus. Trotzdem wissen die Autos in Assetto Corsa zu gefallen. Auch deren Physik und das Fahrgefühl überzeugen. Hier steckt eben eine Simulation drin, die größten Wert auf Steuerung und Rennfeeling legt. Krachende Action, eine übertrieben inszenierte Story oder absurde Renngegner müssen dafür draußen bleiben.

Auch die Strecken begeistern, da sie den Originalen sehr nahe kommen und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden. Kein Wunder. Mittels Lasern wurden die Originale zuvor genauestens gescannt, um sie schließlich detailgetreu als virtuelle Variante umsetzen zu können. Bis hin zu Details wie Bodenwellen stimmt hier einfach alles. An dem hohen Detailgrad könnt ihr euch in typischen Rennspielmodi wie Karriere, Drift und Drag austoben. Auch das von mir in Forza Motorsport schmerzlich vermisste Qualifying gibt es in Assetto Corsa. Natürlich darf auch ein umfangreicher Mehrspieler-Modus nicht fehlen. Viele Spieler ziehen den sogar dem Singleplayer vor, da die KI nur durch sehr saubere Arbeit hinterm virtuellen Lenkrad zu schlagen ist. Egal ob ihr lieber offline und allein oder online mit anderen Spielern zockt – Spaß macht es in jedem Fall. Erfreulicherweise zeigte sich das Spiel während des Tests auch technisch von seiner besten Seite. Das Spiel läuft mit konstanter Framerate und sauber, was bei Rennspielen besonders wichtig ist.

Ich schätze die Assetto Corsa: Ultimate Edtion für ihre puristische Art. Sie bietet schnörkellosen Spielspaß mit einem Fokus auf die wesentlichen Dinge. Es ist nach vielen modernen Rennspielen richtig schön gewesen, Mal wieder eine glanzlose Karriere zu spielen, bei der ich einfach nur fahren muss und nicht noch nebenbei eine eh völlig übertrieben inszenierte Story verfolge, die schon fast an Fast & Furios erinnert. Auch optischen Schnickschnack wie die Rennanzüge in Forza Motorsport 7 brauche ich für mich persönlich nicht. Pur, direkt und schnörkellos hat genauso seinen Reiz. Spiele wie Assetto Corsa können daher auch wunderbar neben Arcade-Racern und Zwischendingern wie Forza Horizon bestehen.

Damit Rennspielfansm mit der Assetto Corsa: Ultimate Edtion auf ihre Kosten kommen, ist das Spiel vollgepackt mit interessanten Strecken wie dem Nürburgring und zahlreichen Fahrzeugen. Die Ultimate Edition bietet zudem etliche DLCs, die für die PC-Versionen im Laufe der Jahre erschienen sind. Inhaltlich bietet das Spiel genug, um die Herzen von Rennspielfans höher schlagen zu lassen.

Mein Fazit:

178 Strecken und 16 Rennstrecken – das sind die Stars der Assetto Corsa: Ultimate Edtion. Die Simulation setzt auf detailgenaue Strecken und optisch ansprechende Automodelle. Für Spielspaß sorgen die Fahrphysik – die auch im Jahr 2018 noch als Maßstab tauglich ist – und die schnörkellose Inszenierung. Während viele Rennspiele inzwischen versuchen den Mainstream mit krachender Action, Zugänglichkeit und viel Schnickschnack zu gewinnen, lässt sich Assetto Corsa davon nicht beeindrucken.

Möchtet ihr Mal eben schnell ein Rennspiel einwerfen, ein paar Runden drehen und auf dem Siegerpodest stehen, solltet ihr einen meilenweiten Bogen um das Spiel machen. Der Titel setzt auf Perfektion und appelliert an euren eigenen Anspruch. Wer gegen die KI gewinnen möchte, muss die Strecken und Fahrzeuge beherrschen. Jede Sekunde ist entscheidend und Fehler werden empfindlich bestraft. Ist euch die fast schon zu makellose KI zu hart, könnt ihr stattdessen im Mehrspieler eure Runden drehen. Die Assetto Corsa: Ultimate Edtion ist vor allem dann interessant, wenn ihr gern viel Zeit mit einem Rennspiel verbringen möchtet und bereit seid, euch näher mit den Strecken, eurem Fahrzeug und seinem Verhalten zu befassen. Dann könnt ihr auch im Spiel erfolgreich sein. Im Idealfall besitzt ihr dafür ein Lenkrad. Für den nächsten Assetto Corsa-Ableger wünsche ich mir dennoch einen Hauch mehr Zugänglichkeit. Es wäre falsch, das Spiel kinderleicht zu gestalten – Anfänger sollten allerdings eine faire Chance erhalten. Nicht jeder hat Engelsgeduld oder viel Rennspielerfahrung. Für Neulinge und nur durchschnittliche Fahrer ist das Spiel eine (zu) harte Nuss.

Bildquelle: Kunos Simulazioni

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